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Brasiliens Gerstenernte 2026 soll wegen Brauereinachfrage 600.000 Tonnen übersteigen

Brasilien dürfte 2026 mehr als 600.000 Tonnen Gerste ernten, getragen von einer Rekordausweitung in Paraná. Die größere Ernte kann Importe verringern, bleibt aber deutlich unter dem Bedarf der heimischen Mälzereien.

Brasiliens Gerstenernte 2026 soll wegen Brauereinachfrage 600.000 Tonnen übersteigen

Paraná treibt die Rekordausweitung

Brasiliens Gerstenernte dürfte 2026 mehr als 600.000 Tonnen erreichen, weil Landwirte ihre Aussaat als Reaktion auf die Nachfrage von Mälzereien und Brauereien ausweiten. Canal Rural zufolge erwartet Paraná, der größte Erzeugerstaat des Landes, mehr als 550.000 Tonnen von einer Rekordfläche von 126.000 Hektar. Die Fläche liegt 21 % über den 104.000 Hektar, die 2025 abgeerntet wurden.

Die von Canal Rural veröffentlichten nationalen Prognosen weichen voneinander ab. Ein Bericht unter Berufung auf das brasilianische Statistikamt IBGE beziffert die Produktion auf 678.700 Tonnen und damit 7,2 % mehr als 2025. Ein anderer Bericht nennt 626.400 Tonnen und ein Wachstum von 3,3 %. Beide Prognosen liegen über 600.000 Tonnen und bestätigen die dominierende Rolle Paranás. Rio Grande do Sul, der zweitgrößte Erzeuger, soll nach der höheren nationalen Schätzung rund 100.400 Tonnen ernten.

Mälzereien stützen die Nachfrage

Die Flächenausweitung hängt eng mit dem industriellen Verbrauch zusammen. Zwei der größten Mälzereien Brasiliens befinden sich in Paraná. Canal Rural berichtet, dass ein Werk in Guarapuava 2024 insgesamt 129.000 Tonnen Gerste verarbeitete; 2025 stieg der Verbrauch auf 197.000 Tonnen. Die wachsende Verarbeitungskapazität schafft für Landwirte einen Abnehmer in der Nähe, erzeugt aber zugleich einen Rohstoffbedarf, den die heimische Produktion noch nicht decken kann.

Brasiliens Mälzereien benötigen jährlich etwa 1,1 Millionen Tonnen Gerste, sagte der Embrapa-Trigo-Forscher Aloisio Vilarinho in einem früheren Bericht von Canal Rural. Eine weitere von der Publikation angeführte Einschätzung besagt, dass sich die Produktion vervierfachen müsste, um den breiter gefassten Bedarf der Brauwirtschaft von 2,3 Millionen Tonnen zu decken. Die Angaben beruhen auf unterschiedlichen Bedarfsdefinitionen, zeigen aber beide ein erhebliches Defizit. Brasilien bleibt daher selbst bei Erreichen der oberen Ernteprognose von Gersten- und Malzimporten abhängig.

Importe könnten sinken, die Lücke bleibt

Wie groß diese Abhängigkeit ist, zeigten die Handelsdaten für 2024. Nach von Canal Rural veröffentlichten Außenhandelszahlen importierte Brasilien von Januar bis September 686.000 Tonnen Gerste und damit bereits mehr als die 616.000 Tonnen im Gesamtjahr 2023. Mehr als 60 % der Einfuhren kamen über den Hafen von Paranaguá ins Land und versorgten die Mälzereien Paranás. Eine größere heimische Ernte kann einen Teil davon ersetzen, sofern das Getreide die Mälzungsanforderungen erfüllt; vollständig beseitigen wird sie den Importbedarf nicht.

Die Qualität bleibt das wichtigste operative Risiko. Günstiges Wetter und ausreichende Bodenfeuchte unterstützten die Aussaat in Paraná, die bei Veröffentlichung der staatlichen Einschätzung 44 % der geplanten Fläche erreicht hatte. Das Landwirtschaftsressort von Paraná warnte jedoch, dass El Niño im Frühjahr stärkere Niederschläge bringen und die Kornqualität während der Ernte beeinträchtigen könnte. Für Erzeuger, Mälzereien und Händler zählt deshalb nicht nur die Gesamtmenge, sondern auch der Anteil mit Braugerstenqualität. Eine qualitativ gute Rekordernte würde die Lieferbeziehungen zwischen den Betrieben und Verarbeitern Paranás stärken; Qualitätsverluste würden die Nachfrage nach Importware aufrechterhalten.

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