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Bayer und RAGT schließen exklusive Lizenzvereinbarung für Hybridweizen

Bayer hat mit RAGT eine exklusive Lizenzvereinbarung geschlossen, um die Entwicklung und Vermarktung von Hybridweizensorten in Europa und Nordamerika zu beschleunigen. Die Vereinbarung verschafft Bayer Zugang zu RAGTs Elite-Weizenkeimplasma, das nach Unternehmensangaben mehr als 80 % der Weizenanbaufläche in Europa und in wichtigen US-Anbauregionen abdecken könnte. Bayer rechnet damit, dass der Umsatz mit Hybridweizensaatgut bis Mitte der 2040er Jahre auf rund 1 Milliarde Euro pro Jahr steigt.

Bayer und RAGT schließen exklusive Lizenzvereinbarung für Hybridweizen

Exklusive Lizenzvereinbarung

Bayer hat mit dem französischen Saatgutunternehmen RAGT eine exklusive Lizenzvereinbarung geschlossen, die die Entwicklung und Vermarktung von Hybridweizensorten in Europa und Nordamerika beschleunigen soll, teilten die Unternehmen gemeinsam mit. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Bayer Zugang zu RAGTs Elite-Weizenkeimplasma, das speziell für europäische Anbaubedingungen gezüchtet und angepasst wurde.

Bayer erklärte, das Unternehmen wolle das Zuchtmaterial von RAGT mit seinem eigenen Precision-Breeding-Programm sowie seiner Erfahrung in der Saatgutproduktion und bei digitalen Agrartechnologien kombinieren. Ziel sei es, laut Pressemitteilung des Unternehmens, ein wettbewerbsfähiges Weizenproduktionssystem aufzubauen, das sowohl Saatgutgenetik als auch agronomische Lösungen für Landwirte umfasst.

Regionaler Fokus: Winterweizen in Europa, Winter- und Sommerweizen in Nordamerika

In Europa will sich Bayer vor allem auf Winterweizensorten konzentrieren. In Nordamerika wird das Unternehmen sowohl Winter- als auch Sommerweizensorten unter seiner bestehenden Marke WestBred entwickeln. Bayer schätzt, dass das von der Vereinbarung erfasste genetische Material das Potenzial hat, mehr als 80 % der Weizenanbaufläche in Europa und in den wichtigsten Anbauregionen der USA zu erreichen.

Ertragssteigerungen und agronomische Eigenschaften

Laut Bayer liegt der Hauptvorteil von Hybridweizen gegenüber konventionellen Populationssorten im höheren Ertragspotenzial. Das Unternehmen schätzt, dass seine ersten Hybridweizensorten im Vergleich zu konventionellen Sorten eine Ertragssteigerung von rund 10 % erzielen könnten, wobei in den Folgejahren durch weiteren Zuchtfortschritt zusätzliche Zugewinne erwartet werden.

Bayer zufolge sollen die Hybride zudem über ein kräftigeres Wurzelsystem, ein schnelleres Anfangswachstum und eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Trocken- und Hitzestress verfügen, verbunden mit potenziell verbesserter Toleranz gegenüber Krankheiten, Unkraut und Schädlingen. Diese Eigenschaften könnten angesichts zunehmender Extremwetterereignisse in Weizenanbaugebieten besonders wertvoll sein, so das Unternehmen.

Eine Wette auf eine wenig genutzte Technologie

Bayer bezeichnet Weizen als die weltweit wichtigste Nahrungspflanze: Sie ernährt rund 30 % der Weltbevölkerung und wird weltweit auf mehr als 220 Millionen Hektar angebaut. Das Ertragswachstum bei Weizen habe sich in den vergangenen Jahren verlangsamt, während die Hybridtechnologie bei dieser Kultur im Vergleich zu anderen wichtigen Getreidearten wie Mais nach wie vor kaum genutzt werde – eine Lücke, die Bayer als bedeutende Wachstumschance betrachtet.

Bayer geht davon aus, dass der Umsatz mit Hybridweizensaatgut bis Mitte der 2040er Jahre auf rund 1 Milliarde Euro pro Jahr steigen könnte. Damit würde das Segment zu einer der Wachstumssäulen der Sparte Crop Science und zu einer Erweiterung des aktuellen Saatgutportfolios.

„Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Welt. Seine Produktion stagniert jedoch und steht unter dem Druck anhaltender Dürren und Hitzewellen. Unsere Vereinbarung mit RAGT wird das bald ändern“, sagte Peter Mueller, Leiter des Bereichs Getreide, Baumwolle, Raps und Biokraftstoffpflanzen bei Bayer Crop Science, zitiert in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Sébastien Chatre, Forschungs- und Entwicklungsleiter bei RAGT, erklärte, die Partnerschaft werde die Entwicklung hybrider Weizenlösungen beschleunigen und es beiden Unternehmen ermöglichen, besser auf die sich wandelnden Bedürfnisse von Landwirten und der Saatgutbranche zu reagieren.

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