Dürre in Maharashtra verdoppelt Zwiebelpreise in Indien vor der Festsaison
Die Einzelhandelspreise für Zwiebeln in Indien haben sich binnen eines Jahres etwa verdoppelt: Ware, die für 30 Rupien pro Kilogramm verkauft wurde, kostet wieder 60 Rupien. Auslöser sind dürreähnliche Bedingungen in Maharashtra, das rund 40 % der nationalen Produktion liefert. Ein von ABP Live zitierter Bericht von Citi Research sieht Ende September 2026 mehr als 49,4 % des Landes unter dürreähnlichen Bedingungen, bei 12 % weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel.
Zwiebelpreise verdoppeln sich vor der Festsaison
Die Einzelhandelspreise für Zwiebeln in Indien haben sich gegenüber dem Vorjahr etwa verdoppelt: Ware, die für 30 Rupien pro Kilogramm verkauft wurde, wechselt wieder für 60 Rupien den Besitzer, berichtet ABP Live. Der Anstieg trifft den Markt genau dann, wenn die Nachfrage zur Festsaison anzieht, und belastet die Lebensmittelbudgets der Haushalte in den Wochen mit dem höchsten Zwiebelverbrauch.
Der Auslöser liegt in Maharashtra, auf das rund 40 % der indischen Zwiebelproduktion entfallen. Laut ABP Live haben dürreähnliche Bedingungen in dem Bundesstaat die Zwiebelpreise auf etwa das Doppelte des Vorjahresniveaus getrieben. Citi Research warnte in einem aktuellen, von dem Portal zitierten Bericht, ein schwächer als erwarteter Monsun könne die Lebensmittelpreise in ganz Indien nach oben ziehen.
Halbes Land ist trocken
Ende September 2026 standen mehr als 49,4 % Indiens unter dürreähnlichen Bedingungen, heißt es im Bericht von Citi Research, deutlich mehr als in früheren Jahren. 2023 waren rund 30 % des Landes betroffen. Etwa 10 % der aktuellen Fläche fällt in eine schwerere Kategorie.
Die regionale Aufschlüsselung zeigt direkt auf den Zwiebelgürtel:
- Rund 84 % Maharashtras und 80 % des Punjab stehen unter dürreähnlichen Bedingungen.
- Regierungsdaten und Daten des IIT-Gandhinagar zeigen, dass 265 der 358 Talukas Maharashtras als Dürregebiet ausgewiesen sind, nahezu 74 % des Bundesstaates.
- Etwa 37 % der betroffenen Fläche leidet unter sehr schwerer Dürre.
- Bundesstaaten, die drei Viertel der indischen Zwiebeln, zwei Drittel der Hülsenfrüchte und die Hälfte des Reises erzeugen, verzeichnen Niederschlagsdefizite von mehr als 10 %.
Landesweit fiel der Niederschlag 12 % unter das langjährige Mittel, was der Bericht vor allem auf El Niño zurückführt. Es ist das größte Monsundefizit seit 2015 und setzt die Kharif-Kulturen unter Druck.
Fläche stabil, Erträge gefährdet
Die gesamte Kharif-Anbaufläche liegt in dieser Saison 1,2 % unter dem Vorjahr und damit nahe am Normalniveau. Der Druck liegt folglich auf den Erträgen und nicht auf der Fläche, denn das Niederschlagsdefizit konzentriert sich auf jene Bundesstaaten, die den Großteil der Zwiebeln, Hülsenfrüchte und des Reises liefern.
Die Ausweisungen auf Taluka-Ebene zeigen, wie konzentriert der Schaden ist. 265 Dürre-Talukas von 358 bedeuten einen Ausfall im gesamten Bundesstaat und kein lokales Problem, und das in dem Staat, der rund 40 % der nationalen Zwiebelproduktion trägt.
Lebensmittelinflation steht schon in den Daten
Die Verbraucherpreisdaten für August des Ministeriums für Statistik und Programmumsetzung (MoSPI) zeigten steigende Lebensmittelpreise, einen Effekt, den der Bericht mit dem schwachen Monsun verbindet. Die Volatilität setzte sich im September fort, als neben Zwiebeln auch Zucker, Reis und Hülsenfrüchte teurer wurden.
Für Einkäufer und Verarbeiter ist die Reihenfolge entscheidend. Zwiebeln sind die sichtbarste Position, weil Haushalte sie wöchentlich kaufen, doch das Niederschlagsdefizit erfasst die Grundnahrungsmittel des indischen Warenkorbs. Bei rund der Hälfte des Landes unter Trockenheit und dem schwächsten Monsun seit einem Jahrzehnt bleiben die Kharif-Anlieferungen, die die Preise zum Jahresende normalerweise deckeln, die entscheidende Größe.