Belarus nimmt 84% der polnischen Birnenexporte in Drittländer ab
Polen lieferte im September 2026 1.675 Tonnen Birnen nach Belarus, rund 84% der gesamten Birnenausfuhren von 2.002 Tonnen in Länder außerhalb der EU. Die Drittlandsexporte sanken im Jahresvergleich um etwa 19% und liegen rund 64% unter dem Wert von September 2023. Den Rest teilten Kasachstan, die Ukraine, Libyen, die Mongolei und Norwegen.
Polen hat im September 2026 1.675 Tonnen Birnen nach Belarus geliefert. Das entspricht rund 84% aller polnischen Birnenexporte in Länder außerhalb der Europäischen Union in diesem Monat. Die Zahlen veröffentlichte das polnische Fachportal sad24.pl unter Berufung auf die Staatliche Inspektion für Pflanzenschutz und Saatgut in Polen.
Insgesamt gingen im September 2.002 Tonnen polnischer Birnen in Drittländer. Belarus nahm damit mehr als fünfmal so viel ab wie alle anderen Nicht-EU-Ziele zusammen.
Käufer außerhalb des Binnenmarkts
Die Aufteilung der Septemberlieferungen nach Zielländern:
- Belarus - 1.675 Tonnen
- Kasachstan - 156 Tonnen
- Ukraine - 149 Tonnen
- Libyen - 20 Tonnen
- Mongolei - 1,5 Tonnen
- Norwegen - 130 Kilogramm
Kasachstan und die Ukraine kamen jeweils auf weniger als 8% der Drittlandsmenge, Libyen, die Mongolei und Norwegen zusammen auf etwa 21 Tonnen oder knapp 1%. Praktisch beruht der polnische Birnenhandel jenseits der EU-Außengrenze auf einem einzigen Markt, ergänzt um kleine Mengen nach Zentralasien und in die Ukraine.
Viertes Jahr mit Rückgang in Folge
Die Drittlandsausfuhren sanken im Jahresvergleich um rund 19%; im September 2025 lagen sie bei 2.485 Tonnen. Der Rückgang gehört zu einem längeren Trend: Im September 2024 waren es 3.058 Tonnen, 2023 noch 5.606 Tonnen. Damit hat der Kanal in drei Jahren etwa 64% seines Volumens verloren.
An der Reihenfolge der Abnehmer hat sich dadurch nichts geändert. Belarus bleibt über den gesamten Zeitraum das größte einzelne Ziel für polnische Birnen, und der Anteil ist mit dem Schrumpfen des Drittlandsgeschäfts weiter gestiegen.
Das Gros der Ernte bleibt im Binnenmarkt
Angaben zum gesamten polnischen Birnenexport im September 2026 einschließlich der Lieferungen innerhalb der EU liegen noch nicht vor. Zum Vergleich: Im September 2025 betrug der Gesamtexport 5.466 Tonnen, im September 2024 8.200 Tonnen und im September 2022 10.499 Tonnen. Nach den Zahlen von 2025 entfielen rund 3.000 der 5.466 Tonnen jenes Monats auf Lieferungen innerhalb der EU, also mehr als die Hälfte.
Das Drittlandsgeschäft ist damit der kleinere Teil der polnischen Birnenausfuhren, zugleich aber der Teil mit dem schnellsten Mengenrückgang und der höchsten Käuferkonzentration.
Konzentrationsrisiko für die Erzeuger
sad24.pl verweist darauf, dass eine steigende polnische Birnenproduktion eine breitere Streuung der Absatzmärkte begünstigen könnte, der belarussische Markt aber noch lange zentrale Bedeutung behalten werde.
Für polnische Produzenten und Exporteure ist die Rechnung einfach. Außerhalb der EU gibt es derzeit kein Alternativziel, das Mengen in der Nähe von 1.675 Tonnen pro Monat aufnimmt, und die beiden nächstgrößten Märkte, Kasachstan und die Ukraine, müssten dafür etwa um den Faktor zehn wachsen. Jede Störung der belarussischen Route - kommerziell, logistisch oder regulatorisch - müsste der EU-Binnenmarkt oder der polnische Inlandsmarkt auffangen.
Die Struktur prägt auch die Preisbildung. Wenn ein Abnehmer 84% der Menge übernimmt, entsteht der Preis im Drittlandskanal in einer bilateralen Verhandlung und nicht im Wettbewerb mehrerer Zielmärkte. Eine Diversifizierung auf Basis höherer Produktion würde das verschieben, die Septemberdaten zeigen jedoch, dass sie noch nicht eingetreten ist.