← Zurück zu den Nachrichten

Abicab: 96 Prozent der brasilianischen Kakaofläche sind für EU-Exporte geeignet

Nach Angaben von Abicab können 96 Prozent der heutigen Kakaoanbaufläche Brasiliens für den Export in die Europäische Union produzieren. Rückverfolgbarkeit und der Anbau auf bereits gerodeten Flächen könnten die Wettbewerbsposition stärken, sofern die Herkunft jeder Lieferung belegt wird.

Abicab: 96 Prozent der brasilianischen Kakaofläche sind für EU-Exporte geeignet

Branche setzt auf Rückverfolgbarkeit

Brasiliens Kakaowirtschaft will ihre Rückverfolgbarkeit und Umweltmerkmale nutzen, um ihre Präsenz auf dem europäischen Markt auszubauen. Jaime Recena, geschäftsführender Präsident des brasilianischen Verbands der Schokoladen-, Erdnuss- und Süßwarenindustrie Abicab, erklärte, dass 96 Prozent der heutigen Kakaoanbaufläche des Landes für die Produktion zum Export in die Europäische Union geeignet seien.

Recena äußerte sich auf der ExpoCacau 2026, die vom 25. bis 27. August im Bundesstaat Bahia stattfand. Canal Rural berichtete, dass die wachsende Nachfrage nach Nachweisen über die nachhaltige Herkunft der Rohstoffe nach seiner Einschätzung die Wettbewerbsfähigkeit brasilianischen Kakaos verbessern werde. Das Thema wurde in einer Nestlé-Podcastfolge über Wissenschaft, Nachhaltigkeit und Bioökonomie im Kakaosektor behandelt.

Flächeneignung muss für einzelne Lieferungen belegt werden

Die Angabe von 96 Prozent ist eine Brancheneinschätzung des potenziell für die EU produzierenden Gebiets. Sie bezeichnet weder den bereits an europäische Käufer verkauften Kakao noch ein bestehendes Exportvolumen. Der wirtschaftliche Nutzen hängt davon ab, ob Erzeuger, Genossenschaften, Verarbeiter und Exporteure die Herkunftsdaten entlang der Lieferkette erhalten und die geforderten Unterlagen für konkrete Sendungen vorlegen können.

Abicab nennt die Rückverfolgbarkeit der Produktion und die Möglichkeit, den Kakaoanbau auf bereits degradierten Flächen auszuweiten, als Vorteile Brasiliens. Im Bundesstaat Pará liegen laut Canal Rural 80 Prozent der Kakaoanbaufläche auf Land, das bis 1998 gerodet worden war. Nach Einschätzung der Branche kann Kakao dort zur Wiederherstellung der Landschaft, zu einer besseren Bodenstruktur, zu mehr organischer Substanz und zur Kohlenstoffbindung beitragen.

Bestehende Exporte bieten eine Grundlage für Wachstum

Brasilien exportierte 2025 insgesamt 90.300 Tonnen an Erzeugnissen der Kakaowertschöpfungskette im Wert von 804,9 Millionen $, wie aus von Canal Rural zitierten Daten des Ministeriums für Entwicklung, Industrie, Handel und Dienstleistungen hervorgeht. Die Zahlen umfassen die gesamte Kakaokette. Sie dürfen daher weder als reine Kakaobohnenexporte noch als ausschließlich für die EU bestimmte Lieferungen verstanden werden.

Für internationale Käufer ist entscheidend, ob Brasilien die breite Flächeneignung in eine verlässliche und überprüfbare Versorgung umsetzen kann. Erzeuger mit Nachweisen zum Standort und zur Produktionsgeschichte ihrer Betriebe könnten leichter Zugang zu regulierten Märkten erhalten. Verarbeiter und Händler müssen eingekauften Kakao zuverlässig mit seinem Ursprung verbinden. Regelkonformität und Dokumentation können Brasiliens Position verbessern, doch die Schätzung von 96 Prozent garantiert weder zusätzliche Verkäufe noch Preisaufschläge oder Marktanteile.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.