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Zypern plant erste Erdgaslieferungen nach Europa ab Frühjahr 2028

Zypern will ab Frühjahr 2028 Gas aus dem Offshorefeld Cronos über Ägypten nach Europa liefern. Eni und TotalEnergies planen eine 105 Kilometer lange Pipeline zum Zohr-Feld; Verarbeitung und Verflüssigung sollen anschließend in Damietta erfolgen.

Zypern plant erste Erdgaslieferungen nach Europa ab Frühjahr 2028

Erste Lieferungen für das Frühjahr 2028 vorgesehen

Zypern könnte den europäischen Markt ab Frühjahr 2028 mit Erdgas beliefern, sagte Energieminister Michalis Damianou der Associated Press laut HuffPost Greece. Europa erhielte damit eine weitere Gasquelle, während der Krieg in der Ukraine und die Lage im Nahen Osten die regionale Energiesicherheit weiter beeinflussen.

Das geplante Angebot stammt aus dem Offshorefeld Cronos südlich von Zypern. Die Projektpartner Eni aus Italien und TotalEnergies aus Frankreich trafen im vergangenen Monat die endgültige Entscheidung zur Erschließung, erklärte Damianou. Cronos ist eines von bislang sechs entdeckten Gasfeldern in der ausschließlichen Wirtschaftszone Zyperns.

Nach Angaben des Ministers wäre es das erste Mal, dass Gas aus Feldern im östlichen Mittelmeer die europäischen Märkte erreicht. Der wirtschaftliche Erfolg hängt von der Fertigstellung der Verbindung nach Ägypten und vom Zugang zu bestehenden Verarbeitungs- und Verflüssigungskapazitäten ab.

Pipeline bindet Cronos an ägyptische Infrastruktur an

Nach dem Zeitplan von Eni und TotalEnergies soll der Bau einer Pipeline zwischen Cronos und der Infrastruktur am ägyptischen Gasfeld Zohr im weiteren Jahresverlauf beginnen. Die Strecke ist 105 Kilometer beziehungsweise 65 Meilen lang; die Bauarbeiten sollen bis zu 18 Monate dauern.

Nach Fertigstellung der Verbindung wird das Gas durch Ägypten zur Anlage in Damietta an der Nordküste geleitet. Dort soll es verflüssigt und für den Transport nach Europa auf Schiffe verladen werden. Die Entwickler können dadurch vorhandene ägyptische Infrastruktur nutzen, statt eine eigene LNG-Anlage auf Zypern zu errichten.

Cronos enthält mehr als 3 Billionen Kubikfuß Gas. Die Vereinbarung sieht vor, die gesamte Menge in Europa zu vermarkten. Eine Klausel erlaubt jedoch, rund ein Fünftel zur Deckung eines Teils des ägyptischen Energiebedarfs zu verwenden. Damit könnten etwa vier Fünftel für Europa verbleiben, sofern Produktion und Projektumsetzung planmäßig verlaufen.

Zypern wirbt auch um Kapital für Stromverbindung

Damianou begrüßte zudem den Einstieg der französischen Investmentgesellschaft Meridiam als Finanzier des Great Sea Interconnector. Das geplante Stromkabel soll Zypern mit dem europäischen Netz verbinden und später bis Israel verlängert werden.

Zypern ist derzeit vom europäischen Stromnetz isoliert. Laut Damianou ist das Kabel für Europa wichtig, weil es diese Isolation beendet und die Grundlage für eine spätere Verbindung mit Israel schafft. Zusätzliche private Investitionen sollen die Belastung zyprischer Verbraucher begrenzen; zugleich wird eine weitere Finanzierung durch die Europäische Union geprüft.

Gas- und Stromprojekt verfolgen unterschiedliche Entwicklungswege, sollen Zypern aber beide enger an regionale und europäische Energiesysteme anbinden. Für Gasproduzenten und LNG-Händler sind der Baubeginn, die Fertigstellung innerhalb der geplanten 18 Monate und die Einsatzbereitschaft der ägyptischen Route für Lieferungen ab Frühjahr 2028 die nächsten entscheidenden Etappen.

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