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Zucker-Großhandelspreise in St. Petersburg steigen im Juli von 60 auf 90 Rubel je Kilogramm

Die Großhandelspreise für Zucker in St. Petersburg stiegen im Juli von rund 60 auf 90 Rubel je Kilogramm, berichteten Marktteilnehmer gegenüber Fontanka. Analysten führen den Anstieg entweder auf Saisonalität oder auf die Erwartung einer kleineren Zuckerrübenernte zurück.

Zucker-Großhandelspreise in St. Petersburg steigen im Juli von 60 auf 90 Rubel je Kilogramm

Großhandelspreis in St. Petersburg steigt um 50%

Die Großhandelspreise für Zucker in St. Petersburg stiegen im Juli von rund 60 auf 90 Rubel je Kilogramm, berichteten von Fontanka zitierte Marktteilnehmer. Das entspricht einem Anstieg von etwa 50% innerhalb eines Monats. Ein Vertreter des Großhandels sagte der Publikation, die Bewegung sei zu stark, um sie allein mit saisonalen Faktoren zu erklären.

Auch die amtlichen Einzelhandelsdaten zeigen einen anhaltenden Preisanstieg. Rosstat ermittelte zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 einen Zuckerpreis von 67,8 Rubel je Kilogramm. Am 8. Juli waren es bereits 79,79 Rubel, ein Plus von 17,68%. Einzel- und Großhandelspreise entwickeln sich nicht vollkommen parallel, sind jedoch eng miteinander verbunden.

Aus mehreren Erzeugerregionen wurden ebenfalls höhere Preise gemeldet. Laut sugar.ru erhöhten Großhändler in Barnaul ihre Angebote von 70 Rubel je Kilogramm am 6. Juli auf 78 Rubel am 28. Juli. In Belgorod stiegen die Notierungen von 60–63 auf 65–67 Rubel, in der Region Woronesch von 62–63 auf 65–66,7 Rubel und in Lipezk von 62–64 auf 66,8 Rubel. TD Sugar meldete für unverpackten Zucker einen Anstieg von 66,9 auf 72,5 Rubel je Kilogramm.

Kleinere Rübenfläche weckt Versorgungssorgen

Über die Ursachen besteht Uneinigkeit. Arkady Zlochevsky, Vorsitzender des Getreideverbands, brachte die schwächere Lage im Zuckerrübensegment mit der vorgeschriebenen Umstellung auf russisches Saatgut in Verbindung. Ausländische Sorten hatten zuletzt einen Anteil von mehr als 90%, inzwischen seien es 70%. Er erwartet, dass eine etwas kleinere Anbaufläche und niedrigere Erträge die Gesamternte verringern.

Nach Rosstat-Daten umfasste die russische Zuckerrübenfläche am 1. Juni 2026 noch 1,089 Millionen Hektar, nach zuvor 1,14 Millionen Hektar. Ein von Fontanka zitierter Marktteilnehmer erklärte, Rübenerzeuger hielten angesichts der erwarteten kleineren Ernte Bestände aus dem Vorjahr zurück und stützten damit die Zuckerpreise.

Einige Produzenten haben die Umstellung bereits abgeschlossen. Die Agrarholding Step verwendete bei der Frühjahrsaussaat 2024 ausschließlich russisch gezüchtetes Zuckerrübensaatgut, sagte PR-Direktorin Irina Gruzinova. 2023 hatte dessen Anteil 70% betragen.

Verarbeitung der neuen Ernte könnte den Markt entlasten

Evgeny Ivanov, leitender Experte bei IKAR, vertritt eine andere Einschätzung und sieht die Preise im Rahmen des üblichen Saisonverlaufs. Großhandelspreise steigen normalerweise von November bis Juli und sinken, wenn die neue Ernte auf den Markt kommt. In einigen Regionen seien die Notierungen bereits die zweite Woche in Folge gefallen.

Die erste Zuckerrübenfabrik im Süden nahm am 26. Juli den Betrieb auf. Bis zum 29. Juli sollten mindestens vier der fünfzehn regionalen Werke laufen. Zucker aus der neuen Ernte wurde damit bereits im Juli an Käufer ausgeliefert. Überhangbestände sorgen für zusätzliches Angebot.

Russlands Zuckerproduktion dürfte nur leicht sinken: von rund 6,4 Millionen Tonnen in der auslaufenden Saison von August bis Juli auf 6,3 Millionen Tonnen 2026/27. Der Inlandsverbrauch beträgt jährlich 5,6 Millionen Tonnen; weitere 0,4 Millionen Tonnen werden hauptsächlich aus Belarus importiert. Ivanov erwartet deshalb keine Beeinträchtigung der Inlandsversorgung, da Russland stattdessen seine Exporte reduzieren könne. Mehr Klarheit dürfte der Herbst bringen, wenn Rübenernte und Verarbeitung voranschreiten.

Vollständige Marktanalyse

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