BL Agro investiert 15 Milliarden ₹ in integrierte Milchviehgenetik in Indien
BL Agro investiert 15 Milliarden ₹ in seine Biotechnologie-Tochter Leads Genetics, um Zucht, Tiergesundheit, Fütterung, Milchproduktion, Verarbeitung und Vermarktung zu verbinden. Bis Ende 2027 sollen monatlich 15.000 Embryonen produziert werden; für genetisch selektierte Kühe werden 40–60 Liter Milch pro Tag erwartet.
Investition umfasst die gesamte Milchwertschöpfung
BL Agro hat eine Investition von 15 Milliarden ₹, entsprechend 1.500 Crore ₹, in seine Biotechnologie-Tochter Leads Genetics angekündigt. Damit will das Unternehmen in Indien ein integriertes Ökosystem für Milchwirtschaft und Rindergenetik aufbauen. Laut Dainik Jagran soll die Initiative Genetik, Zucht, Tiergesundheit, Fütterung, Milchproduktion, Verarbeitung und Vermarktung miteinander verbinden.
Reproduktionstechnologie steht im Zentrum des Produktionsmodells. Leads Genetics will Embryonen mit genetischen Merkmalen für höhere Milchleistungen erzeugen und sie mit einem der In-vitro-Fertilisation vergleichbaren Verfahren in Kühe übertragen. Die daraus geborenen weiblichen Kälber sollen später als leistungsstärkere Tiere in Milchviehherden eingesetzt werden.
BL-Agro-Vorsitzender Dr. Ghanshyam Khandelwal erklärte, die Landwirte stünden im Mittelpunkt des Kreislaufwirtschaftsmodells des Unternehmens. Eine bessere Genetik soll Milchleistung und Fruchtbarkeit erhöhen und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten schaffen. Der Erfolg hängt jedoch von der Leistung der Tiere außerhalb kontrollierter Zuchtanlagen sowie von Fütterung, tierärztlicher Versorgung und Betriebsführung ab.
Elite-Kalb der Gir-Rasse markiert Zuchtfortschritt
Bei einem Rindergenomik-Gipfel auf den BL Kamdhenu Farms in Bareilly wurde Indiens erstes genetisch selektiertes Elite-Kalb der Gir-Rasse geboren, berichtete Dainik Jagran. Das Ereignis wurde als Meilenstein der tiergenetischen Zusammenarbeit zwischen Indien und Brasilien bezeichnet. Gir-Rinder sind eine einheimische indische Rasse, weshalb das Programm sowohl die Produktivitätssteigerung als auch den Erhalt und die Weiterentwicklung heimischer Genressourcen betrifft.
SK Agarwal, Direktor der BL Kamdhenu Farms, erklärte, genetisch selektierte Kühe könnten hochwertige Milch erzeugen. Die durchschnittliche Leistung werde auf 40–60 Liter je Kuh und Tag geschätzt. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensprognose und nicht um nachgewiesene Ergebnisse aus kommerziellen Betrieben. Ein dauerhaftes Erreichen dieses Niveaus würde die Produktionsökonomie deutlich verbessern, doch die tatsächliche Leistung wird nicht allein durch die Genetik bestimmt.
Das Unternehmen plant außerdem die inländische Produktion von Elite-Zuchtbullen, Embryonen und gesextem Sperma. Nach Angaben von BL Agro könnte dies Indiens Abhängigkeit von importiertem Zuchtmaterial verringern und einheimische Rassen stärken. Ein auf dem Gipfel vorgestellter Genomchip soll die DNA von Tieren anhand Tausender genetischer Marker bewerten und den Zertifizierungsprozess des Unternehmens unterstützen.
Embryonenkapazität und regionale Expansion
Leads-Genetics-Mitgründer Dr. Ashish Dubey sagte, das Centre of Excellence des Unternehmens im Distrikt Bareilly wolle bis Ende 2027 monatlich 15.000 Embryonen produzieren. Bei dieser Größenordnung würde das Vorhaben über die gezielte Verbesserung einzelner Herden hinausgehen und eine industrielle Produktion von Zuchtmaterial erreichen. Dafür wäre ein Netzwerk für Embryotransfer, Trächtigkeitskontrolle, Tiergesundheit und verlässliche Leistungserfassung auf den beteiligten Höfen erforderlich.
BL Agro führt Gespräche über integrierte Milch- und Genetiksysteme in Uttar Pradesh, Maharashtra, Bihar und Madhya Pradesh. Eine Expansion in vier bedeutende Agrarbundesstaaten würde den potenziellen Markt für Embryonen, gesextes Sperma und begleitende Dienstleistungen vergrößern. Gleichzeitig müsste sich das Modell unter unterschiedlichen Klima- und Betriebsbedingungen bewähren.
Madhya Pradeshs stellvertretender Chief Minister Rajendra Shukla erklärte auf dem Gipfel, moderne Tiergenetik, Zuchttechnik und wissenschaftliche Forschung könnten die Milch- und Viehwirtschaft stärken. Kabinettsminister Dharampal Singh verwies darauf, dass Indien der weltweit größte Milchproduzent sei, die Produktivität je Tier aber steigern müsse. Für Milchviehhalter und Verarbeiter entscheidet sich der wirtschaftliche Wert der Investition daher daran, ob die Laborziele in wiederholbare Leistungszuwächse auf kommerziellen Betrieben umgesetzt werden.