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Branchenverband: China könnte ein Drittel von Russlands Kaviarmarkt beliefern

Chinesische Lieferungen könnten rund ein Drittel des in Russland verkauften schwarzen Kaviars ausmachen, sagt der russische Störzüchterverband. Die Branchenaussage lenkt den Blick auf Herkunftskennzeichnung und Kostendruck, während die russische Produktion steigt und der Absatz sinkt.

Branchenverband: China könnte ein Drittel von Russlands Kaviarmarkt beliefern

Verband schätzt Importanteil auf rund ein Drittel

Chinesischer schwarzer Kaviar könnte etwa ein Drittel des in Russland verkauften Angebots stellen, sagte Alexander Novikov, Präsident des russischen Störzüchterverbands, gegenüber URA.ru; Life.ru berichtete über die Äußerungen. Novikov erklärte zudem, ein Teil der Importware könne Verbrauchern als russisches Produkt angeboten werden. Der Bericht nennt jedoch weder Unternehmen und Liefermengen noch nachgewiesene Fälle einer falschen Kennzeichnung.

Der Vorwurf ist für den Markt relevant, weil die Herkunft ein wesentlicher Bestandteil der Positionierung von schwarzem Kaviar ist. Einheimische Anbieter konkurrieren mit der Herkunft aus russischen Zuchtbetrieben, ihren Produktionsstandards und der Produktqualität. Gelangt Importware unter russischer Identität in dasselbe Einzelhandelssegment, entsteht Preisdruck, ohne dass Käufer den tatsächlichen Ursprung unbedingt erkennen können.

Aus der Quelle geht nicht hervor, ob sich der geschätzte chinesische Anteil ausschließlich auf offiziell deklarierte Importe bezieht oder auch auf Ware, die nach Novikovs Einschätzung in Russland umetikettiert wird. Die Zahl ist deshalb eine Branchenschätzung und keine vollständige Marktbilanz. Ein Anteil von rund einem Drittel würde chinesische Lieferungen dennoch zu einem wichtigen Faktor für Verarbeiter, Händler und Einzelhändler machen.

Futterkosten vergrößern den Preisabstand

Novikov führte den niedrigeren Preis chinesischen Kaviars teilweise auf Unterschiede beim Störfutter zurück. Russische Betriebe dürften keine gentechnisch veränderten Produkte im Störfutter verwenden und seien deshalb auf teurere Bestandteile angewiesen. Chinesische Produzenten könnten seiner Darstellung zufolge gentechnisch verändertes Sojaschrot einsetzen und damit ihre Futterkosten senken.

Russische Zuchten verwenden außerdem hochwertiges, für Störe bestimmtes Fischmehl, dessen Preis kontinuierlich steigt, sagte Novikov. Chinesische Betriebe könnten einen Teil dieser Kosten durch günstigeres Fleischknochenmehl und Erzeugnisse aus verarbeiteten Geflügelfedern vermeiden. Der Preisunterschied gegenüber Fischmehl könne das Dreifache erreichen.

Einige chinesische Betriebe könnten außerdem natürliches Fischöl durch günstigere Alternativen wie Rapsöl ersetzen; einzelne Produzenten verwendeten verarbeitete Lebensmittelabfälle, sagte Novikov. Diese Angaben sollen den Kostenunterschied erklären. Der Bericht enthält weder Stellungnahmen chinesischer Produzenten noch unabhängige Vergleiche von Futterrezepturen, Produktqualität oder Einhaltung der Lebensmittelsicherheit.

Produktion wächst, während der Absatz nachgibt

Von Life.ru zitierte amtliche Daten zeigen, dass Russland 2025 insgesamt 69,4 Tonnen schwarzen Kaviar produzierte. Das waren 9 % mehr als im Vorjahr. Trotz höherer Betriebsmittelkosten und Konkurrenz durch Importe bringt die russische Aquakultur damit mehr Ware auf den Markt.

Die Nachfrage entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Im ersten Halbjahr kauften russische Verbraucher dem Bericht zufolge 20 % weniger schwarzen Kaviar. Die Quelle erläutert nicht, ob der Rückgang nach Absatzmenge oder anhand einer anderen Verkaufskennzahl berechnet wurde. Ohne zusätzliche Daten lässt sich daraus daher keine Marktgröße ableiten.

Novikov brachte den schwächeren Absatz teilweise mit der Sorge in Verbindung, dass importierter Kaviar als russisch verkauft werde und das Vertrauen der Käufer leide. Eine klarere Herkunftskennzeichnung und Rückverfolgbarkeit würde bei heimischen Störzüchtern Unterschiede bei Standards und Kosten sichtbarer machen. Für Importeure und Händler könnte eine strengere Dokumentenprüfung wichtiger werden, wenn Behörden oder Kunden belastbarere Herkunftsnachweise verlangen.

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