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Dürre in Frankreich treibt Preise für Obst und Gemüse nach oben

Nach 53 Tagen extremer Hitze und anhaltender Dürre ist die französische Obst- und Gemüseproduktion gesunken, während die Bewässerungskosten gestiegen sind. Die Tomatenernte lag Ende Juli 25 % niedriger, weitere erhebliche Ernteverluste treiben Groß- und Einzelhandelspreise.

Dürre in Frankreich treibt Preise für Obst und Gemüse nach oben

Hitze und Dürre schmälern die Ernten

Die anhaltende Dürre und 53 Tage extremer Hitze begrenzen in Frankreich das Angebot an Obst und Gemüse. Höhere Bewässerungskosten und geringere Erntemengen schlagen auf Großhandels- und Verbraucherpreise durch. Laut TRT Français hält die Trockenheit in fast allen französischen Départements an, sodass die Erzeuger mehr für Bewässerung ausgeben und zugleich weniger ernten.

Bei mehreren Kulturen sind die Ausfälle erheblich. Ende Juli schätzte die Obst- und Gemüsebranche die Tomatenernte bereits 25 % niedriger ein, obwohl die Dürre noch nicht beendet war. Bei Salat wurden in einigen Anbaugebieten Verluste von 30 % bis 50 % verzeichnet, bei Karotten mindestens 20 %. Die Einbußen bei Brokkoli lagen zwischen 40 % und 70 %.

Hitzespitzen beeinträchtigen außerdem das Erscheinungsbild. Unregelmäßiges Wachstum führt häufiger zu abweichenden Größen und Formen. Große Handelsketten haben den Erzeugern zugesagt, bei optischen Anforderungen und Kalibern toleranter zu sein. Damit kann ein größerer Teil der knappen Ernte verkauft werden, statt aussortiert zu werden.

Großhandelspreise erhöhen den Druck

Die Preise auf dem Großmarkt Rungis verdeutlichen die angespannte Versorgung. Am 12. September kosteten Brokkoli und Auberginen jeweils 4 € je Kilogramm. Grüne Bohnen erreichten 8,89 € je Kilogramm, gewöhnliche Tomaten 3,56 € und Rispentomaten 6,16 €. Da es sich um Großhandelspreise handelt, liegen die Ladenpreise für Verbraucher noch höher.

Nach Angaben von TRT Français sind Einzelhandelspreise von 4,50 € bis 5 € je Kilogramm Tomaten inzwischen keine Seltenheit. Längliche Sorten und Rispentomaten nähern sich sogar 7 €. Ein Lebensmittelhändler in Fussy im Département Cher veröffentlichte ein Foto von Tomaten, die in einem Einkaufszentrum mehr als 8 € je Kilogramm kosteten. Vergleichbare Ware hatte sein Geschäft zuletzt für 5,95 € verkauft.

Der nationale Verband Familles rurales veröffentlichte Anfang September eine Untersuchung auf Grundlage von 118 Preiserhebungen, die im Juni 2026 in Supermärkten durchgeführt wurden. Danach verteuerten sich alle erfassten Gemüsearten. Mit wenigen Ausnahmen stiegen auch die Obstpreise. Der Preisdruck war damit bereits breit angelegt, bevor die vollständigen Folgen der spätsommerlichen Dürre den Handel erreichten.

Lieferlücken erfassen weitere Kulturen

Die geringere Verfügbarkeit wird in den Supermärkten sichtbar. NielsenIQ ermittelte in der ersten Augustwoche bei abgepackten Salaten eine Fehlbestandsquote von 20 % in Hyper- und Supermärkten. Auch Zucchini, Tomaten, Gurken, Kohl und Kartoffeln könnten betroffen sein, wenn die geringeren Erntemengen die Lieferketten durchlaufen.

David Lecomte, Leiter der Verbraucherforschung bei NielsenIQ, sagte gegenüber TF1, dass im September auch bei Karotten, Kartoffeln und Zwiebeln mit Preiserhöhungen zu rechnen sei. Diese Kulturen seien besonders von der Dürre betroffen. Damit weitet sich der Druck von saisonalem Sommergemüse auf ganzjährig nachgefragte Grundprodukte aus.

Erzeuger und Handel suchen Spielraum

Der Markt muss geringere Mengen und höhere Bewässerungskosten zugleich verkraften. Erzeuger benötigen Preise, die zusätzliche Wasserkosten und Ernteausfälle decken. Händler treffen dagegen auf Widerstand der Verbraucher, sobald die Regalpreise steigen. In sozialen Medien wird großen Ketten eine künstliche Verteuerung vorgeworfen, doch die gemeldeten Ernteverluste und Preise in Rungis zeigen bereits am Anfang der Lieferkette erheblichen Druck.

Dominique Schelcher, Vorstandschef der Coopérative U, rief die Leser von Le Parisien Ende August dazu auf, auch weniger ansehnliches Obst und Gemüse zu kaufen und damit französische Landwirte zu unterstützen. Tolerantere Vorgaben für Form und Größe retten einen Teil des Angebots. Die durch Hitze und Wassermangel verlorenen Mengen ersetzen sie jedoch nicht. Frankreichs Obst- und Gemüsemarkt bleibt daher hohen Preisen und zeitweiligen Engpässen ausgesetzt.

Vollständige Marktanalyse

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