Brasiliens Schweinefleischexporte überschreiten in acht Monaten eine Million Tonnen
Brasilien exportierte im August 2026 laut ABPA 131.100 Tonnen Schweinefleisch, ein Plus von 8 Prozent. Von Januar bis August wurde erstmals die Marke von einer Million Tonnen überschritten, der Erlös stieg um 4,8 Prozent auf 2,447 Milliarden $. Japan steigerte seine Käufe um 92,9 Prozent, China um 45,9 Prozent und glich damit die Rückgänge der Philippinen und Chiles aus.
Brasilien exportierte im August 2026 laut Daten des brasilianischen Verbands für tierisches Protein (ABPA) 131.100 Tonnen Schweinefleisch einschließlich Frisch- und Verarbeitungsware. Das entspricht einem Zuwachs von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Über die Zahlen berichteten Brasil 247 und Itatiaia.
Der Mengenzuwachs schlug sich nicht in höheren Einnahmen nieder. Die Augustlieferungen brachten 289,9 Millionen $ ein, nach 294,9 Millionen $ ein Jahr zuvor, ein Rückgang von 1,7 Prozent. Itatiaia beziffert den Monatswert auf 289,8 Millionen $ und führt den Rückgang auf Schwankungen der internationalen Preise zurück.
Eine Premiere für die Branche
Von Januar bis August summierten sich die Ausfuhren auf 1,057 Millionen Tonnen, 8,9 Prozent mehr als die 970.300 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Damit überschritt Brasilien erstmals innerhalb eines Jahres die Marke von einer Million Tonnen Schweinefleisch, und das bei noch vier verbleibenden Kalendermonaten.
Der kumulierte Erlös stieg um 4,8 Prozent von 2,335 Milliarden $ in den ersten acht Monaten 2025 auf 2,447 Milliarden $ in diesem Jahr. ABPA-Präsident Ricardo Santin führte die Marke auf die Beständigkeit der weltweiten Nachfrage zurück. Die größeren Mengen nach Japan, China und Vietnam belegten die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Ware und die Strategie der Absatzdiversifizierung.
Die Menge wächst schneller als der Wert
Die aus den ABPA-Zahlen abgeleiteten Stückwerte deuten auf nachgebende Preise. Über acht Monate lag der Exportdurchschnitt bei rund 2.315 $ je Tonne gegenüber etwa 2.406 $ je Tonne im Vorjahreszeitraum. Die Lücke zwischen 8,9 Prozent Mengenwachstum und 4,8 Prozent Erlöswachstum ist der aussagekräftigste Hinweis im gesamten Datensatz.
Die Absatzmärkte verschieben sich
Die Philippinen blieben im August mit 23.300 Tonnen größter Abnehmer brasilianischen Schweinefleischs, lagen damit aber 30,4 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Den stärksten Zuwachs unter den Hauptkunden verzeichnete Japan mit einem Plus von 92,9 Prozent auf 16.500 Tonnen. China weitete seine Käufe um 45,9 Prozent auf 15.200 Tonnen aus.
Auch andere asiatische Märkte legten zu. Vietnam bezog 8.300 Tonnen, ein Plus von 38,3 Prozent, Singapur importierte 6.600 Tonnen und damit 25,2 Prozent mehr. Chile bewegte sich in die Gegenrichtung und senkte die Käufe um 40 Prozent auf 8.000 Tonnen.
- Philippinen: 23.300 Tonnen, minus 30,4 Prozent
- Japan: 16.500 Tonnen, plus 92,9 Prozent
- China: 15.200 Tonnen, plus 45,9 Prozent
- Chile: 8.000 Tonnen, minus 40 Prozent
- Vietnam: 8.300 Tonnen, plus 38,3 Prozent
- Singapur: 6.600 Tonnen, plus 25,2 Prozent
Santa Catarina bleibt vorn
Santa Catarina war im August erneut der größte Exportbundesstaat. Brasil 247 nennt Lieferungen von 64.100 Tonnen, Itatiaia gibt 64.000 Tonnen an; beide berichten von einem Zuwachs um 12,6 Prozent gegenüber August 2025.
Rio Grande do Sul folgte mit 30.400 Tonnen, ein Minus von 3,3 Prozent. Parana verschiffte 22.800 Tonnen, plus 24,3 Prozent. Mato Grosso exportierte 4.000 Tonnen, ein Plus von 25,3 Prozent, Minas Gerais 3.200 Tonnen und damit 25,7 Prozent mehr.
Das Muster im Inland gleicht dem im Ausland: Das Wachstum konzentriert sich auf wenige Herkunfts- und Zielmärkte, während die bisherigen Spitzenreiter beider Gruppen schrumpfen, Rio Grande do Sul im Inland und die Philippinen im Ausland. Die ABPA-Daten umfassen das gesamte Schweinefleischsegment mit Frischteilstücken und Verarbeitungserzeugnissen.