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Chinesische Automarken erreichen fast 20 % des spanischen Privatkundenmarkts

Spanische Haushalte kauften von Januar bis Juli 2026 mehr als 65.000 Pkw und Geländewagen chinesischer Marken. Damit nähert sich deren Anteil im Privatkundengeschäft 20 %, während Hersteller und Batterieunternehmen lokale Produktionsprojekte vorbereiten.

Chinesische Automarken erreichen fast 20 % des spanischen Privatkundenmarkts

Privatkundengeschäft wächst besonders schnell

Automarken unter Kontrolle chinesischer Konzerne verkauften in Spanien im ersten Halbjahr 2026 rund 94.000 Fahrzeuge und erreichten damit laut LNE einen Anteil von 12,3 % am Gesamtmarkt. Im Privatkundengeschäft ist ihre Position deutlich stärker. Von Januar bis Juli kauften spanische Haushalte etwas mehr als 65.000 Pkw und Geländewagen chinesischer Marken bei insgesamt 327.457 Fahrzeugen. Ihr Anteil näherte sich damit 20 %.

Mehr als 30 chinesisch kontrollierte Marken sind inzwischen in Spanien aktiv, doch fünf Namen tragen den größten Teil des Wachstums. BYD kam bis Juli im Privatkundengeschäft auf 15.037 Verkäufe, MG auf 14.906, Ebro auf 10.546, Omoda auf 10.342 und Jaecoo auf 5.539. Damit lagen sie in diesem Vertriebskanal vor mehreren etablierten Herstellern, darunter Peugeot, Nissan, Audi, Citroën, Mercedes-Benz, Ford, Opel und Volvo.

Der Zuwachs beruht nicht allein auf niedrigen Preisen. Die neuen Anbieter verbinden Elektrifizierung, Konnektivität, Technologie und umfangreiche Ausstattung mit wettbewerbsfähigen Kosten, offensiven Verkaufsstrategien und einem schnellen Ausbau ihrer Händlernetze. Mehr als 600 spanische Autohäuser führen bereits Marken chinesischen Ursprungs. Der Händlerverband Faconauto verweist auf eine Prognose von JPMorgan, wonach chinesische Hersteller 2028 etwa 20 % des westeuropäischen Markts erreichen könnten.

Hersteller setzen auf lokale Fertigung

Die nächste Phase ist industriell geprägt. Ebro produziert in Barcelona gemeinsam mit Chery im ehemaligen Nissan-Werk. Leapmotor plant eine Fertigung in Stellantis-Anlagen in Galicien, Zaragoza und Madrid. Der MG-Eigentümer SAIC hat ein Montagewerk in Ferrol und einen komponentenbezogenen Standort in Galicien angekündigt. BAIC beteiligt sich an der Wiederbelebung von Santana in Linares. Eine Vereinbarung zwischen Ford und Geely soll zudem die Produktion von Fahrzeugen beider Unternehmen nach Almussafes in Valencia bringen.

Batterieinvestitionen könnten die industrielle Basis über die Fahrzeugmontage hinaus erweitern. Zu den Projekten zählen CATL mit Stellantis in Figueruelas, Gotion in Valladolid, Hithium in Navarra und Envision in Navalmoral de la Mata. Als zweitgrößter Automobilproduzent Europas verfügt Spanien über ein spezialisiertes Zuliefernetz, exportorientierte Logistik und wachsende Kapazitäten bei erneuerbaren Energien. Das stärkt die Position des Landes als Produktionsplattform für den europäischen Markt. Öffentliche Unterstützung bietet zudem der Plan Spain Auto 2030.

Zulieferer und Kundendienst werden entscheidend

Der spanische Zulieferverband Sernauto fordert, dass neue Werke schrittweise lokale Lieferketten aufbauen und dadurch mehr Komponentenfertigung, Entwicklungsarbeit, qualifizierte Beschäftigung und Investitionen schaffen. Lokale Produktion kann auch das Vertrauen der Verbraucher stärken. Faconauto warnt jedoch, dass Fabriken allein keine dauerhafte Marktposition sichern. Die Marken benötigen Vertriebs- und Servicenetze, Ersatzteile, Garantien, technische Schulungen, Diagnosegeräte und Reparaturkapazitäten für die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge.

Der Wettbewerb bei Produkten, Preisen und Technologie hat sich verschärft, ohne die durchschnittliche Rentabilität der Händler bislang zu beeinträchtigen. Sie erreichte laut Faconauto im ersten Quartal 2026 1,30 %, nach 1,19 % im Vorjahreszeitraum. Der Anteil der defizitären Betriebe sank von 32,7 % auf 27,9 %. Faconauto und Sernauto verlangen ausgewogene Regeln, langfristige Investitionen, die Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern und Industrieprojekte, die Wertschöpfung übertragen und Spaniens technologische Fähigkeiten stärken.

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