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Dürre könnte irische Kartoffelerträge auf 30 Tonnen je Hektar drücken

Dürre und eine verspätete Pflanzung könnten den Kartoffelertrag einzelner irischer Betriebe von erwarteten 50 auf höchstens 30 Tonnen je Hektar senken. Gleichzeitig liegen die Produktionskosten bei rund 10.000 € je Hektar, während Altware auf 80–100 € je Tonne fiel.

Dürre könnte irische Kartoffelerträge auf 30 Tonnen je Hektar drücken

Dürre legt Irlands geringe Bewässerungskapazität offen

Dürre und ungewöhnlich hohe Temperaturen verschlechtern die Ertragsaussichten auf unbewässerten Kartoffelflächen in Irland, berichtet top agrar Polska. Ein kalter und nasser April 2026 verzögerte die meisten Pflanzungen bis Ende April und in den Mai. Danach fiel vier bis fünf Wochen lang kaum Regen, wodurch insbesondere Bestände auf sandigen Böden unter Trockenstress gerieten.

Irische Betriebe haben bisher wenig in Bewässerung investiert, da traditionell eher überschüssiges Wasser als Trockenheit Probleme verursachte. Die jährlichen Niederschläge reichen von rund 900 mm im Osten bis zu 1.800–1.900 mm im Westen und Süden. Beregnungsanlagen sind deshalb selten, sodass die Betriebe ihre Erträge in einem außergewöhnlich trockenen Sommer nur begrenzt absichern können.

Thomas Carpenter, dessen Bruder rund 50 km nördlich von Dublin Kartoffeln anbaut, sagte top agrar Polska, der Betrieb habe mit etwa 50 Tonnen je Hektar gerechnet, werde aber möglicherweise höchstens 30 Tonnen ernten. In den vergangenen Jahren lag der Durchschnitt bei rund 45–50 Tonnen je Hektar; in der günstigen Vorsaison waren es nochmals 10–15% mehr. Laut Daten der irischen Agrar- und Lebensmittelbehörde Teagasc beträgt der Landesdurchschnitt etwa 45–49 Tonnen je Hektar.

Späte Pflanzung verkürzt das Wachstumsfenster

Der Betrieb pflanzte die Sorte Rooster am 4. Mai und rechnet mit der Ernte zwischen dem 7. und 15. Oktober. Rooster ist eine spätreifende, rotschalige irische Sorte, die 1991 registriert wurde. Sie besitzt einen Trockenmassegehalt von 21–23%, ist besonders im Supermarktgeschäft gefragt und steht schätzungsweise für 70% der irischen Kartoffelproduktion.

In Irland werden auf mehr als 8.000 Hektar Kartoffeln angebaut, verteilt auf nur etwa 300 Betriebe. Vor 20 Jahren war die Fläche deutlich größer. Weil eine bedeutende heimische Kartoffelverarbeitung fehlt, konzentriert sich der Anbau heute überwiegend auf Speisekartoffeln. Damit hängen die Betriebe stark von Supermärkten, Gastronomie und freiem Markt ab.

Das trockene Wetter hat den Krautfäuledruck verringert und die Abstände zwischen Fungizidbehandlungen auf etwa 10–14 Tage verlängert. Die Landwirte behandeln spät am Abend oder früh am Morgen, damit starke Sonneneinstrahlung die Pflanzen nicht zusätzlich belastet. Carpenter zufolge treten solche Bedingungen ungefähr einmal in 10 Jahren auf.

Schwache Preise treffen auf Kosten von 10.000 € je Hektar

Der erwartete Ertragsverlust folgt auf eine schwierige Vermarktungssaison. Gewaschene Premium-Rooster für Supermärkte kosteten im Oktober 2025 rund 300–350 € je Tonne, danach gingen die Preise über den Winter zurück. Vorbereitete und geschälte Kartoffeln für die Gastronomie fielen bis auf 80 € je Tonne. Im Mai und Juni 2026 ließen sich Restbestände der Vorjahresernte bei vorhandener Nachfrage teilweise für 80–100 € je Tonne verkaufen.

Die Produktion kostet inzwischen rund 10.000 € je Hektar. Für Flächen, auf denen mindestens 10 Jahre keine Kartoffeln standen und die sich deshalb für die Fruchtfolge eignen, werden bis zu rund 2.000 € Pacht je Hektar verlangt. Feste Mineraldünger kosteten in dieser Saison etwa 1.200 € je Hektar, Blattdünger nicht eingerechnet. Maschinen und Kraftstoff erhöhen die Belastung zusätzlich. Die Ernte ist nicht vertraglich gebunden und wird am freien Markt verkauft. Die Betriebe hoffen, dass ein kleineres Angebot die Preise anhebt: In den ertragsschwachen Jahren 2012 und 2023 wurden 400–600 € je Tonne erzielt. Laut Carpenter reichen die aktuellen Preise jedoch noch nicht zur Kostendeckung.

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