China verbietet Geflügelimporte aus Chile nach Vogelgrippe-Ausbruch
China hat nach neuen Vogelgrippefällen ein sofortiges Verbot aller Geflügel- und Folgeprodukte aus Chile verhängt, berichten Reuters und BioBioChile. 2022 entfielen auf China 15% der chilenischen Geflügelexporte, rund 29.000 Tonnen — der drittgrößte Markt.
Sofortiges Verbot für sämtliches chilenisches Geflügel
Die chinesische Zollbehörde hat ein sofortiges Verbot aller Importe von Geflügel und Folgeprodukten aus Chile verfügt und verweist auf neue Vogelgrippefälle in dem südamerikanischen Land. Über die Maßnahme berichteten Reuters und BioBioChile; Peking will damit seine Viehwirtschaft schützen und die Biosicherheitsstandards wahren.
Die chinesische Verwaltung war eindeutig: Jede Geflügelsendung aus Chile, die illegal einzuführen versucht wird, wird von den Grenzbehörden beschlagnahmt und vernichtet. Das Verbot gilt für Geflügelfleisch und alle damit verbundenen Erzeugnisse.
Ein Schlüsselmarkt fällt für chilenische Exporteure weg
China ist ein entscheidendes Ziel für Chiles Geflügelsektor. 2022 entfielen auf das Land 15% der chilenischen Geflügelexporte bei einem Volumen von nahezu 29.000 Tonnen, wie BioBioChile unter Berufung auf Reuters berichtet. Vor diesen Störungen war das asiatische Land der drittwichtigste Markt für chilenische Geflügelproduzenten.
Für Exporteure bedeutet der Stopp den kurzfristigen Verlust eines großen Abnehmers und zwingt dazu, Mengen auf andere Ziele oder den Binnenmarkt umzulenken. Für Importeure in China verknappt das Verbot das verfügbare Angebot aus einer bislang verlässlichen Quelle und verlagert die Beschaffung auf alternative Länder.
Breiterer Biosicherheitsdruck in China
Die Entscheidung fällt, während China seine Gesundheitskontrollen generell verschärft. Laut BioBioChile kämpft das Land zudem mit einem lokalen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in seiner nordwestlichen Region und meldete Fälle bei mehr als 200 Rindern, was die Seuchenüberwachung in höchste Alarmbereitschaft versetzt hat.
Die Vogelgrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die sowohl Haus- als auch Wildvögel befällt, seltener Säugetiere und Menschen. Die Viren werden nach zwei Oberflächenproteinen in Subtypen unterteilt — Hämagglutinin (H1 bis H18) und Neuraminidase (N1 bis N9) — mit Kombinationen wie H5N1, H5N3 und H5N8, und sie entwickeln sich rasch weiter.
Chile verstärkt Maßnahmen in den Betrieben
In Chile rief Landwirtschaftsminister Jaime Campos angesichts der in einigen Regionen registrierten Vogelgrippeausbrüche die Geflügelhalter dringend dazu auf, die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Ställen zu verstärken, insbesondere den Kontakt mit Wildvögeln zu vermeiden, die das Virus tragen können. Die Behörden bekräftigten, jeden Verdacht auf Ansteckung sofort dem Agrar- und Viehdienst (SAG) zu melden.
Warnzeichen sind Appetitlosigkeit, Koordinationsstörungen, gesträubtes Gefieder, Atemnot mit Nasenausfluss, Durchfall, verringerte Legeleistung mit weichen oder verformten Schalen, Kopfschwellung, bläuliche Färbung von Kamm, Kehllappen oder Beinen, Entkräftung oder Tod. Die Früherkennung sei entscheidend, um exotische Krankheiten wie die Vogelgrippe einzudämmen, deren Risiko in dieser Saison durch den Vogelzug steige.