Yamagatas Kirschernte soll sich auf 10.200 Tonnen erholen
Die Präfektur Yamagata erwartet eine Kirschernte von rund 10.200 Tonnen und damit erstmals seit drei Jahren wieder mehr als 10.000 Tonnen. Die Menge bleibt unter dem Zehnjahresmittel, während die Verkaufspreise wegen des höheren Angebots etwa 20 bis 30 % unter dem Vorjahresniveau liegen.
Ernte erholt sich nach zwei schwachen Jahren
Die Präfektur Yamagata, Japans führende Region für den Kirschenanbau, erwartet laut Yamagata Broadcasting in dieser Saison eine Ernte von rund 10.200 Tonnen. Die Schätzung beruht auf den erfassten Mengen der japanischen Agrargenossenschaften JA und der Obst- und Gemüsemärkte in der Präfektur. Bestätigt sich die Prognose, übersteigt die Produktion erstmals seit drei Jahren wieder 10.000 Tonnen.
Die erwartete Menge liegt etwa 1.900 Tonnen über den 8.310 Tonnen des Vorjahres, der kleinsten Ernte seit Beginn der Heisei-Ära. Damit endet eine Folge von zwei besonders schwachen Saisons, ohne dass die Produktion bereits ihr zuletzt übliches Niveau erreicht. Zur durchschnittlichen Ernte der vergangenen zehn Jahre von 12.100 Tonnen fehlen weiterhin rund 1.900 Tonnen.
Wetterschäden begrenzten die vorigen Ernten
Vor zwei Jahren erntete Yamagata 8.590 Tonnen, nachdem hohe Temperaturen während der Erntezeit die Früchte geschädigt hatten. Im vergangenen Jahr drückte ungünstiges Wetter während der Blüte die Produktion weiter auf 8.310 Tonnen. Beide Saisons zeigten, wie empfindlich Ertrag und vermarktbare Qualität in verschiedenen Phasen des Wachstumszyklus auf das Wetter reagieren.
Auch in dieser Saison bestanden Risiken. Nach Angaben der Präfektur ließen Fröste Anfang April in einigen Obstanlagen die Stempel absterben. Behörden und landwirtschaftliche Organisationen verstärkten jedoch ihre Maßnahmen zur Fruchtbildung, darunter die Förderung des Einsatzes von Honigbienen in den Anlagen. Dies stützte den Fruchtansatz nach der Blüte und begrenzte die Folgen des frühen Frosts für die Gesamternte.
Weniger Hitzestress stützt die Erntequalität
Auch während der Ernte waren die Bedingungen günstiger. Nach Angaben der Präfektur gab es weniger Tage mit hohen Temperaturen, sodass hitzebedingte Schäden seltener auftraten als vor zwei Jahren. Die Förderung des Fruchtansatzes und der geringere Hitzestress ermöglichten die Erholung trotz der Verluste in frostgeschädigten Anlagen.
Die größere Ernte wirkt sich bereits auf den Markt aus. Laut Yamagata Broadcasting liegen die Verkaufspreise etwa 20 bis 30 % unter dem Niveau des knappen Vorjahres. Die Erzeuger können nach zwei schwachen Saisons wieder größere Mengen absetzen, doch die niedrigeren Stückpreise dürften den Umsatzanstieg begrenzen. Einkäufer, Verarbeiter und Obstgroßhändler erhalten mehr Ware zu weniger hohen Preisen, das Angebot bleibt jedoch unter dem Produktionsmittel der vergangenen zehn Jahre. Die Prognose signalisiert daher eine deutliche Erholung, aber noch keine vollständige Normalisierung.