CPTPP-Lieferanten beantragen breiteren Zugang zu Südkoreas Agrarmarkt
Alle 12 CPTPP-Mitglieder durchlaufen in Südkorea Quarantäneverfahren für Agrar- und Tierprodukte; insgesamt sind 70 Einfuhrprüfungen anhängig. Dazu gehören Äpfel und Birnen, die Südkorea bislang nie importiert hat, während heimische Landwirte bei einem möglichen CPTPP-Beitritt eine schnellere Marktöffnung befürchten.
Alle 12 Mitglieder sind im Prüfverfahren vertreten
Lieferanten aus allen 12 Mitgliedstaaten der Umfassenden und Fortschrittlichen Transpazifischen Partnerschaft streben über Südkoreas Einfuhrquarantäne Zugang zum dortigen Markt für Agrar- und Tierprodukte an. Insgesamt laufen 70 Quarantäneprüfungen. Das zeigt das breite Interesse der CPTPP-Produzenten an einem Markt, auf dem gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Vorgaben den Zugang bestimmter Waren begrenzt haben.
Die Verfahren umfassen Anträge aus jedem derzeitigen Mitgliedstaat des Handelsblocks. Aus dem vorliegenden Material geht weder hervor, wie viele Anträge auf einzelne Länder entfallen, noch welche Produkte in allen Fällen betroffen sind oder wann einzelne Bewertungen abgeschlossen werden. Der Umfang zeigt jedoch, dass der mögliche Marktzugang nicht nur eine Ware oder einen bilateralen Lieferanten betrifft, sondern die gesamte CPTPP-Mitgliedschaft.
Äpfel und Birnen stellen langjährige Hürden auf die Probe
Zu den geprüften Produkten gehören Äpfel und Birnen, die Südkorea bislang nie importiert hat. Damit ist das Verfahren für koreanische Obstbauern besonders sensibel. Frischwaren können selbst nach einer Zollsenkung vom Markt ausgeschlossen bleiben, weil der Zugang von gesonderten Bewertungen zu Schädlingen, Krankheiten und den erforderlichen Maßnahmen zur Risikokontrolle abhängt.
Eine Quarantäneprüfung bedeutet noch keine Einfuhrgenehmigung. Jeder Antrag muss die maßgeblichen Verfahren durchlaufen, bevor kommerzielle Lieferungen beginnen können. Die verfügbaren Angaben belegen nicht, dass einer der 70 Fälle endgültig genehmigt wurde. Die Prüfungen schaffen jedoch einen formellen Zugangsweg für ausländische Anbieter, auch bei bislang ausgeschlossenen Produkten.
Beitrittsdebatte schürt Sorgen um das Tempo
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten die Prüfungen durch einen möglichen Beitritt Südkoreas zum CPTPP. Einheimische Agrarverbände befürchten, dass ein Beitritt bestehende Quarantänehürden abschwächen oder Einfuhrgenehmigungen vorziehen könnte. Dabei geht es nicht nur um Zollzugeständnisse: Schnellere gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Verfahren könnten unmittelbar kommerziell wirken, wenn neue Anbieter und Produkte in den Markt gelangen.
Für koreanische Produzenten ist entscheidend, welche der 70 Anträge vorankommen, welche Auflagen zur Risikokontrolle gelten und ob Genehmigungen mit künftigen handelspolitischen Verpflichtungen zusammenfallen. Am deutlichsten sind Äpfel- und Birnenerzeuger betroffen, weil für diese Importprodukte keine bisherige Marktpräsenz besteht. Importeure und ausländische Exporteure könnten dagegen neue Beschaffungs- und Absatzmöglichkeiten erhalten, wenn die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen werden.
Der Ausgang bleibt offen. Das verfügbare Material belegt weder eine Genehmigung der bislang ausgeschlossenen Früchte noch eine Zusage Südkoreas, eine konkrete Quarantänevorschrift zu lockern. Entscheidend ist zunächst die Größenordnung: Produkte aus allen 12 CPTPP-Staaten befinden sich im Verfahren, und die 70 Fälle könnten zum wichtigen Test dafür werden, wie Südkorea Marktzugang, biologische Sicherheit und den Schutz des heimischen Agrarsektors austariert.