Yamagatas Kirschernte soll 10.000 Tonnen übersteigen, Preise fallen um 20 %
Die Präfektur Yamagata erwartet dank günstigen Frühlingswetters und künstlicher Bestäubung erstmals seit drei Jahren mehr als 10.000 Tonnen Kirschen. Bis zum 16. Juli erreichten die JA-Lieferungen an den Großhandel 190 % des Vorjahresvolumens, während die Preise um rund 20 % sanken.
Ernte kehrt auf ein übliches Niveau zurück
Die Kirschproduktion in der japanischen Präfektur Yamagata dürfte erstmals seit drei Jahren mehr als 10.000 Tonnen erreichen, berichtete der zum Nippon-Television-Netzwerk gehörende Sender YBC. Die Präfektur führt die Erholung auf günstiges Wetter im zeitigen Frühjahr und die künstliche Bestäubung in den Anbaugebieten zurück.
Die Prognose bedeutet eine deutliche Verbesserung nach zwei schwachen Saisons. Tōru Saitō, stellvertretender Leiter von JA Zen-Noh Yamagata, erklärte, das Volumen sei sowohl im vergangenen als auch im vorvergangenen Jahr auf etwa die Hälfte des üblichen Niveaus gefallen. Der aktuelle Anstieg fällt im Jahresvergleich daher kräftig aus, entspricht nach seiner Einschätzung aber einer Rückkehr zur Normalität und keiner außergewöhnlichen Ernte.
JA-Marktanlieferungen erreichen 190 % des Vorjahres
Bis zum 16. Juli verkauften die landwirtschaftlichen Genossenschaften Yamagatas fast doppelt so viele Kirschen an Großhandelsmärkte wie in der vorangegangenen Saison. Saitō bezifferte das für den Markt bestimmte Volumen auf 190 % des Vorjahreswertes. Der Vergleich spiegelt sowohl die Erholung der Produktion als auch das ungewöhnlich knappe Angebot der schwachen Saison 2024 wider.
Auch Entscheidungen über die Vermarktungswege erhöhten die Menge im regulären Handel. Laut JA Zen-Noh Yamagata leiteten einige Erzeuger Kirschen, die zuvor für das Geschenksegment vorgesehen waren, in gewöhnliche Marktkanäle um. Zusätzlich zur größeren Ernte stand Groß- und Einzelhändlern damit mehr Ware zur Verfügung. Die Marktzahlen ergeben sich folglich aus höheren Erträgen in den Anlagen und einer veränderten Aufteilung der Absatzkanäle.
Größeres Angebot drückt die Preise
Die Preise der über den Markt verkauften Kirschen lagen laut YBC rund 20 % unter dem Vorjahresniveau. JA Zen-Noh Yamagata führt den Rückgang auf das höhere Handelsvolumen zurück, einschließlich der aus dem Geschenkgeschäft umgeleiteten Ware. Die Entwicklung baut einen Teil des Knappheitsaufschlags aus den beiden vorangegangenen kleinen Ernten ab, als die begrenzte Verfügbarkeit für einen engeren Markt sorgte.
Für die Erzeuger bringt die Erholung mehr verkaufsfähige Ware, setzt aber den Erlös je Einheit unter Druck. Das Ergebnis hängt davon ab, wie stark die Ernte des einzelnen Betriebs gestiegen ist, welche Qualität erzielt wurde und über welche Kanäle die Ware verkauft wurde. Groß- und Einzelhändler können unterdessen größere Mengen zu niedrigeren Einkaufspreisen beziehen. Die Saison zeigt zudem, wie schnell Kirschpreise reagieren, wenn sich Produktionsbedingungen und Absatzverteilung gleichzeitig verändern. Mit mehr als 10.000 Tonnen normalisiert sich das Angebot, doch der Preisrückgang um 20 % zeigt, dass der Markt deutlich mehr Früchte aufnehmen muss als im Vorjahr.