Côte d’Ivoires Kakaoprojekt PROMIRE geht in die Schlussphase
Côte d’Ivoire führt PROMIRE nach der Verlängerung bis Mai 2027 und der Auszahlung der letzten beiden Finanzierungstranchen in die Schlussphase. Das Projekt hat mehr als 1.260 Hektar degradierte Flächen wiederhergestellt und über 3.527 Hektar Kakaoparzellen in nachhaltige Agroforstsysteme umgewandelt.
Verlängerung gibt PROMIRE Zeit bis Mai 2027
Côte d’Ivoire führt sein Kakao- und Waldrestaurierungsprojekt PROMIRE in die letzte Umsetzungsphase. Die Laufzeit wurde bis Mai 2027 verlängert. Der Lenkungsausschuss hielt am 8. September in Riviera 4 in Abidjan seine erste satzungsmäßige Sitzung des Jahres 2026 ab. Beteiligt waren staatliche Stellen, Agrarorganisationen, regionale Behörden, die Zivilgesellschaft und Vertreter der Privatwirtschaft.
AllAfrica zufolge nahmen das Ministerium für Umwelt und ökologischen Wandel, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, Sodefor, Anader, Afor sowie der Kaffee- und Kakaorat teil. Hinzu kamen Vertreter aus La Mé, Agnéby-Tiassa und Sud-Comoé sowie die World Cocoa Foundation und Spib. Die drei Regionen bilden die Schwerpunktgebiete, weil die Ausweitung des Kakaoanbaus dort erheblich zur Entwaldung beigetragen hat.
Mehr als 3.527 Hektar umgestellt
PROMIRE steht für die Förderung einer entwaldungsfreien Kakaoproduktion zur Verringerung der Emissionen in Côte d’Ivoire und wird vom Grünen Klimafonds finanziert. Das Projekt verbindet den Ausbau der Agroforstwirtschaft, entwaldungsfreie Anbaumethoden und eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen. Damit sollen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kakaosektors erhalten und zugleich Waldökosysteme geschützt werden.
Youssouf Diarra, Vorsitzender des Lenkungsausschusses und Kabinettschef im Umweltministerium, erklärte, dass nach den konsolidierten Projektdaten mehr als 1.260 Hektar degradierte Flächen wiederhergestellt wurden. Mehr als 3.527 Hektar geschädigte Kakaoparzellen seien offiziell in nachhaltige Agroforstsysteme umgewandelt worden. In den Zielregionen erreiche das Projekt inzwischen direkt über 5.700 landwirtschaftliche Kleinproduzenten.
Das Programm ist Teil der Beteiligung Côte d’Ivoires am internationalen REDD+-Mechanismus, dem sich das Land im Juni 2011 anschloss. Bis 2030 soll der Waldanteil wieder 20% der Landesfläche erreichen. Für den Kakaosektor überträgt das Projekt dieses nationale Ziel auf die Betriebe, wo Baumbestand, Flächensanierung und Anbaumethoden darüber entscheiden, ob Kakao als entwaldungsfrei ausgewiesen werden kann.
Letzte zwei Finanzierungstranchen ausgezahlt
Der Projektfahrplan wurde im Dezember 2025 mit Blick auf eine Verlängerung durch den Grünen Klimafonds festgelegt. Ursprünglich sollte PROMIRE am 18. Februar 2026 enden. Die Verlängerung bis Mai 2027 ist inzwischen genehmigt und mit der Auszahlung der letzten beiden Finanzierungstranchen verbunden. Den durchführenden Stellen stehen damit zusätzliche Zeit und Mittel für die noch ausstehenden Arbeiten zur Verfügung.
Eine gemeinsame Delegation des Umweltministeriums, des Grünen Klimafonds und der FAO besuchte im April 2026 Projektstandorte in La Mé. Nach Angaben der FAO stellte die Mission greifbare Ergebnisse sowie Unterstützung durch Produzenten und weitere Begünstigte fest. Diese Beteiligung ist in der Schlussphase entscheidend, weil Landwirte und lokale Institutionen die sanierten Flächen auch nach dem Ende der Projektfinanzierung weiter bewirtschaften müssen.
Die letzte Umsetzungsphase wird zeigen, ob sich die Ergebnisse in den drei Regionen festigen und auf weitere Teile der ivorischen Kakaobranche übertragen lassen. Erklärtes Ziel ist es, entwaldungsfreien Kakao von einer regionalen Ausnahme zu einem nationalen Standard zu machen. Für Produzenten und Käufer hängt der praktische Nutzen davon ab, ob die sanierten Flächen erhalten, die Umstellungen auf Betriebsebene dokumentiert und die eingeführten Methoden über Mai 2027 hinaus fortgeführt werden.