Apfelernte in Cheongsong erreicht 71.000 Tonnen – Smart Farming gleicht Klimaverluste aus
Der südkoreanische Landkreis Cheongsong hat mit 4.603 Betrieben auf 3.360 Hektar 71.000 Tonnen Äpfel geerntet und damit 337,25 Milliarden Won Bruttoerlös erzielt. Für die laufende Saison werden 80.000 Tonnen erwartet, bei Durchschnittspreisen oberhalb der zuvor erzielten 4.750 Won je Kilogramm.
Der Landkreis Cheongsong in der Provinz Nord-Gyeongsang hat das beste Apfeljahr seiner Geschichte verbucht: 4.603 Betriebe auf 3.360 Hektar erzeugten 71.000 Tonnen und einen Bruttoerlös von 337,25 Milliarden Won. Das berichtet das Portal Straight News unter Berufung auf Kennzahlen des Landkreises auf Basis 2025. Zugleich kämpfen Obstbaubetriebe in ganz Südkorea mit mangelhafter Ausfärbung und stark rückläufigen Erntemengen infolge von Erwärmung und Wetterextremen.
Menge, Preis und Betriebswirtschaft
Der Erlös entspricht einem Durchschnitt von 4.750 Won je Kilogramm – dem Preisniveau, das der Landkreis für das Vorjahr nennt. Aus denselben Daten ergeben sich ein Ertrag von rund 21 Tonnen je Hektar und eine durchschnittliche Betriebsgröße von etwa 0,73 Hektar, also rund 73 Millionen Won Bruttoerlös je Betrieb. Die Apfelwirtschaft in Cheongsong beruht damit auf kleinen Flächen, die über den Preis und nicht über die Skalierung rentabel werden.
Für das laufende Jahr erwartet der Landkreis eine Gesamternte von 80.000 Tonnen, ein Plus von knapp 13 Prozent, bei weiter verbesserter Qualität und Durchschnittspreisen oberhalb der Marke von 4.750 Won. Beim Vorjahrespreis entspräche eine Menge von 80.000 Tonnen einem Bruttoerlös von rund 380 Milliarden Won.
Ein zeitlich gestaffeltes Sortenportfolio
Statt auf eine einzelne Sorte zu setzen, hat Cheongsong laut Straight News ein nach Erntezeitpunkt und Käufergruppe gestaffeltes Sortiment aufgebaut.
- Die tragende Sorte Cheongsong-Fuji wächst oberhalb von 250 Metern, wo hohe Sonneneinstrahlung und Tag-Nacht-Unterschiede von mehr als 13 Grad Celsius den Zuckergehalt über 14 bis 15 Grad Brix treiben.
- Die gelbe, mit Schale essbare Sorte Shinano Gold verbindet Süße und Säure, findet Nachfrage bei jüngeren Verbrauchern und dominiert das Premium-Geschenksegment.
- Hongro deckt das Sommerfenster ab, während neuere heimische Sorten auch in Hitzeperioden Ausfärbung und Aroma halten.
Shinano Gold senkt zudem den Arbeitsaufwand unmittelbar: Entblättern und das Auslegen von Reflexionsfolien zur Förderung der Ausfärbung entfallen weitgehend, weshalb die Sorte bei den Betrieben beliebt ist. In Summe trägt der Sortenmix durchgehende Premiumlieferungen von Ende August bis zum Frühjahr des Folgejahres.
Anlagenbau gegen Wetterrisiken
Gegen Frostschäden durch außergewöhnliche Kälte im Frühjahr, lokale Starkregen im Sommer und häufigen Hagel führte der Landkreis als Vorreiter katastrophenfeste Apfelanlagen unter Folie ein, die Feinsprühsysteme mit Wind- und Vogelschutznetzen kombinieren. Parallel wurden mehrachsige Flachanlagen als smarte Dichtpflanzung rasch verbreitet: Das Baumgerüst wird in die Fläche gezogen, um Lichtdurchlässigkeit zu maximieren und Mechanisierung zu ermöglichen. Straight News berichtet von über 30 Prozent Arbeitsersparnis bei deutlich höherem Anteil an Ware der ersten Güteklasse.
Festival und der Engpass in der Sortierung
Höhepunkt der Saison ist das Apfelfestival von Cheongsong, das vom 4. bis 8. November fünf Tage lang rund um den Felsen Hyeonbiam am Fluss Yongjeoncheon in Cheongsong-eup stattfindet – mit Direktverkauf frisch geernteter Fuji und Shinano Gold, einem Sortenpavillon, einem Wettbewerb für Verarbeitungsprodukte und Familienprogrammen.
Landrätin Yoon Kyung-hee erklärte, die Anerkennung des Cheongsong-Apfels mit 4.750 Won je Kilogramm und der Erlös von 337,2 Milliarden Won seien dem Engagement jener Landwirte zu verdanken, die Sortendifferenzierung und smarte Anbautechnik mitgetragen hätten; die Markenreputation werde weiter verteidigt. Von Straight News zitierte Branchenvertreter nannten zwei Bedingungen für eine dauerhafte Entwicklung: einen deutlichen Ausbau smarter Erzeugerzentren für Sortierung und Vermarktung, die den Honigkern der Fuji und das Zucker-Säure-Verhältnis der Shinano Gold verlässlich garantieren, sowie den Übergang von der rein äußerlichen Sortierung zu datenbasierten Zusicherungen von Geschmack und Frische. Gefordert wurden außerdem ein strikt geführtes Qualitätssiegel des Landkreises samt Herkunftsrückverfolgung und die Verstetigung exklusiver Liefervereinbarungen mit Kaufhäusern und großen Handelsketten.