Belarus wird Israels größter Lieferant von Rapsöl
Belarus hat Estland und Deutschland überholt und ist zum größten Rapsöllieferanten Israels aufgestiegen, erklärte Botschafter Yuri Yaroshevich. Belarussisches Öl werde inzwischen in weiten Teilen der israelischen Gastronomie eingesetzt; die gesamten Warenausfuhren sollen 2027 auf 170 bis 180 Millionen $ steigen.
Belarus zieht an europäischen Lieferanten vorbei
Belarus ist zum führenden Rapsöllieferanten Israels aufgestiegen und hat dabei Estland und Deutschland überholt, erklärte der belarussische Botschafter in Israel, Yuri Yaroshevich. Seine von der staatlichen Nachrichtenagentur BELTA verbreiteten und von aif.by veröffentlichten Angaben deuten auf eine merkliche Verschiebung bei Israels Beschaffung von Speiseöl hin.
Yaroshevich zufolge nimmt Belarus unter den Lieferanten von Rapsöl für den israelischen Markt nun den ersten Platz ein. Ein Großteil der israelischen Gastronomie verwende Rapsöl aus Belarus. Angaben zu Liefermengen, Marktanteilen oder Vertragswerten wurden nicht veröffentlicht.
Der Vergleich mit Estland und Deutschland zeigt, dass Belarus im laufenden Jahr gegenüber etablierten europäischen Anbietern an Boden gewonnen hat. Aus dem Bericht geht jedoch nicht hervor, ob die Rangfolge auf Liefermengen oder Zollwerten beruht. Auch die beteiligten belarussischen Verarbeiter und israelischen Käufer werden nicht genannt.
Gastronomienachfrage stützt die Lieferungen
Die israelische Gastronomie ist laut dem Botschafter ein zentraler Abnehmer des belarussischen Produkts. Damit reicht die Nachfrage über den Einzelhandel hinaus bis zu Restaurants, Cateringunternehmen und anderen gewerblichen Küchen, deren Einkauf üblicherweise von verlässlicher Verfügbarkeit, einheitlichen Spezifikationen und wettbewerbsfähigen Kosten abhängt.
Für belarussische Produzenten und Exporteure schafft die Marktführerschaft eine feste kommerzielle Position in einem Absatzland mit besonderen Produkt- und Zertifizierungsanforderungen. Für israelische Importeure stärkt die Verschiebung Belarus innerhalb eines Lieferantenportfolios, zu dem auch Estland und Deutschland gehören.
Da der Bericht keine Preisdaten enthält, lässt sich nicht feststellen, welchen Anteil Preiswettbewerb, Frachtbedingungen, Warenverfügbarkeit oder einzelne Einkaufsverträge am belarussischen Aufstieg hatten. Zahlen zum israelischen Rapsölverbrauch und zu den jeweiligen Liefermengen der drei Länder fehlen ebenfalls.
Warenausfuhren sollen Rekord erreichen
Yaroshevich sagte, die belarussischen Warenausfuhren nach Israel würden 2027 ein beispielloses Niveau von 170 bis 180 Millionen $ erreichen. Frühere Rekorde lagen seinen Angaben zufolge nur knapp über 100 Millionen $. Selbst am unteren Ende der Prognosespanne würde der neue Wert den bisherigen Höchststand damit um fast 70 Millionen $ übertreffen.
Rapsöl ist Teil umfassenderer Bemühungen von Belarus, seine Verkäufe in Israel auszubauen. Als weitere aussichtsreiche Exportbereiche nannte der Botschafter Produkte für die Bauwirtschaft, Holz und Lebensmittel. Belarus bemüht sich außerdem um Koscher-Zertifikate für mehrere Waren, um den Anforderungen und der Nachfrage des israelischen Marktes gerecht zu werden.
Die genannten Zahlen betreffen Waren und nicht Dienstleistungen; welchen Anteil Rapsöl an der prognostizierten Gesamtsumme hat, bleibt offen. Die gemeldete Marktführerschaft verleiht dem Produkt dennoch eine wichtige Rolle im wachsenden bilateralen Handel. Künftige Zolldaten müssen zeigen, wie groß die Verschiebung tatsächlich ist und ob Belarus seine Position gegenüber Estland und Deutschland behaupten kann.
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