Brasiliens Geflügelexporte steigen um 25 Prozent, Rindfleisch fällt um 22,2 Prozent
Brasilien exportierte im August 492.600 Tonnen Hähnchenfleisch, rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr, nachdem die Lieferungen nach China kräftig anzogen. Die Rindfleischexporte sanken nach Ausschöpfung des chinesischen Niedrigzollkontingents um 22,2 Prozent auf 233.500 Tonnen.
Geflügellieferungen erholen sich
Brasilien exportierte im August 492.600 Tonnen Hähnchenfleisch und damit rund 25 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das zeigen von InfoMoney veröffentlichte Daten der Branchenverbände. Den wichtigsten Wachstumsimpuls lieferte China, das im Berichtsmonat wieder zum größten Abnehmer brasilianischen Geflügels wurde.
Die Lieferungen nach China erreichten 51.000 Tonnen, verglichen mit lediglich 83 Tonnen im August 2025. Die außergewöhnlich niedrige Vorjahresbasis war auf vorübergehende Handelsbeschränkungen zurückzuführen, nachdem in einem kommerziellen brasilianischen Geflügelbetrieb ein Fall von Vogelgrippe festgestellt worden war. Das aktuelle Volumen steht daher sowohl für eine Normalisierung des Marktzugangs als auch für einen starken statistischen Basiseffekt.
Der Wert der Geflügelexporte belief sich im August auf 997,87 Millionen $, ein Anstieg um 42,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut dem brasilianischen Verband für tierisches Protein ABPA war dies der zweithöchste Monatsumsatz in der brasilianischen Statistik, nur übertroffen vom Mai 2026. Dass die Erlöse deutlich schneller als die Mengen stiegen, deutet auf einen höheren durchschnittlichen Exporterlös im gesamten Produktmix hin.
Chinesisches Kontingent bremst Rindfleischhandel
Die brasilianischen Rindfleischexporte entwickelten sich in die entgegengesetzte Richtung. Im August 2026 wurden nach Angaben des Exportverbands Abiec 233.500 Tonnen ausgeführt, 22,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ausschlaggebend war ein Rückgang der Lieferungen nach China um fast 90 Prozent. Das Land ist für brasilianisches Rindfleisch der entscheidende Auslandsmarkt.
China legte für 2026 ein Kontingent von 1,1 Millionen Tonnen für brasilianisches Rindfleisch fest. Sobald die Menge mit niedrigerem Zoll ausgeschöpft ist, steigt der Zollsatz auf 55 Prozent. Nach Einschätzung von Abiec werden weitere Geschäfte dadurch wirtschaftlich unrentabel. Nach hohen Lieferungen zu Jahresbeginn führte das Kontingentsystem daher zu einer deutlichen Abschwächung.
Abiec-Präsident Roberto Perosa erklärte, die Branche habe diese Entwicklung erwartet. Die Exporteure hätten im ersten Halbjahr erhebliche Mengen vorzeitig nach China geliefert; nach Ausschöpfung des Kontingents sei der Warenstrom folgerichtig zurückgegangen. Das Augustminus ist somit teilweise eine Folge der zeitlichen Verlagerung und der Marktzugangsbedingungen und kein Beleg für eine durchgehend schwächere Nachfrage nach brasilianischem Rindfleisch in allen Absatzmärkten.
Kumulierte Zahlen bleiben positiv
Trotz der gegenläufigen Augustdaten verzeichneten beide Branchen in den ersten acht Monaten 2026 ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Brasiliens Geflügelexporte erreichten von Januar bis August 3,91 Millionen Tonnen, ein Plus von 15,5 Prozent. Die Exporterlöse stiegen um rund 22 Prozent auf 7,69 Milliarden $.
Die Rindfleischausfuhren beliefen sich im selben Zeitraum auf 2,202 Millionen Tonnen und lagen damit 5,3 Prozent höher. Die Erlöse wuchsen um 21,7 Prozent auf 12,79 Milliarden $. Laut InfoMoney stützten die umfangreichen chinesischen Käufe vor dem Augusteinbruch das kumulierte Ergebnis. Wie beim Geflügel nahm auch beim Rindfleisch der Ausfuhrwert wesentlich schneller zu als die physische Menge.
Die Augustdaten zeigen zwei unterschiedliche Formen der Abhängigkeit vom chinesischen Markt. Geflügelexporteure profitierten von der Wiederaufnahme des Handels nach einer tierseuchenbedingten Unterbrechung, während Rindfleischanbieter nach Ausschöpfung eines festen Kontingents auf eine Zollbarriere trafen. Für Verarbeiter und Händler hängt der kurzfristige Ausblick nun davon ab, ob Chinas Geflügelkäufe anhalten und ob Rindfleischexporteure Mengen in andere Märkte umleiten oder ihre Liefertermine an das chinesische Kontingentsystem anpassen können.