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Zyperns Solarregeln geraten bei wachsender Photovoltaikleistung unter Druck

Photovoltaik deckt inzwischen rund ein Viertel des täglichen Strombedarfs Zyperns, doch der Großteil der Erzeugung gelangt nicht direkt an den Markt. Regulierte Preise, Grenzen für bilaterale Verträge und die Abregelung großer Solarparks bestimmen die Verteilung von Kosten und Nutzen.

Zyperns Solarregeln geraten bei wachsender Photovoltaikleistung unter Druck

Kleine Anlagen dominieren die Solarstromerzeugung

Photovoltaik deckt inzwischen rund ein Viertel des täglichen Strombedarfs Zyperns, berichtet sbctv.gr. Ein großer Teil dieser Erzeugung gelangt jedoch nie direkt an den Strommarkt. Entscheidend ist deshalb nicht nur die produzierte Solarstrommenge, sondern auch, welche Anlagen vergütet werden, wie sich ihr Preis bestimmt und wer die Kosten für den Netzausgleich trägt.

Die von der Publikation zitierten offiziellen Daten des Verteilnetzbetreibers teilen die dezentrale Photovoltaikerzeugung in drei Hauptkategorien ein. Mehr als 102.000 kleine Anlagen auf Wohn- und Gewerbegebäuden prägen das Solarprofil: 99.854 nutzen Net Metering und 2.343 Net Billing. Nur 254 Großanlagen nehmen am Markt teil, sodass das kommerzielle Segment nach Anlagenzahl deutlich kleiner als die Dachsolarbranche ist.

Die Zusammensetzung verändert sich mit der Nachfrage. An einem verbrauchsarmen Tag decken große Solarparks 3,9% des gesamten Strombedarfs, an einem nachfragestarken Tag steigt ihr Anteil auf 9,8%. Der Anteil nicht steuerbarer Haushaltsanlagen sinkt dagegen von 8,8% auf 3,7%. Ihre Erzeugung bleibt mit 972 MWh beziehungsweise 876 MWh relativ stabil. Die veränderten Anteile ergeben sich somit aus dem Gesamtbedarf und nicht aus einer erheblichen Abregelung der Haushaltsanlagen.

Große Solarparks tragen das Abregelungsrisiko

Bei niedriger Nachfrage und starker Sonneneinstrahlung entfällt fast die gesamte zur Netzstabilisierung erforderliche Abregelung auf große Photovoltaikparks, schreibt sbctv.gr. Kleine, dezentrale Erzeuger sind von Leistungsbegrenzungen weniger betroffen. Große Anlagen übernehmen damit ein Betriebsrisiko, das für Verbraucher auf der Stromrechnung nicht unmittelbar sichtbar ist.

Der größte Teil der Photovoltaikerzeugung bleibt zudem für die Marktpreisbildung praktisch unsichtbar. Eigenverbrauch und dezentrale Erzeugung senken besonders in sonnigen Stunden die Strommenge, die konventionelle Kraftwerke liefern müssen, setzen aber selbst keinen Marktpreis. Aussagen, wonach eine Überarbeitung von Solarstromverträgen die Rechnungen schnell und umfassend senken könnte, sind deshalb nur eingeschränkt belastbar.

Regulierte Preise begrenzen den Handelsspielraum

Strom aus erneuerbaren Energien, der im Rahmen nationaler Förderprogramme gekauft wird, erhält einen regulierten Preis von 0,11 €/kWh. Grundlage sind die Methodik der zyprischen Energieregulierungsbehörde zur Brennstoffkostenanpassung und die Regulierungsentscheidung 112/2023. Überschreiten die vermiedenen Erzeugungskosten der Electricity Authority of Cyprus diesen Schwellenwert, wird der Preis auf den durchschnittlichen Einkaufspreis der Jahre 2013-2022 festgesetzt.

Der Rechtsrahmen schränkt auch Vertragsabschlüsse ein. Nach der CERA-Regulierungsentscheidung 01/2021, KDP 359/2021, Absatz 7.74, darf EAC Supply ausdrücklich keine bilateralen Großhandelsverträge schließen. Die einzige Ausnahme gilt für Strom aus Anlagen erneuerbarer Energien in nationalen Programmen, der exakt zu 0,11 €/kWh gekauft wird. Für ausgehandelte Preise und flexiblere Geschäftsmodelle bleibt daher wenig Raum.

Vorschläge zur Überarbeitung von Solarstromvereinbarungen können folglich nur einen kleinen, sichtbaren Teil der gesamten Photovoltaikerzeugung erfassen. Eine breitere Wirkung auf Stromrechnungen hängt davon ab, wie das Abregelungsrisiko verteilt wird, wie sich das Verhältnis zwischen Dachanlagen und Großparks entwickelt und ob die Regeln für den festen Solarstrompreis geändert werden. Für eine belastbare Bewertung sind transparentere Angaben zur Zahl der Verträge, zu den erfassten Produktionsmengen und zu den verantwortlichen Akteuren erforderlich.

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