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Zuckerproduktion im Nordosten Brasiliens soll 2026/27 um 10,3 % steigen

Die Zuckerproduktion im Nordosten Brasiliens soll sich 2026/27 auf 3,63 Millionen Tonnen erholen, 10,3 % mehr als in der Vorsaison. Mehr Zuckerrohr, höhere Flächenerträge sowie Investitionen in Bewässerung, Mechanisierung und biologische Betriebsmittel stützen die Prognose.

Zuckerproduktion im Nordosten Brasiliens soll 2026/27 um 10,3 % steigen

Zuckerproduktion von 3,63 Millionen Tonnen erwartet

Die Zuckerproduktion im Nordosten Brasiliens dürfte sich in der Saison 2026/27 erholen. Gründe sind ein größeres Angebot an Zuckerrohr und weitere Fortschritte bei der Agrartechnik. Das Technische Büro für Wirtschaftsstudien des Nordostens Etene, das zur Banco do Nordeste gehört, erwartet 3,63 Millionen Tonnen Zucker. Das wären 10,3 % mehr als in der Vorsaison.

Grundlage der Prognose ist ein erwarteter Anstieg der regionalen Zuckerrohrproduktion um 3,7 %. Etene rechnet mit einer Ausweitung der Anbaufläche um 1,3 % und einem Zuwachs der durchschnittlichen Flächenproduktivität um 2,3 %. Damit erhalten die Verarbeiter mehr Rohstoff, ohne dass das Wachstum ausschließlich von neuen Flächen abhängt.

Der erwartete Zuwachs ist für eine Region bedeutend, deren durchschnittlicher Zuckerrohrertrag weiterhin unter dem Niveau der führenden brasilianischen Anbaugebiete liegt. Höhere Felderträge könnten die Auslastung vorhandener Verarbeitungskapazitäten verbessern und einen Teil des Wettbewerbsnachteils gegenüber anderen Zucker- und Ethanolregionen verringern.

Bewässerung und Mechanisierung verändern den Anbau

Nach Angaben der Banco do Nordeste tragen mehr bewässerte Flächen, die mechanisierte Ernte und biologische Betriebsmittel dazu bei, Kosten zu senken und Erträge zu steigern. Bewässerung hat die landwirtschaftliche Leistung in Bahia verbessert, während die Erntemechanisierung in mehreren nordöstlichen Bundesstaaten schrittweise vorankommt.

Auch der Mangel an Arbeitskräften für das manuelle Schneiden von Zuckerrohr beschleunigt die Modernisierung. Neben Mechanisierung, Bewässerung und biologischen Produkten setzen Erzeuger und Mühlen zunehmend Drohnen und weitere Technologien ein. Die Investitionen sollen die betriebliche Effizienz erhöhen, das Pflanzenmanagement verbessern und nachhaltigere Produktionsverfahren unterstützen.

Maria de Fatima Vidal, Autorin der Etene-Studie, erklärte, Technologie und gutes Unternehmensmanagement seien entscheidend, damit die Zucker- und Energiewirtschaft des Nordostens mit anderen brasilianischen Produktionsregionen konkurrieren könne. Produktivitätsfortschritte sind besonders wichtig, weil sie die Kosten je Tonne Zuckerrohr senken und den Mühlen mehr Rohstoff zur Verfügung stellen können.

Wetter bleibt das größte Risiko

Die positive Prognose ist mit Wetterrisiken verbunden. Nach Einschätzung der Studie könnten die starken Regenfälle in Pernambuco und Paraíba im Mai 2026 einen Teil der Anbauflächen beeinträchtigen. Eine mögliche Bildung von El Niño könnte zudem im Jahresverlauf zu unregelmäßigen Niederschlägen führen und damit Erträge sowie den Zeitplan der Feldarbeiten belasten.

Trotz dieser Risiken geht Etene im Basisszenario weiterhin von einer Erholung des Zuckerrohrangebots und damit der Zuckerproduktion aus. Für die Erzeuger hängt das Erlöspotenzial stärker von Produktivität und Technologiezugang ab. Für Mühlen und Zuckerhändler bedeutet der prognostizierte Produktionsanstieg um 10,3 % eine größere regionale Verfügbarkeit. Das endgültige Ergebnis wird jedoch vom Wetter und davon abhängen, welcher Anteil des zusätzlichen Zuckerrohrs zu Zucker statt zu anderen Produkten verarbeitet wird.

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