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Westkalimantan beschleunigt ISPO-Zertifizierung bei strengeren Marktanforderungen

Westkalimantan beschleunigt die ISPO-Zertifizierung, um den Marktzugang seiner wachsenden Palmölindustrie zu sichern. Bis Juni 2026 waren 119 Plantagenunternehmen und nur zwei Bauernorganisationen zertifiziert; die Anbaufläche umfasst 2,34 Millionen Hektar.

Westkalimantan beschleunigt ISPO-Zertifizierung bei strengeren Marktanforderungen

Zertifizierung soll Marktzugang sichern

Westkalimantan will die Zertifizierung von Plantagenunternehmen und Erzeugern nach dem Standard Indonesian Sustainable Palm Oil beschleunigen, da internationale Käufer strengere Vorgaben für Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit machen. Rino Anteno Tengo, kommissarischer Leiter der Provinzbehörde für Plantagen und Viehzucht, bezeichnete ISPO laut der indonesischen Nachrichtenagentur ANTARA als strategische Antwort auf die steigenden Anforderungen der Weltmärkte.

Die Initiative betrifft eine der größten Palmöl produzierenden Provinzen Indonesiens. Die Anbaufläche Westkalimantans erreichte 2025 insgesamt 2,34 Millionen Hektar. Die gemeinsame Produktion von Rohpalmöl und Palmkernen belief sich auf 7,99 Millionen Tonnen. Mit der weiteren Ausdehnung der Plantagen erwartet die Provinz steigende CPO-Mengen und damit einen größeren Bedarf an verlässlichen Systemen für den Absatz auf internationalen Märkten.

Bei einer ISPO-Informations- und Beratungsveranstaltung des westkalimantanischen Verbandsarms der Indonesian Palm Oil Association, GAPKI, in Pontianak erklärte Rino, die Zertifizierung solle der Branche helfen, auf Umweltbedenken gegenüber indonesischem Palmöl zu reagieren und sich im härteren globalen Wettbewerb zu behaupten.

Rückverfolgbarkeit belastet Kleinbauern besonders

Die Transparenz der Lieferkette steht im Zentrum des Vorhabens. Unternehmen benötigen Herkunftsnachweise, um die geltenden Marktregeln zu erfüllen, darunter die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte. Sie verpflichtet Marktteilnehmer zu prüfen, dass erfasste Waren auf dem EU-Markt nicht von entwaldeten Flächen stammen.

Für unabhängige Kleinbauern besteht ein besonderes Risiko, weil mangelhafte Unterlagen und Rückverfolgbarkeit ihre Erzeugnisse aus globalen Lieferketten verdrängen können. Die Provinz will ihre Unterstützung daher nicht auf Plantagenunternehmen beschränken, sondern auch Bauern im Umfeld der Konzessionen einbeziehen. Im Mittelpunkt stehen Dokumentation, Arbeits- und Umweltstandards sowie die Vorbereitung angeschlossener Erzeuger.

Die Zertifizierung ist bislang ungleich verteilt. Von ANTARA zitierte Provinzdaten zeigen, dass bis Juni 2026 insgesamt 119 Plantagenunternehmen in Westkalimantan ein ISPO-Zertifikat besaßen. Zertifiziert waren lediglich zwei Bauernorganisationen: Koperasi Persada Engkersik Lestari und Aliansi Petani Kelapa Sawit Keling Kumang, beide im Regierungsbezirk Sekadau. Die Behörden bewerten diesen Stand als deutlich unterhalb ihres Ziels.

Neue Regeln erfassen die gesamte Wertschöpfungskette

Die indonesische Zentralregierung verschärfte das System mit der Präsidialverordnung Nr. 16 von 2025 und der Verordnung des Landwirtschaftsministeriums Nr. 33 von 2025. ISPO erfasst nun neben Plantagen und Mühlen auch nachgelagerte Industrien sowie Bioenergieunternehmen auf Palmölbasis und deckt damit größere Teile der Wertschöpfungskette ab.

Die überarbeiteten Grundsätze ergänzen Transparenzpflichten und verschärfen die Berichterstattung an den Landwirtschaftsminister. Dazu gehören Ergebnisse von Audits und Überwachungen sowie die Bearbeitung von Beschwerden und Einsprüchen. Die Ministerialverordnung sieht bei nicht erfüllten Zertifizierungspflichten schriftliche Verwarnungen, Verwaltungsgeldbußen und eine vorübergehende Betriebseinstellung vor.

Zertifizierte Erzeuger können für Anreize und einen bevorzugten Zugang zu Finanzierung infrage kommen. Die Provinz stellt ISPO deshalb zugleich als Pflicht und als kommerzielles Instrument dar. Eine schnellere Umsetzung verlangt die Zusammenarbeit von Kommunalbehörden, Unternehmen, Bauern, Entwicklungspartnern, Nichtregierungsorganisationen und der Generaldirektion für Plantagen, besonders bei lückenhaften Unterlagen und Herkunftsnachweisen der Kleinbauern.

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