Brasiliens Bierproduktion steigt 2025 um 2,5 Prozent, während die USA verlieren
Brasilien produzierte 2025 laut BarthHaas Bericht 2025/2026 insgesamt 15,11 Milliarden Liter Bier, 2,5 Prozent mehr als 2024. Das Wachstum stützte Südamerika und glich einen erheblichen Teil des US-Rückgangs von 5,2 Prozent aus, während brasilianische Regierungsdaten eine andere Entwicklung zeigen.
Brasilien produziert 368,5 Millionen Liter mehr
Die brasilianische Bierproduktion ist 2025 um 2,5 Prozent auf 15,11 Milliarden Liter gestiegen. Das geht aus dem von Guia da Cerveja zitierten BarthHaas Bericht 2025/2026 hervor. Brasilien behauptete damit weltweit Rang drei hinter China mit 35,36 Milliarden Litern und den USA mit 17,49 Milliarden Litern.
Gegenüber 2024, als 14,74 Milliarden Liter produziert wurden, kamen 368,5 Millionen Liter hinzu. Allein dieses Zusatzvolumen übertraf die gesamte Jahresproduktion Panamas von 340 Millionen Litern und Paraguays von 290 Millionen Litern.
Brasilien stellte mehr als 60 Prozent der südamerikanischen Gesamtproduktion von 24,7 Milliarden Litern her. Das Wachstum des Landes sicherte der Region ein Plus von 1,7 Prozent und begrenzte den Rückgang auf dem gesamten amerikanischen Kontinent auf 0,4 Prozent. Hauptbelastung waren die USA, deren Ausstoß um 5,2 Prozent beziehungsweise 960 Millionen Liter sank.
Brasilianische Quellen zeigen gegensätzliche Trends
Die BarthHaas-Schätzung liegt in absoluten Zahlen nahe bei den 15,68 Milliarden Litern, die das Bierjahrbuch 2026 des brasilianischen Ministeriums für Landwirtschaft und Viehzucht für denselben Zeitraum ausweist. Die Entwicklungsrichtungen widersprechen sich jedoch: BarthHaas meldet Wachstum, die Ministeriumsdaten dagegen einen Rückgang von rund 8 Prozent gegenüber 2024.
Die Abweichung beruht auf unterschiedlichen Methoden. Brasilianische Brauereien übermitteln dem Ministerium eigene jährliche Produktions- und Bestandsmeldungen. BarthHaas wertet mehrere Quellen und Marktbilanzen aus und verwendet eigene Schätzungen, wenn amtliche Zahlen voneinander abweichen oder fehlen. Beide Publikationen können historische Werte nachträglich korrigieren. Marktteilnehmer haben damit zwei Bezugsgrößen für Brasiliens Ergebnis 2025.
Weltproduktion stabilisiert sich, reife Märkte schrumpfen
Die weltweite Bierproduktion sank 2025 um 0,7 Prozent auf 189,5 Milliarden Liter. Die meisten Kontinente verzeichneten Rückgänge, Afrika legte jedoch um 2,6 Prozent zu, gestützt durch ein Wachstum von 2,7 Prozent in Südafrika. Ohne die USA stieg der Ausstoß auf dem amerikanischen Kontinent um 1,7 Prozent, was den Beitrag aufstrebender Produktionsmärkte verdeutlicht.
Europas Volumen ging um 1,6 Prozent zurück. Deutschland produzierte nach einem Rückgang von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erstmals weniger als 80 Millionen Hektoliter. China, die USA, Brasilien, Mexiko, Russland und Deutschland blieben auf den ersten sechs Rängen. Das Vereinigte Königreich überholte Südafrika und erreichte mit fast 3,89 Milliarden Litern Platz zehn. Die zehn größten Produktionsländer stellten zusammen 61,4 Prozent des weltweiten Volumens.
Brauer passen Portfolios und Hopfennachfrage an
Die 40 größten Brauereien der Welt verkauften 2025 zusammen 158,6 Milliarden Liter. AB InBev blieb mit 48,4 Milliarden Litern Marktführer, gefolgt von Heineken und China Resources Snow Breweries. Die russische JSC AB Inbev Efes stieg als eigenständiges Unternehmen auf Rang elf ein. Asahi baute seine Präsenz in Afrika durch den Erwerb des Diageo-Anteils an East African Breweries aus.
Der geringere Bierausstoß trifft auch landwirtschaftliche Zulieferer. Die weltweite Hopfenfläche sank um 5,5 Prozent und die Erntemenge um 3,8 Prozent, dennoch blieb das Angebot höher als die Nachfrage. BarthHaas bezifferte den Überschuss auf rund 1.200 Tonnen Alphasäure, entsprechend einer Überkapazität von 5.100 Hektar. Als Ursachen nennt der Bericht die schwächere Bierproduktion und den geringeren Hopfeneinsatz in Rezepturen. Gleichzeitig wuchs alkoholfreies Bier in den USA um 85 Prozent und in Irland um 150 Prozent. Für Brauer entsteht damit ein wachsendes Segment, während traditionelle Mengen nachgeben.