Deoleo prognostiziert eine „neue Ära“ für den Olivenölmarkt bei stabileren Preisen
Deoleo, weltgrößter Olivenölproduzent, sagte CNBC, die Preiskrise von 2022 bis 2024 sei vorbei, da der Regen das Angebot wiederherstelle. Spanisches natives Öl extra fiel von 9,30 auf 3,90 Euro je Kilogramm, während italienisches rund 50% teurer bleibt.
Deoleo erklärt die Preiskrise beim Olivenöl für beendet
Der spanische Konzern Deoleo — weltgrößter Olivenölproduzent und Eigentümer von Marken wie Bertolli, Carapelli, Sasso, San Giorgio und Carbonell — hat gegenüber CNBC erklärt, dass die extreme Preisvolatilität der vergangenen Jahre zu Ende geht. In einer von money.it wiedergegebenen E-Mail an den US-Sender sagte Vorstandschef Valdés, der schwierige Marktzyklus von 2022 bis 2024 liege „endgültig hinter uns“, und die Branche bewege sich auf ein stabileres Angebot und stabilere Preise zu.
Der Regen kehrt zurück, das Angebot gleicht sich aus
Valdés führte den Optimismus des Konzerns auf die Rückkehr der Niederschläge in den wichtigsten Erzeugerländern einschließlich Spaniens zurück, wodurch das globale Angebot robuster und ausgewogener geworden sei. Die Jahre 2022 bis 2024 bezeichnete er als eine der schwierigsten Phasen der Branchengeschichte: schwere Dürre und extreme Hitzewellen in Südeuropa vernichteten einen Großteil der Olivenernte und trieben die Preise stark nach oben.
Die Preisdaten bestätigen das. Nach den von money.it zitierten Wochenzahlen der Europäischen Kommission wurde natives Olivenöl extra in Spanien zuletzt zu 3,90 Euro je Kilogramm (rund 4,47 US-Dollar) gehandelt und setzte damit den stetigen Rückgang seit Jahresbeginn fort. Zum Vergleich: Im Januar 2024 erreichte der Großhandelspreis mit 9,30 Euro je Kilogramm einen Rekordwert, als die Dürre auf der Iberischen Halbinsel die Weltproduktion halbierte und die Kosten in ganz Europa in die Höhe trieb.
„Diese Stabilisierung des Angebots sorgt für mehr Planbarkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette und erlaubt uns, ein stabileres Preisumfeld zu prognostizieren“, sagte Valdés und ergänzte, niedrigere und gleichmäßigere Preise stützten weltweit die Erholung der Nachfrage der Haushalte.
Nachfrage in den USA und Verpackungsinnovation
Besonders hob der Vorstandschef die USA als zentralen Wachstumsmarkt hervor. Die sinkenden Preise haben immer mehr amerikanische Verbraucher aller Einkommensschichten dazu gebracht, Olivenöl in ihre tägliche Ernährung aufzunehmen — ein Grundpfeiler der mediterranen Küche, der für viele lange zu teuer war. Deoleo führte den Nachfrageanstieg auch auf ein neu gestaltetes Verpackungsdesign zurück und betonte, dass verbraucherorientierte Innovation der Schlüssel zum Ausbau des US-Marktanteils sei.
Der wichtigste Markttreiber sei derzeit an moderne Kochgewohnheiten angepasste Innovation, so Valdés, vor allem bei jüngeren und erstmaligen Käufern. Er verwies auf das Wachstum „funktionaler“ Verpackungen mit hoher Wertschöpfung und merkte an, dass Squeeze-Flaschen bereits 40% des gesamten Kategoriewachstums in den USA ausmachten. Als Beispiel nannte er den Erfolg der Bertolli-Flasche „Dress and Drizz“.
Italien bleibt teurer als Spanien
Auch in Italien sind die Preise gesunken, wenn auch weniger stark. Kostete natives Olivenöl extra aus 100% italienischer Erzeugung Ende 2024 bis Anfang 2025 noch stabil über 9,00 bis 9,50 Euro je Kilogramm, so fiel der Landesdurchschnitt laut money.it im ersten Halbjahr 2026 je nach Handelsplatz auf 5,70 bis 6,50 Euro je Kilogramm — ein Rückgang von 30 bis 40% im Jahresvergleich.
Dennoch kostet italienisches natives Olivenöl extra weiterhin rund 50% mehr als spanisches. Die Lücke spiegelt Spaniens kräftige Erholung der Produktionsmengen wider, während Italien mit knapperem heimischem Angebot, höheren Agrarkosten und dem hohen kommerziellen Wert des Labels „Made in Italy“ zu tun hat.
Analysten bleiben vorsichtiger als das Unternehmen. Sorgen bereiten weiterhin die starken Schwankungen des globalen Angebots von Saison zu Saison, getrieben von Klimawandel, Wasserknappheit sowie dem Druck durch Schädlinge und Krankheiten — Faktoren, die die von Deoleo prognostizierte Stabilität noch erschüttern könnten.