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Dürre senkt Apfel- und Birnenerträge in Oberösterreich bei steigender regionaler Nachfrage

Anhaltende Trockenheit hat in Teilen Oberösterreichs zu kleineren Äpfeln und Birnen sowie niedrigeren Erträgen geführt. Die Qualität bleibt hoch, doch die Branche fordert Investitionen in Wassermanagement, Klimaanpassung und einen breiteren Versicherungsschutz.

Dürre senkt Apfel- und Birnenerträge in Oberösterreich bei steigender regionaler Nachfrage

Trockenheit verringert Fruchtgröße und Erträge

Anhaltende Trockenheit hat in der laufenden Saison bei Äpfeln und Birnen in Oberösterreich zu kleineren Früchten und in manchen Anlagen zu geringeren Erträgen geführt. Das berichtet Fruchtportal unter Berufung auf Informationen der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Die Handelsqualität der regionalen Ernte ist nach Angaben der Erzeuger dennoch gut.

Gute Qualität bei kleineren Früchten ergibt für die Betriebe ein gemischtes Bild. Äpfel und Birnen können die Erwartungen der Verbraucher an Frische und Geschmack weiterhin erfüllen. Kleinere Früchte und niedrigere Erntemengen begrenzen jedoch das vermarktbare Volumen je Anlage. Das belastet die Erlöse der Höfe, auch wenn die Nachfrage nach regional erzeugtem Obst steigt.

In Oberösterreich versorgen 320 Erwerbsobstbaubetriebe den Markt mit Frischobst und Verarbeitungsprodukten. Die Branche schafft Wertschöpfung im ländlichen Raum und trägt zur Pflege der Kulturlandschaft bei. Entgegen dem österreichischen Trend sind die Anbauflächen in Oberösterreich weitgehend stabil und wachsen sogar leicht.

Regionales Obst gewinnt bei Verbrauchern

Der Anbau von Äpfeln und Birnen hat in Oberösterreich eine lange Tradition, während regionale Herkunft bei Verbrauchern beliebter wird. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies auf Frische, Qualität und kurze Transportwege heimischer Früchte. Direkte Einkäufe ab Hof stärkten zudem die Versorgungssicherheit und vermieden unnötige Kohlendioxidemissionen durch lange Transporte.

Die aktuelle Ernte zeigt den Gegensatz zwischen wachsender Unterstützung durch die Verbraucher und schwierigeren Produktionsbedingungen. Das Interesse an regionalen Lebensmitteln kann den Betrieben helfen, lokale Kunden zu halten, gleicht aber fehlende Erntemengen nicht automatisch aus. Kleinere Früchte können außerdem Anpassungen bei Sortierung, Verpackung und Vermarktung durch Erzeuger, Handel und Verarbeiter erfordern.

Der Kronbergerhof in Scharten war Gastgeber des regionalen Saisonauftakts für Äpfel und Birnen. Der traditionsreiche Familienbetrieb im Naturpark Obst-Hügel-Land baut neben Äpfeln und Birnen auch Kirschen, Weichseln, Marillen, Nektarinen, Zwetschken, Quitten und Tafeltrauben an. Feigen und Maroni gehören zu den Spezialkulturen und verdeutlichen die Vielfalt des regionalen Obstbaus.

Branche fordert Wasserinvestitionen und mehr Versicherungsschutz

Waldenberger erklärte, dass für die künftige Produktion von hochwertigem Tafelobst entschlossene Investitionen in Wassermanagement, Forschung und Klimaanpassung nötig seien. Diese Maßnahmen gewinnen an Bedeutung, weil Dürre und Klimawandel die betrieblichen Risiken im Obstbau erhöhen. Eine verlässliche Wasserversorgung beeinflusst sowohl die Fruchtgröße als auch den Gesamtertrag. Bewässerung und Wasserplanung werden damit zu zentralen Themen für Erwerbsbetriebe.

Andreas Hoffelner, Obmann der oberösterreichischen Obstbauern, forderte zudem eine Weiterentwicklung der Risikoabsicherung. Ernteversicherungen gegen Dürreschäden sollten künftig neben Äpfeln und Holunder auch weitere Obstkulturen abdecken. Ein breiterer Schutz würde den Betrieben helfen, häufigere Wetterextreme zu bewältigen und ihre Produktion langfristig zu sichern. Die hochwertige, aber kleinere Ernte zeigt, dass die Nachfrage nach regionalem Obst durch konkrete Investitionen und Finanzinstrumente zur Begrenzung klimabedingter Produktionsrisiken ergänzt werden muss.

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