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Deutsche Sojafläche wächst in zehn Jahren um 174,1 Prozent, Importe bleiben dominant

Deutschlands Sojafläche stieg von 15.800 Hektar im Jahr 2016 auf 43.300 Hektar im Jahr 2025, während sich die Ernte auf 130.800 Tonnen mehr als verdreifachte. Die Importe lagen jedoch bei 3,4 Millionen Tonnen, davon kamen 64,1 Prozent aus den Vereinigten Staaten.

Deutsche Sojafläche wächst in zehn Jahren um 174,1 Prozent, Importe bleiben dominant

Anbaufläche und Ernte mehr als verdreifacht

Die deutsche Anbaufläche für Sojabohnen ist zwischen 2016 und 2025 um 174,1 Prozent gewachsen. Darin zeigt sich die zunehmende Nutzung der Kultur für Tierfutter und Lebensmittel wie Tofu oder Sojajoghurt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis wurden 2025 auf 43.300 Hektar Sojabohnen angebaut. Im Jahr 2016, für das die Behörde erstmals entsprechende Daten erhob, waren es 15.800 Hektar.

Trotz des starken Wachstums entfielen 2025 lediglich 0,3 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands auf Soja. Der Anbau war zudem regional konzentriert: Bayern stellte 52,7 Prozent der bundesweiten Sojafläche.

Die Erntemenge nahm noch stärker zu als die Fläche. Die deutsche Sojaproduktion stieg von 43.200 Tonnen im Jahr 2016 auf 130.800 Tonnen im Jahr 2025, ein Plus von 202,8 Prozent. Bayern lieferte 57,3 Prozent der Ernte, Baden-Württemberg 18,0 Prozent und Sachsen-Anhalt 6,9 Prozent. Deutschland hat seine heimische Produktionsbasis damit deutlich ausgebaut, sie bleibt aber auf wenige Regionen konzentriert.

Importe decken weiterhin den Großteil des Bedarfs

Gemessen am Außenhandel fällt die heimische Ernte weiterhin klein aus. Destatis bezifferte die deutschen Sojabohnenimporte 2025 auf 3,4 Millionen Tonnen. Das waren 8,4 Prozent mehr als die 3,1 Millionen Tonnen von 2016. Die Einfuhrmenge war damit etwa 26-mal so groß wie die Inlandsernte. Ausländische Lieferanten bleiben für Verarbeiter, Futtermittelhersteller und Lebensmittelproduzenten unverzichtbar.

Die Vereinigten Staaten waren 2025 mit 2,2 Millionen Tonnen Deutschlands größter Sojalieferant. Das entsprach 64,1 Prozent der Importe und damit knapp zwei Dritteln. Brasilien erreichte einen Anteil von 16,5 Prozent, die Ukraine 9,0 Prozent. Zusammen lieferten die drei Länder 89,6 Prozent der deutschen Sojabohnenimporte. Die Lieferbasis bleibt somit trotz des wachsenden heimischen Anbaus stark konzentriert.

Die Flächenausweitung hat die Einfuhren bislang nicht verdrängt. Während die deutsche Sojafläche binnen zehn Jahren um 174,1 Prozent wuchs, legten auch die Importe um 8,4 Prozent zu. Der Bedarf der Futter- und Lebensmittelwirtschaft übersteigt die nationale Produktionskapazität weiterhin deutlich.

Deutschland wächst schneller als die EU, aber von kleiner Basis

Prozentual expandierte der Sojaanbau in Deutschland wesentlich schneller als in der Europäischen Union insgesamt. Laut von Destatis angeführten Eurostat-Daten wurden 2025 EU-weit 1,0 Millionen Hektar mit Soja bestellt. Das waren 22,1 Prozent mehr als die 831.200 Hektar im Jahr 2016.

Die Sojaernte der EU stieg von 2,5 Millionen Tonnen im Jahr 2016 auf rund 2,8 Millionen Tonnen im Jahr 2025, ein Zuwachs von 9,9 Prozent. Destatis zufolge führten schwankende Erträge dazu, dass die Ernten in einzelnen Zwischenjahren, darunter 2018 und 2024, höher ausfielen. Dass die Erntemenge langsamer als die Fläche wuchs, verdeutlicht den Einfluss jährlicher Ertragsschwankungen auf das verfügbare Angebot.

Italien war 2025 mit 297.800 Hektar und einer Ernte von 1,1 Millionen Tonnen der größte Sojaproduzent der EU. Frankreich folgte mit 150.200 Hektar und 391.900 Tonnen. Zusammen entfielen auf beide Länder 44,1 Prozent der EU-Anbaufläche und 53,5 Prozent der Ernte.

Deutschland blieb trotz seines schnellen Wachstums ein vergleichsweise kleiner EU-Produzent. Im Jahr 2025 stellte das Land 4,3 Prozent der Sojafläche und 4,7 Prozent der Ernte des Staatenverbunds. Für Marktteilnehmer werden zwei parallele Entwicklungen sichtbar: Der heimische Anbau wächst schnell, vor allem im Süden Deutschlands, doch der deutsche Sojamarkt bleibt überwiegend auf importierte Rohware angewiesen.

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