Brasiliens Schweinefleischexporte steigen im Juli um 3,7%
Brasilien exportierte im Juli 2026 insgesamt 131.500 Tonnen Schweinefleisch, 3,7% mehr als im Vorjahr, während die Erlöse um 5,6% auf 298,3 Millionen $ sanken. Mato Grosso erzielte das stärkste Wachstum unter den Exportstaaten, die Philippinen blieben wichtigster Absatzmarkt.
Mehr Menge, aber niedrigere Monatserlöse
Brasilien exportierte im Juli 2026 insgesamt 131.500 Tonnen Schweinefleisch. Das waren 3,7% mehr als die 126.800 Tonnen im Juli 2025, wie Nativa News unter Berufung auf Daten des brasilianischen Verbands für tierisches Protein ABPA berichtete.
Das höhere Versandvolumen führte nicht zu steigenden Monatserlösen. Die Exporteinnahmen fielen gegenüber dem Vorjahr um 5,6%, von 316,1 Millionen $ im Juli 2025 auf 298,3 Millionen $ im Juli 2026. Die gegenläufige Entwicklung deutet auf einen niedrigeren durchschnittlichen Exportwert je Tonne hin, obwohl die Auslandsmärkte mehr brasilianisches Schweinefleisch aufnahmen.
Das Juliergebnis setzte die breitere Expansion der Exportmenge fort. Von Januar bis Juli lieferte Brasilien 925.600 Tonnen ins Ausland, 9,1% mehr als die 848.800 Tonnen im entsprechenden Zeitraum 2025. Der Erlös erreichte in den sieben Monaten 2,158 Milliarden $ und stieg damit um 5,8%.
Die kumulierten Einnahmen nahmen somit langsamer zu als die Menge. Für brasilianische Erzeuger, Verarbeiter und Exporteure gewinnen deshalb Produktionskosten, Verarbeitungseffizienz und die Zusammensetzung der Absatzmärkte zusätzlich an Bedeutung.
Santa Catarina führt, Mato Grosso beschleunigt
Santa Catarina blieb im Juli Brasiliens größter Exportstaat für Schweinefleisch und lieferte 64.600 Tonnen. Rio Grande do Sul folgte mit 29.400 Tonnen vor Paraná mit 21.700 Tonnen. Der Großteil der brasilianischen Monatsausfuhren entfiel damit auf diese drei südlichen Bundesstaaten.
Minas Gerais exportierte 4.200 Tonnen und Mato Grosso 3.800 Tonnen. Das absolute Volumen Mato Grossos lag weiterhin weit unter dem der südlichen Marktführer. Mit einem Plus von 35,7% gegenüber Juli 2025 erreichte der Staat jedoch die höchste Wachstumsrate unter den wichtigsten Exportregionen.
Die regionalen Zahlen zeigen, dass die etablierte Verarbeitungsbasis im Süden das Exportangebot weiterhin beherrscht, während zusätzliche Mengen auch aus anderen Produktionsregionen kommen. Das Wachstum stärkt die Position der Verarbeiter und Tierhalter Mato Grossos im expandierenden Exportgeschäft.
Asien stützt den Absatzmix
Die Philippinen waren im Juli mit 20.300 Tonnen der größte Abnehmer brasilianischen Schweinefleischs. Japan folgte mit 18.400 Tonnen, während Chile 13.900 Tonnen und China 9.100 Tonnen importierten.
Weitere bedeutende Ziele waren Argentinien mit 6.500 Tonnen, Mexiko mit 6.300 Tonnen sowie Hongkong und Uruguay mit jeweils 6.200 Tonnen. Die Verbindung großer asiatischer Abnehmer mit Märkten in Lateinamerika begrenzt die Abhängigkeit von einem einzelnen Zielland.
Nach Angaben der ABPA stärken steigende Lieferungen und eine breitere Marktaufstellung die Position brasilianischen Schweinefleischs im Welthandel und eröffnen der Branche zusätzliche Möglichkeiten. Der Erlösrückgang im Juli zeigt jedoch, dass höhere Absatzmengen nicht automatisch höhere Erträge bringen. Exporteure müssen daher neben der Tonnage auch den Verkaufswert beobachten.