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Dürre und schrumpfender Rinderbestand verschärfen Frankreichs Rindfleischkrise

Französische Tierhalter liefern wegen dürrebedingter Futterknappheit mehr Rinder zur Schlachtung, während der nationale Bestand langfristig sinkt. Die Verarbeiter treffen auf schwache Rindfleischnachfrage, begrenzte Mastkapazitäten und die niedrigsten Margen seit 2017.

Dürre und schrumpfender Rinderbestand verschärfen Frankreichs Rindfleischkrise

Dürre beschleunigt die Schlachtung

Die französische Fleischwirtschaft warnt, dass die Dürre die Folgen des schrumpfenden Rinderbestands verschärft. Weil die Weiden wegen der Trockenheit kaum gewachsen sind und Futter fehlt, bringen die Halter mehr Tiere als üblich zur Schlachtung, sagte der Präsident von Culture Viande, Yves Fantou, auf einer von Le Figaro und Boursorama aufgegriffenen Pressekonferenz.

Der Druck dürfte in den kommenden Monaten anhalten, wenn untergewichtige Rinder bei den Schlachthöfen eintreffen. Frankreich verfügt nur über begrenzte Kapazitäten, um diese Tiere vor der Schlachtung zu mästen. Der vorübergehende Anstieg des Tierangebots verdeckt daher ein tieferes Versorgungsproblem: Der Bestand sinkt kontinuierlich, weil ausscheidende Tierhalter nicht ausreichend ersetzt werden.

Mehr Rindfleisch trifft auf schwächere Nachfrage

Die Verarbeiter müssen zusätzliche Tiere aufnehmen, obwohl der Binnenmarkt größere Rindfleischmengen nur schwer absorbieren kann. Der gesamte Fleischkonsum in Frankreich nahm 2025 um 1,3% zu, getragen wurde der Zuwachs jedoch von Geflügel und Schweinefleisch. Der Rindfleischkonsum sank um 3%, auch Schaffleisch verlor. Laut Culture Viande hat sich der Rückgang der Rindfleischnachfrage seit Jahresbeginn verstärkt.

Ein Grund ist der höhere Rindfleischpreis. Dieser verbesserte 2025 zwar die Vergütung der Tierhalter, doch die Vorteile verteilten sich nicht gleichmäßig entlang der Wertschöpfungskette. Nach Angaben von Culture Viande zahlten Schlachthöfe 22% mehr für ausgewachsene Rinder, während ihre Verkaufspreise nur um 14% stiegen. Die höheren Tierkosten konnten somit nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden.

Verarbeitermargen auf niedrigstem Stand seit 2017

Die Margen der Rindfleischverarbeiter sind deshalb laut Culture Viande auf den niedrigsten Stand seit 2017 gefallen. Zugleich verteuerten sich Verpackung, Energie und Wasser. Einen Teil des Anstiegs bei Verpackungs- und Energiekosten führt der Verband auf den Krieg im Nahen Osten zurück. Schlacht-, Zerlege- und Großhandelsbetriebe geraten damit zusätzlich zwischen hohe Einkaufspreise und schwache Verbrauchernachfrage.

Auch das Verhältnis zwischen Tierhaltern und Verarbeitern ist angespannt. Im Sommer protestierten Landwirte vor Schlachthöfen der zur Culture Viande gehörenden Bigard-Gruppe gegen niedrigere Erzeugerpreise seit Jahresbeginn. Mehrere Bauernverbände verlangten Preiserhöhungen bis zum Herbst. Fantou erklärte, die Verarbeiter führten Gespräche mit der Erzeugerseite, um die Fleischproduktion in Frankreich zu erhalten.

Auf den kurzfristigen Zustrom könnte Knappheit folgen

Dürre und Bestandsabbau erzeugen gegenläufigen Druck. Knappes und teures Futter zwingt Betriebe, Tiere früher auszusondern. Das steigert kurzfristig die Auslastung der Schlachthöfe und kann die Erzeugerpreise zusätzlich belasten. Einige Rinder kommen jedoch zu mager an, wodurch Fleischausbeute und Verarbeitungseffizienz sinken, während die Möglichkeiten zur Nachmast bereits begrenzt sind.

Nach der aktuellen Schlachtwelle deuten weniger Zuchttiere und fehlender Nachwuchs unter den Tierhaltern auf ein knapperes französisches Rindfleischangebot hin. Höhere Erzeugerpreise könnten den Bestandsabbau bremsen, würden ohne steigende Großhandels- und Verbraucherpreise aber die Verarbeiter zusätzlich belasten. Da höhere Rindfleischpreise bereits den Konsum dämpfen, muss die Branche heimische Produktion, wirtschaftlich tragfähige Verarbeitung und die Kaufbereitschaft preissensibler Kunden ausbalancieren.

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