Brasiliens Zuckerrohrernte soll 2026/27 um 4,7 % auf 705,2 Millionen Tonnen steigen
Brasiliens Zuckerrohrernte wird 2026/27 auf 705,2 Millionen Tonnen geschätzt, 4,7 % mehr als im Vorjahr. Conab erwartet eine Rekordproduktion von Ethanol, während die Zuckererzeugung um 2,9 % sinken soll.
Besseres Wetter stützt die größere Ernte
Brasiliens Zuckerrohrernte wird für 2026/27 auf 705,2 Millionen Tonnen geschätzt, 4,7 % mehr als in der Vorsaison. Die von Tribuna do Paraná veröffentlichte Prognose stammt von der nationalen Versorgungsgesellschaft Conab. Das Wachstum könnte einen Teil der unter den ungünstigeren Bedingungen von 2025/26 verlorenen Menge ausgleichen und den brasilianischen Verarbeitern mehr Rohstoff für Zucker und Ethanol liefern.
Die Erntefläche soll um 1,1 % auf 9,1 Millionen Hektar wachsen, die durchschnittliche Flächenleistung um 3,6 %. Tribuna do Paraná bezifferte die Ertragsprognose auf 77,9 Kilogramm je Hektar. Conab führt die höhere Produktion auf die größere Fläche und günstiges Wetter zurück. Fabiano Vasconcellos, bei Conab für die Erntebeobachtung zuständig, erklärte, die Niederschläge hätten näher am Normalwert gelegen als im vorherigen Zyklus.
Der Südosten bleibt das Produktionszentrum
Auf den Südosten sollen 451,4 Millionen Tonnen und damit fast zwei Drittel der nationalen Ernte entfallen. Für den Mittelwesten werden 157 Millionen Tonnen erwartet, für den Nordosten 55,5 Millionen Tonnen. Der Süden soll 37,3 Millionen Tonnen und der Norden 4,1 Millionen Tonnen erzeugen.
Damit befindet sich der größte Teil der zusätzlichen Rohrmenge nahe der wichtigsten brasilianischen Verarbeitungskapazitäten. Eine größere Ernte führt jedoch nicht automatisch zu mehr Zucker. Die Werke können ihren Produktionsmix anhand der Zuckererlöse, der inländischen Kraftstoffnachfrage und der relativen Wirtschaftlichkeit von wasserhaltigem und wasserfreiem Ethanol anpassen.
Ethanol wächst, während die Zuckerproduktion fällt
Conab erwartet trotz der größeren Rohrernte einen Rückgang der Zuckerproduktion um 2,9 % auf 42,89 Millionen Tonnen. Der zusätzliche Agrarrohstoff soll somit nicht vorrangig in Zucker fließen. Brasilien behält zwar seine wichtige Position in der weltweiten Erzeugung, doch der Rückgang begrenzt das zusätzliche Angebot für den internationalen Markt.
Die gesamte Ethanolproduktion soll mit 41,88 Milliarden Litern einen Rekord erreichen. Zuckerrohrethanol dürfte um 9,7 % auf 29,98 Milliarden Liter und Maisethanol um 22,4 % auf 4,86 Milliarden Liter steigen. Insgesamt werden 15,24 Milliarden Liter wasserfreies und 26,64 Milliarden Liter wasserhaltiges Ethanol erwartet. Die Zahlen sprechen für eine stärker kraftstofforientierte Saison: Die Werke erhalten mehr Rohr, Maisethanol expandiert weiter, und Zuckerkäufer müssen trotz der hohen Rohrernte mit weniger brasilianischer Produktion rechnen.
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