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Wonderplant plant 130-Millionen-€-Tomatenanlage in Ptolemaida

Wonderplant plant eine Investition von 130 Millionen € in eine Hydroponikanlage für Tafel­to­maten in Ptolemaida und überträgt damit sein Modell aus Drama. Beide Standorte sollen zusammen rund 12 % des griechischen Verbrauchs decken und die jährlichen Importe von 130.000 Tonnen verringern.

Wonderplant plant 130-Millionen-€-Tomatenanlage in Ptolemaida

Wonderplant überträgt sein Hydroponikmodell nach Nordgriechenland

Wonderplant, das Unternehmen des griechischen Geschäftsmanns und SEV-Vorsitzenden Spyros Theodoropoulos, plant eine Investition von 130 Millionen € in Ptolemaida. Dort sollen Tafel­to­maten in großtechnischer Hydroponikkultur erzeugt werden. Das Vorhaben übernimmt das Modell des bestehenden Betriebs in Petrousa in der nordgriechischen Region Drama.

Nach Angaben von Sofokleousin soll die anfängliche Produktion in Ptolemaida etwa 6 % des gesamten griechischen Verbrauchs an Tafel­to­maten decken und die Einfuhren entsprechend senken. Euro2day bezeichnet das Projekt als nächste Etappe einer Strategie, die auf Wonderplants Investition von 178 Millionen € in Drama aufbaut. Die Berichte unterscheiden somit zwischen dem bereits in Drama eingesetzten Kapital und den geplanten 130 Millionen € für Ptolemaida.

Inländisches Angebot bleibt hinter dem Verbrauch zurück

Griechenland verfügt über günstige Anbaubedingungen und eine bedeutende Produktion von Verarbeitungstomaten, kann seinen Bedarf an Tafel­to­maten jedoch nicht selbst decken. Sofokleousin zufolge importiert das Land jährlich 130.000 Tonnen im Wert von 180 Millionen €. Der neue Komplex soll einen Teil dieser Menge ersetzen und ist nicht vorrangig als Exportbetrieb konzipiert.

Der Wonderplant-Standort in Drama begann mit einer Gewächshausfläche von 100 Stremmata und wurde schrittweise auf 300 Stremmata erweitert. Heute erzeugt er jährlich 22.000 Tonnen Tafel­to­maten und deckt 6,3 % des griechischen Verbrauchs. Mit der Anlage in Ptolemaida soll der gemeinsame Anteil auf rund 12 % steigen und sich damit annähernd verdoppeln.

Hohe Flächeneffizienz ermöglicht den Ausbau

Laut Theodoropoulos benötigt das Hydroponiksystem je Tonne Erzeugnis 94 % weniger Fläche und ist nicht auf fruchtbares Agrarland angewiesen. Wonderplant nutzt karge, nicht kultivierbare Flächen. Das Unternehmen kann seine Gewächshauskapazität daher ausbauen, ohne produktive Felder anderen Kulturen zu entziehen, und große Mengen auf einem konzentrierten Standort erzeugen.

Der Betrieb in Drama zeigt zudem die Beschäftigungswirkung der intensiven Gewächshausproduktion. Dort arbeiten 439 Vollzeitbeschäftigte, davon sind 68 % Frauen. Die verfügbaren Berichte nennen weder eine Beschäftigtenzahl noch einen Produktionsbeginn für Ptolemaida.

Stärkerer inländischer Wettbewerber für Importeure

Erreicht die neue Anlage ihren angestrebten Marktanteil, wird Wonderplant für griechische Einzelhändler und Distributoren zu einem größeren Lieferanten. Importeure erhalten zugleich stärkere Konkurrenz durch eine ganzjährig produzierende heimische Anlage. Das Projekt allein beseitigt das griechische Defizit nicht: Auch bei einem gemeinsamen Anteil von rund 12 % wird der größte Teil des Marktes weiterhin von anderen griechischen Erzeugern und Importen versorgt. Dennoch kann die Investition in einem Markt mit jährlichen Importausgaben von 180 Millionen € ein messbares Volumen ersetzen.

Für griechische Produzenten zeigt der Ausbau, welche Größenordnung kontrollierter Gewächshausanbau auf Flächen erreichen kann, die für konventionelle Landwirtschaft ungeeignet sind. Für Händler und Importeure hängt die Wirkung davon ab, wie zuverlässig beide Anlagen liefern und welche Importmengen sie verdrängen. Entscheidend wird sein, ob Wonderplant die Produktionsleistung von Drama in Ptolemaida bei wettbewerbsfähigen Kosten und gleichbleibender Qualität wiederholen kann.

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