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Dürre in Belgien bedroht Kartoffelernte und Versorgung mit Tiefkühlpommes

Belgische Kartoffelerzeuger warnen, dass ein Teil der Ernte 2026 wegen extremer Witterung zu klein für die Pommesproduktion ausfällt. Die Schäden könnten die Rohstoffversorgung einer Industrie verknappen, die jährlich mehr als 6 Millionen Tonnen verarbeitet und rund 90 % ihrer tiefgekühlten Kartoffelprodukte exportiert.

Dürre in Belgien bedroht Kartoffelernte und Versorgung mit Tiefkühlpommes

Wetter lässt Verarbeitungskartoffeln zu klein bleiben

Belgische Kartoffelerzeuger warnen, dass die Ernte 2026 nach einer Folge extremer Wetterereignisse möglicherweise nicht für den Bedarf der heimischen Pommeshersteller ausreicht. Starke Regenfälle und Gewitter schwächten Ende des Frühjahrs die Böden, bevor ein außergewöhnlich heißer und trockener Sommer das normale Wachstum der Kartoffeln verhinderte, berichtete Euronews.

Die Folgen zeigen sich in Amay nahe der östlichen Stadt Lüttich. Dort holt Landwirt Mathieu Comin Bintje-Kartoffeln aus ausgetrocknetem Boden, von denen einige nur die Größe eines Tischtennisballs erreichen. Nach seinen Angaben müssten sie normalerweise mindestens viermal größer sein; in ihrer jetzigen Größe seien sie nicht für Pommes geeignet.

Die Größe ist eine entscheidende Verarbeitungsvorgabe und nicht nur eine Frage des gesamten Erntegewichts. Hersteller und Gastronomiebetriebe bevorzugen große, längliche Kartoffeln, die sich in marktgerechte Stäbchen schneiden lassen. Pascal Villaer, Betreiber des Brüsseler Pommesstands Maison Antoine, erklärte, die starken Veränderungen der Jahreszeiten erschwerten die Suche nach der idealen Pommeskartoffel.

Lieferverträge erhöhen den Druck auf Erzeuger

Die Familie Comin baut auf rund 500 Hektar Kartoffeln an und muss vertraglich vereinbarte Mengen an Verarbeitungsunternehmen liefern. Einen Teil dieser Verpflichtungen will sie mit Vorräten aus der ungewöhnlich üppigen vorherigen Ernte erfüllen. Die Bestände bieten einen begrenzten Puffer, doch der Bericht nennt weder eine nationale Ernteschätzung noch das insgesamt eingelagerte Volumen.

Die Lage verdeutlicht den Konflikt zwischen festen Lieferverpflichtungen und wetterabhängigen Erträgen. Betriebe mit ausreichenden Überlagerungsbeständen können unmittelbare Ausfälle teilweise abfedern, während Erzeuger ohne Reserven größere Schwierigkeiten bei der Belieferung der Verarbeiter haben. Entscheidend ist zudem die verfügbare Menge in geeigneter Qualität: Eine geerntete Tonne entspricht nicht automatisch einer Tonne, die eine Fabrik effizient einsetzen kann.

Der nationale Verband der belgischen Pommesbudenbesitzer, der rund 4.500 Verkaufsstellen vertritt, warnte, dass das begrenzte Kartoffelangebot zu höheren Preisen führen könnte. Betroffen wäre die heimische Gastronomie, die auf bestimmte Sorten und Abmessungen angewiesen ist. Aktuelle Preise für Kartoffeln oder Tiefkühlpommes nannte Euronews allerdings nicht.

Exportmärkte droht eine Angebotsverknappung

Das Ernteproblem reicht über Belgien hinaus, denn das Land ist der weltweit größte Exporteur von Tiefkühlpommes. Seine Kartoffelindustrie verarbeitet jährlich mehr als 6 Millionen Tonnen. Rund 90 % der in Belgien produzierten tiefgekühlten Kartoffelprodukte gehen in mehr als 120 Auslandsmärkte.

Bei dieser Exportquote könnte ein Mangel an verarbeitungsfähigen Kartoffeln die Beschaffung der Fabriken, ihre Produktionsplanung und internationale Lieferverträge beeinträchtigen. Zunächst können Verarbeiter auf Lagerbestände und vertraglich gesicherte Lieferungen zurückgreifen. Anhaltende Rohstoffengpässe würden jedoch ihren Spielraum bei der Versorgung etablierter Auslandskunden und des belgischen Marktes verringern.

Die tatsächlichen Folgen für ausländische Käufer hängen vom Umfang der nationalen Ernte, der Qualitätsverteilung und den Restbeständen der Vorsaison ab. Eine bezifferte Prognose für die Produktionsverluste liegt nicht vor. Für Importeure und Gastronomiekunden besteht daher zunächst ein Versorgungsrisiko und noch kein bestätigter Mangel: Belgien verfügt weiter über Verarbeitungskapazitäten und Vorräte, doch seine Fabriken benötigen Kartoffeln in passender Größe und Qualität.

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