DiKoko plant Kokosverarbeitungswerk für 72,2 Millionen R$ in Ceará
DiKoko Agroindustrial hat mit der Regierung von Ceará eine Absichtserklärung über ein Kokosverarbeitungswerk in Russas für 72,2 Millionen R$ unterzeichnet. Das Vorhaben könnte 88 direkte und 351 indirekte Arbeitsplätze schaffen, benötigt aber noch Verträge, Genehmigungen und Machbarkeitsnachweise.
Fertigstellung ist bis Ende 2027 vorgesehen
DiKoko Agroindustrial hat mit der Regierung des Bundesstaates Ceará eine Absichtserklärung über Investitionen von 72,2 Millionen R$ in ein Werk zur Aufbereitung und Verarbeitung von Kokosnüssen in Russas unterzeichnet. Nach Angaben von Diário do Nordeste soll der Bau im ersten Halbjahr 2027 beginnen und bis zum Ende desselben Jahres abgeschlossen werden.
Die Absichtserklärung dokumentiert eine geplante Investition, aber noch keinen endgültigen Baubeschluss. Das Projekt benötigt weiterhin konkrete Verträge, Genehmigungen sowie Nachweise seiner technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Tragfähigkeit. Der Zeitplan hängt deshalb von den für Errichtung und Betrieb notwendigen Freigaben ab.
Die Beschäftigungsprognose umfasst 88 direkte und 351 indirekte Stellen, insgesamt also 439. Direkte Arbeitsplätze werden unter anderem in Produktion, Instandhaltung, Qualitätskontrolle und Verwaltung erwartet. Indirekte Beschäftigung könnte in Transport, Betriebsmittelversorgung, Wartung, Dienstleistungen und Logistik entstehen. Da der Bau noch nicht begonnen hat, bleiben diese Angaben von der tatsächlichen Umsetzung der Investition abhängig.
Mehr Verarbeitung im führenden Kokosstaat Brasiliens
Das geplante Werk soll landwirtschaftliche Rohware annehmen und zu Produkten mit höherem Handelswert verarbeiten. Der Standort ist relevant, weil Ceará laut der kommunalen Agrarproduktionsstatistik des brasilianischen Statistikamts IBGE im Jahr 2025 Brasiliens größter Kokosproduzent war. Der Produktionswert des Bundesstaates erreichte rund 455,7 Millionen R$, verglichen mit fast 1,97 Milliarden R$ im gesamten Land.
Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Ipece in Ceará zeigt, dass Kokosnüsse zwischen 2010 und 2023 unter den untersuchten Kulturen den stärksten Mengenzuwachs im Bundesstaat verzeichneten. Ceará festigte in diesem Zeitraum seine nationale Führung bei Fläche, Produktionsmenge und Produktionswert. Die physische Erzeugung hat sich nahezu verdoppelt, getragen von zusätzlichen Anbauflächen und höheren Durchschnittserträgen. Ein großer Teil des Wachstums entfiel auf die Küstenregion, wo Bewässerung, günstiges Klima und ein etabliertes Netz aus Erzeugern, Käufern und Verarbeitern die Branche stützen.
Zusätzliche Kapazitäten in Russas könnten mehr Verarbeitungsschritte in Ceará halten. Statt ganze Früchte andernorts verarbeiten zu lassen, könnte die regionale Kette Auswahl, Öffnung, Extraktion, Verarbeitung, Verpackung und Lagerung übernehmen. DiKoko erhielte zugleich mehr Spielraum, Rohware abhängig von der Nachfrage auf verschiedene Produkte zu verteilen.
DiKoko erweitert sein integriertes Produktionsnetz
Das Einzelhandelssortiment von DiKoko umfasst Kokoswasser, Kokosraspeln, Kokosöl, Kokosmilch, Kokosmehl und Kokoszucker. Das Unternehmen produziert außerdem Handelsmarkenartikel. Nach eigenen Angaben ist es landesweit tätig und betreibt Werke in Paraipaba und Itapipoca in Ceará sowie in Petrolândia in Pernambuco. Hinzu kommt ein Vertriebszentrum in Caucaia im Großraum Fortaleza. Russas würde ein weiterer Verarbeitungsstandort dieses Netzes.
Die Geschichte des Unternehmens begann 1987, als der als Sr. Dias bekannte Landwirt in Calumbi I bei Paraipaba seine erste Kokospalme pflanzte. Vier Jahre später startete die kommerzielle Produktion; ganze Kokosnüsse gingen zunächst vor allem an Kunden im Südosten Brasiliens. Phasen mit reichlichem Angebot und wenigen Käufern veranlassten die Familie später, die eigene Ernte zu verarbeiten. Ende 2002 beschlossen Sr. Dias und sein Sohn Bruno den Aufbau eines Industriebetriebs, dessen erstes Produkt gefrorenes Kokosfruchtfleisch war.
DiKoko gibt zudem an, Schalen und harte Bestandteile der Kokosnuss zu organischem Dünger für die eigenen Plantagen zu verarbeiten. Im Produktionsprozess eingesetztes Wasser wird aufbereitet und kann anschließend zur Bewässerung dienen. Erfüllt das Projekt in Russas alle verbleibenden Bedingungen, würde es im größten Kokosproduktionsgebiet Brasiliens sowohl die Verarbeitungskapazität als auch die Nachfrage nach landwirtschaftlicher Rohware erhöhen.