El Nino treibt Indiens Lebensmittelpreise: Zucker plus 40 Prozent, Mais plus 30 Prozent
El Nino trifft Indiens Ernten: Zucker hat sich binnen eines Jahres um 40 Prozent verteuert, Mais um rund 30 Prozent, berichtet Live Hindustan. Steigende Futterkosten belasten eine Geflügelbranche im Wert von 2,6 Billionen Rupien, Zwiebeln legten 50 Prozent zu, Ingwer 70 Prozent.
Die Lebensmittelpreise in Indien steigen, während sich El Nino verstärkt. Am deutlichsten verteuern sich Zucker, Eier und Hähnchenfleisch, berichtet Live Hindustan. Das Wetter habe die Ernten bereits beschädigt, und der Effekt erreiche nun die Haushaltsbudgets.
Während El Nino erwärmt sich das Oberflächenwasser des Pazifiks ungewöhnlich stark. Das schwächt den Monsun, macht die Niederschläge unregelmäßig und kann in Indien dürreähnliche Bedingungen schaffen. Höhere Temperaturen senken zudem die Bodenfeuchte und drücken die Erträge der Kharif-Kulturen. Meteorologen warnen, dass in diesem Jahr der stärkste El Nino des Jahrhunderts einsetzt; seinen Höhepunkt erreicht er laut Live Hindustan voraussichtlich zum Jahresende.
Zucker binnen eines Jahres 40 Prozent teurer
Zucker hat sich im Jahresvergleich um 40 Prozent verteuert. Live Hindustan führt das auf geringere Zuckerrohrerträge durch übermäßige Regenfälle und Pilzbefall im Vorjahr zurück, verstärkt durch die Ethanolbeimischung im Benzin und durch Exporte. Vor der Festtagssaison stieg Zucker im August von 49 Rupien je Kilogramm auf 65 Rupien je Kilogramm. Seither sind die Preise stabil.
Die Aussichten für Zuckerrohr verbessern sich nicht. Zu wenig Regen könnte die Zuckerrohrproduktion 2026-27 sinken lassen.
Mais ist der nächste Druckpunkt
Auch die Maisernte dürfte in diesem Jahr niedriger ausfallen. Die Preise sind bereits um rund 30 Prozent gestiegen, und der Markt reagiert entsprechend. Falle die Ernte ähnlich stark aus wie beim Zuckerrohr, könnten die Preise dieser Waren weiter anziehen, schreibt Live Hindustan. Eine schwächere Maisernte würde die Futterkosten erhöhen, die Kosten der Geflügelhaltung anheben und unmittelbar auf die Preise für Eier und Hähnchenfleisch durchschlagen.
Indiens Geflügelindustrie hatte 2025 ein Volumen von 2,6 Billionen Rupien. Mais und Sojaschrot sind die wichtigsten Futterkomponenten und stehen damit im Zentrum der Kostenrechnung der Erzeuger. Auch Reis und Sojabohnen zählen zu den gefährdeten Kulturen.
Ethanolpolitik verschärft den Druck
Rund 25 Prozent des indischen Ethanols stammen aus Zuckerrohr, der Rest aus Getreide, vor allem aus Mais. Seit dem 1. April ist der Verkauf von E-20-Benzin verpflichtend. Trotz der gesunkenen Zuckerproduktion flossen 2025-26 mehr als 3 Millionen Tonnen in die Ethanolherstellung aus Zuckerrohr, berichtet Live Hindustan.
Angesichts der Zuckernachfrage soll die Ethanolproduktion aus Zuckerrohr in der kommenden Saison zurückgefahren werden. Die Last verschiebt sich damit auf Mais, also genau jene Kultur, bei der ohnehin eine schwächere Ernte erwartet wird. Das spricht für zusätzlichen Preisdruck statt für Entlastung.
Die Hälfte der Ausgaben auf dem Land geht in Lebensmittel
Die Verteuerung reicht weit über Zucker und Geflügel hinaus. Die gemeldeten Preisbewegungen im Warenkorb:
- Zucker: plus 40 Prozent im Jahresvergleich
- Mais: plus rund 30 Prozent
- Zwiebeln: plus 50 Prozent
- Ingwer: plus 70 Prozent
- Hähnchenfleisch und Eier: steigend
Die Belastung verteilt sich ungleich. In manchen ländlichen Haushalten geht etwa die Hälfte der monatlichen Ausgaben für Lebensmittel drauf, in den Städten sind es knapp 40 Prozent. Auf diesem Niveau lässt ein starker Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln kaum eine andere Anpassung zu als geringere Einkaufsmengen, was wiederum auf die Nachfrage nach Geflügel und anderen höherwertigen Lebensmitteln zurückschlägt.
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