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Apfelbauern in West-Aserbaidschan stehen vor unsicherem Exportgeschäft

West-Aserbaidschan erwartet 20–30 % mehr Äpfel, doch Exporteure sehen Indien, den bislang größten Absatzmarkt, wegen hoher Transportkosten und Problemen im Seeverkehr als verloren an. Kühllager, Verarbeitungsbetriebe und Genossenschaften könnten einen Teil der Ernte von mehr als 1,3 Millionen Tonnen aufnehmen.

Apfelbauern in West-Aserbaidschan stehen vor unsicherem Exportgeschäft

Eine größere Ernte trifft auf weniger Exportchancen

In der iranischen Provinz West-Aserbaidschan hat die Apfelernte begonnen. Die Produktion dürfte um 20–30 % steigen, doch für die Obstbauern ist offen, wo und zu welchem Preis sie ihre Ware verkaufen können. Die Provinz erzeugt rund 30 % der iranischen Äpfel und steht landesweit an erster Stelle. Ihre Vermarktungsprobleme betreffen deshalb auch Verpacker, Verarbeiter und Händler im übrigen Land.

Wie ILNA berichtet, ist Indien, bislang der größte Exportmarkt für Äpfel aus West-Aserbaidschan und insbesondere für rote Sorten, wegen der Lage im Iran und Problemen beim Seetransport kaum noch erreichbar. Der Leiter der regionalen Zollbehörde, Khaled Jangju, erklärte, dass lediglich 21.000 Tonnen Äpfel aus der Vorjahresproduktion exportiert worden seien. Höhere Transportkosten könnten die Ausfuhren auch in der laufenden Saison behindern.

Jafar Nikzad, Mitglied der Landwirtschaftskommission der iranischen Handelskammer und Vorsitzender des Verbands der Agrarexporteure in West-Aserbaidschan, berichtete von Gesprächen über neue Absatzmärkte. Ein anderes Zielland würde den Logistikengpass jedoch nicht beseitigen, da steigende Frachtkosten den Export weiter erschweren könnten. Auch ein erheblicher Teil der iranischen Steinobstausfuhren sei bislang nach Indien gegangen, diese Lieferungen seien unter den derzeitigen Bedingungen jedoch zum Erliegen gekommen.

Devisenvorschriften belasten die Exporteure

Weitere Hürden sind die Rückführung von Exporterlösen in Fremdwährung, die Devisenzuteilung, die Registrierung von Importaufträgen und die mangelhafte Abstimmung staatlicher Systeme. Nikzad forderte, Agrarexporteure vollständig von der Pflicht zur Devisenrückführung zu befreien oder ihre Erlöse zu einem ausgehandelten Kurs mit einem angemessenen Abstand zum aktuellen Kurs anzukaufen.

Eine frühere Regelung der Zentralbank gestattete es Exporteuren, ihre Devisenerlöse bestimmten Banken anzubieten. Nikzad zufolge vergrößerte sich nach der Benennung von fünf Banken jedoch der Abstand zwischen deren Ankaufskursen und dem aktuellen Marktkurs. Dadurch wurde das Verfahren für Exporteure weitgehend unbrauchbar. Ein mangelhafter Datenaustausch zwischen Zentralbank, Zoll, Landwirtschafts- und Industrieministerium sowie der Organisation für Handelsförderung führe zudem dazu, dass ungelöste Fälle von einer Behörde zur nächsten verwiesen würden.

Die Einschränkungen erfassen auch die Importseite des Obsthandels. Exporteure, die Einfuhren von Bananen und anderen tropischen Früchten angemeldet haben, können diese Käufe laut ILNA derzeit nicht abschließen. Nikzad verlangte die Möglichkeit, Registrierungen zu ändern, sowie längere Fristen zur Erfüllung der damit verbundenen Verpflichtungen.

Lagerung und Verarbeitung schaffen einen Puffer

West-Aserbaidschan produziert mehr als 1,3 Millionen Tonnen Äpfel und verfügt über Kühlkapazitäten von ebenfalls mehr als 1,3 Millionen Tonnen. Mohammadreza Asghari, Leiter der Landwirtschaftsbehörde der Provinz, riet den Erzeugern zu einer schrittweisen Vermarktung. Würde die gesamte Ernte auf einmal angeboten, drohten Überangebot, sinkende Preise und Verluste. Die diesjährige Qualität eigne sich für regionale Märkte, sofern die Früchte rechtzeitig geerntet, Nachernteverluste verringert und die Angebotsmengen gesteuert würden.

Die Konzentratfabriken der Provinz haben eine Kapazität von 1,9 Millionen Tonnen. Sie können Äpfel geringerer Qualität aufnehmen, Abfälle begrenzen und den Frischmarkt entlasten. Zusätzlich stehen 73 Annahmestellen für Industrieäpfel bereit, falls die Preise nachgeben.

Das Netzwerk ländlicher Genossenschaften hat bereits mehr als 3.600 Tonnen Äpfel für 65 Milliarden Toman zu vereinbarten Preisen von den Erzeugern gekauft. Provinzdirektor Sajjad Hesami erklärte, Einkauf, Lagerung, Sortierung, Verpackung, Verarbeitung und Vermarktung müssten mit den Verarbeitungsbetrieben abgestimmt werden. Diese Instrumente schaffen einen inländischen Puffer. Bei steigender Produktion und fehlendem Zugang zu Indien hängt ihre Wirkung jedoch davon ab, ob die Früchte vor dem Höhepunkt der Ernte eingelagert, verarbeitet oder auf andere Märkte umgeleitet werden können.

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