Adecoagro schließt Übernahme des Caarapó-Werks für 705 Millionen R$ ab
Adecoagro hat das Zucker- und Ethanolwerk Caarapó von Raízen für 705 Millionen R$ übernommen, 7 % unter dem zunächst genannten Betrag. 2027 soll die Verarbeitung auf 4,5 Millionen Tonnen Zuckerrohr steigen.
Endpreis liegt unter dem angekündigten Betrag
Adecoagro hat die Übernahme des Zucker- und Ethanolwerks Caarapó von der Raízen-Gruppe abgeschlossen, nachdem alle Bedingungen des Kaufvertrags erfüllt und die erforderlichen behördlichen Genehmigungen erteilt worden waren. Das Werk im Bundesstaat Mato Grosso do Sul wird nun unter der Eigentümerschaft und Leitung von Adecoagro betrieben.
Der bei Abschluss bar gezahlte Kaufpreis belief sich auf 705 Millionen R$, entsprechend rund 136 Millionen US$. Globo Rural zufolge lag der endgültige Betrag 7 % unter dem ursprünglich angekündigten Preis. Als die Vereinbarung am 20. Juli 2026 veröffentlicht wurde, bezifferte Exame das Geschäft auf schätzungsweise 760 Millionen R$. Darin waren auch die Übertragung von Raízens Zuckerrohr und die mit dem Werk verbundenen Lieferantenverträge enthalten.
Adecoagro will den Zuckerrohrdurchsatz erhöhen
Caarapó verarbeitete in der Erntesaison 2025/26 insgesamt 3,5 Millionen Tonnen Zuckerrohr. Auf dieser Grundlage errechnete Adecoagro einen Kaufpreis von rund 39 US$ je Tonne Verarbeitungskapazität. Das Werk kann jährlich etwa 6 Millionen bis 7 Millionen Tonnen Zuckerrohr verarbeiten und verfügt damit über erheblichen Spielraum für eine höhere Auslastung.
Für 2027 plant Adecoagro in Caarapó mit 4,5 Millionen Tonnen, 1 Million Tonnen mehr als 2025/26. Das zusätzliche Zuckerrohr soll aus Überschüssen der bestehenden Betriebe stammen. Caarapó liegt rund 100 Kilometer von Adecoagros Werken Angélica und Ivinhema entfernt. Das erleichtert die gemeinsame Steuerung der drei Standorte als regionaler Produktionsverbund.
Integration soll Kosten senken und Flexibilität erhöhen
Renato Junqueira Santos Pereira, Leiter des Geschäfts mit Zucker, Ethanol und Energie bei Adecoagro, erklärte, das Unternehmen wolle zunächst die Erntesaison in Caarapó verlängern und später zu einem kontinuierlichen Erntemodell übergehen. Verbessert werden sollen außerdem die industrielle Effizienz, die Anlagenauslastung und die je Tonne Zuckerrohr eingespeiste Strommenge. Auch die landwirtschaftlichen Verfahren der bestehenden Standorte sollen übernommen werden.
Das erworbene Werk wird mit Adecoagros vorhandener Verwaltungsstruktur geführt. Zusätzliche Lagerkapazitäten, mehr Vermarktungsflexibilität und die Größe der integrierten Plattform sollen die zahlungswirksamen Stückkosten senken. Für den gesamten Verbund in Mato Grosso do Sul erwartet Adecoagro 2027 eine Verarbeitung von 17 Millionen Tonnen. Caarapó kann Zucker, wasserhaltiges Ethanol, wasserfreies Ethanol und erneuerbaren Strom produzieren.
Für Raízen ist der Verkauf Teil einer Strategie zur Optimierung des Anlagenportfolios und Vereinfachung des Betriebs. Exame berichtete bei Ankündigung des Geschäfts, dass Raízen nach dessen Abschluss 23 Werke mit einer installierten Verarbeitungskapazität von insgesamt rund 69 Millionen Tonnen je Erntesaison behalten werde. Die Publikation verwies zudem auf Raízens außergerichtliche Restrukturierung, die Schulden von mehr als 65 Milliarden R$ umfasst. Adecoagro erweitert damit seine Präsenz in Mato Grosso do Sul, während Raízen Liquidität freisetzt und sein agroindustrielles Portfolio verkleinert.
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