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Bursas Kirschexporteure erwarten 2026 bessere Verkäufe nach früherem Saisonende in Europa

Die türkische Kirschbranche erwartet 2026 höhere Erträge, bessere Qualität und günstigere Preise, nachdem Frost im Vorjahr die Ernte reduziert hatte. Europa bleibt der wichtigste Markt, während die Türkei an einer Wiederaufnahme der Ausfuhren nach China arbeitet.

Bursas Kirschexporteure erwarten 2026 bessere Verkäufe nach früherem Saisonende in Europa

Ernte erholt sich vom Frost des Vorjahres

Türkische Kirschexporteure erwarten eine stärkere zweite Hälfte der Saison 2026, weil höhere heimische Erträge mit einem früheren Produktionsende in mehreren europäischen Ländern zusammenfallen. Hamdi Taner, Vorsitzender des Verbands der Uludağ-Exporteure für frisches Obst und Gemüse, berichtete von reichlichen, hochwertigen Ernten bei mehreren Obstarten und rechnet mit steigenden Kirschausfuhren.

Im Vorjahr verursachte landwirtschaftlicher Frost in der gesamten Türkei erhebliche Ernteverluste bei Kirschen und anderem Obst. Die verfügbaren Mengen waren knapp und die Preise hoch. Taner erklärte gegenüber Anadolu Agency, dass sich die Lage dieses Jahr umgekehrt habe: Der Winter habe den Bäumen eine Ruhephase ermöglicht, die Bienen seien während der Bestäubung aktiv gewesen und der Regen habe den Erzeugern deutliche Vorteile gebracht. Die Erträge seien produktübergreifend hoch und die Qualität der Kirschen sehr gut. In Teilen von Çukurova und der Ägäis traten Pilzkrankheiten auf, doch Wetter und Temperaturen entwickelten sich zum Zeitpunkt seiner Einschätzung günstig.

Europas Hitze verändert das Verkaufsfenster

Das größere Angebot hat türkisches Obst gegenüber dem Vorjahr verbilligt, zugleich aber den Druck auf die Exporteure erhöht. Auch Europa verzeichnete reichliche Mengen an Kirschen und anderem Obst, besonders in Griechenland, Spanien, Italien, Deutschland und Österreich. Da europäische Länder die wichtigsten höherpreisigen Absatzmärkte der Türkei sind, hatten Exporteure laut Taner im Juni Schwierigkeiten bei der Preisgestaltung. Nach dem Ende der frühen Phase der Kirschsaison begann sich die Situation im Juli zu verändern.

Extreme Hitze beschleunigte die Reifung in wichtigen Erzeugerländern wie Spanien, Italien und Frankreich. Taner erwartet, dass deren Kirschkampagnen 1-2 Wochen früher als üblich enden. Damit könnte sich in der zweiten Saisonhälfte ein günstigeres Verkaufsfenster für die Türkei öffnen. Nach seiner Einschätzung müssen auch die niedrigen türkischen Erzeugerpreise steigen. Das große europäische Angebot hielt die Marktpreise auf einem moderaten Niveau, sodass sich die Einkommen der Produzenten trotz der besseren türkischen Ernte bislang nur begrenzt erholten.

Russland gewinnt an Bedeutung, Gespräche mit China kommen voran

Europa bleibt der wichtigste Markt für türkische Kirschen. Deutschland, das Vereinigte Königreich und die Niederlande zählen zu den führenden Zielen; Italien trat im Juli als Käufer auf, und erhebliche Mengen gingen nach Österreich und Polen. Russland gewann in dieser Saison an Bedeutung. Eine geringere Produktion in Usbekistan führte ebenfalls dazu, dass mehr Ware aus der Türkei geliefert wurde.

Die Exporteure streben außerdem einen erneuten Zugang zu China an. Vertreter chinesischer Ministerien besuchten die Türkei in den vergangenen Wochen, und die Behörden beider Länder arbeiten an Verfahren zur Wiederaufnahme des Kirschhandels. Die Türkei führte 2019-2020 Versuche durch, erreichte wegen Problemen mit Quarantäneauflagen jedoch nicht das gewünschte Ergebnis. Taner zufolge wurden die Methoden inzwischen geändert; neue Quarantäneverfahren könnten ermöglichen, Kirschen in einwandfreiem Zustand nach China zu bringen. Er erwartet eine Wiederaufnahme gegen Ende 2026 oder spätestens 2027.

Die Marktchance in China ist relevanter geworden, weil Zölle laut Taner die US-Kirschlieferungen dorthin einschränken. Für türkische Anbieter reicht der formale Marktzugang allerdings nicht aus. China ist ein weit entferntes Ziel für ein leicht verderbliches Produkt. Die Einhaltung der Quarantänevorgaben, eine verlässliche Kühlkette und die Transportplanung werden darüber entscheiden, ob die bessere Ernte in nachhaltige Verkäufe überführt werden kann.

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