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Brasiliens Produktion glutenfreien Biers steigt um 417,68 Prozent

Brasilien produzierte 2025 insgesamt 367,9 Millionen Liter glutenfreies Bier, 417,68 Prozent mehr als die 71,1 Millionen Liter des Vorjahres. Cervejaria Blumenau steigt mit einem Bier mit 3 Prozent Alkohol und weniger als 70 Kilokalorien ein, während auch Heineken sein Angebot ausbaut.

Brasiliens Produktion glutenfreien Biers steigt um 417,68 Prozent

Produktion erreicht 367,9 Millionen Liter

Die brasilianische Produktion glutenfreien Biers ist 2025 um 417,68 Prozent gestiegen: von 71,1 Millionen Litern im Jahr 2024 auf 367,9 Millionen Liter. Das berichtet ND Mais unter Berufung auf das Bierjahrbuch 2026 des Ministeriums für Landwirtschaft und Viehzucht. Die Kategorie stand damit für rund 2,35 Prozent der gesamten Bierproduktion des Landes.

Der Anstieg belegt einen messbaren Nachfragewandel in einem der großen Biermärkte der Welt. Verbraucher suchen verstärkt Getränke mit weniger Alkohol, weniger Kalorien und weiteren gesundheitsbezogenen Eigenschaften. Brauereien erweitern deshalb Portfolios, die ursprünglich auf herkömmlichem Bier beruhten und zuletzt bereits um alkoholfreie Alternativen ergänzt wurden.

Die Zahlen zeigen außerdem, dass glutenfreies Bier seine enge Spezialnische verlässt. Sein Anteil an der nationalen Produktion bleibt zwar begrenzt, doch der mehr als fünffache Anstieg des Jahresvolumens schafft eine größere wirtschaftliche Basis für Produzenten, Zutatenlieferanten, Händler und Einzelhändler.

Cervejaria Blumenau bringt Bier mit weniger als 70 Kilokalorien auf den Markt

Cervejaria Blumenau reagiert mit der Einführung von Blumenau Ultra. Das glutenfreie Bier enthält 3 Volumenprozent Alkohol und weniger als 70 Kilokalorien. Es wird in 355-ml-Longneck-Flaschen verkauft und erfüllt die geltende Glutenfrei-Norm, die höchstens 20 Teile des Proteins je Million zulässt.

Die Einführung erweitert das Sortiment, nachdem das Unternehmen seit drei Jahren im Segment alkoholfreier Produkte tätig ist. Cervejaria Blumenau wird seine traditionellen Bierstile weiterhin parallel zu Angeboten für Verbraucher verkaufen, die leichtere oder alkoholfreie Getränke bevorzugen.

Geschäftsführer Valmir Zanetti führte die Strategie auf veränderte Konsumgewohnheiten und das Ziel zurück, Getränke für unterschiedliche Anlässe anzubieten. Brauer Marcos Guerra erklärte, die Entwicklung habe mit dem Geschmacksprofil begonnen. Gesucht worden sei ein leichteres, erfrischenderes Bier, das den für die Marke typischen ausgeprägten Geschmack bewahrt.

Große Brauereien greifen denselben Nachfragetrend auf

Auch Heineken baut seine Präsenz im brasilianischen Markt für glutenfreie und kalorienärmere Getränke aus. NeoFeed bezeichnete die Initiative als „dritte Welle“ der niederländischen Brauerei im Land, mit einer Produktlinie, die Glutenfreiheit und weniger Kalorien verbindet. Die verfügbaren Angaben nennen weder Produktionsziele noch Investitionssummen oder Einführungsmengen.

Die parallelen Schritte eines internationalen Großbrauers und eines regionalen Herstellers zeigen, dass die Kategorie Unternehmen unterschiedlicher Größe und Vertriebsstruktur anzieht. Kleineren Brauereien ermöglichen leichtere Produkte eine Differenzierung im dicht besetzten Premium- und Craft-Segment. Große Konzerne können ihre bestehenden Vertriebs- und Marketingnetze nutzen, um solche Produkte breiter verfügbar zu machen.

Entscheidend wird nun sein, ob der Produktionsanstieg von 2025 durch dauerhafte Käufe gedeckt wird. Mit 367,9 Millionen Litern ist das Segment bereits groß genug, um Entscheidungen über Verpackungen, Regalplatzierung und Sortimentsplanung zu beeinflussen. Die Hersteller müssen gesundheitsbezogene Positionierung weiterhin mit Geschmack, Preis und Verfügbarkeit verbinden und zugleich den Grenzwert von 20 Teilen Gluten je Million einhalten.

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