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Weltweiter Kohleverbrauch soll 2026 Rekordwert von 8,94 Milliarden Tonnen erreichen

Die IEA erwartet für 2026 einen Anstieg des weltweiten Kohleverbrauchs um 1,2 % auf den Rekordwert von 8,94 Milliarden Tonnen. Hohe Gaspreise und ein wachsender Strombedarf stützen vor allem die Nachfrage in China, Indien und Südostasien.

Weltweiter Kohleverbrauch soll 2026 Rekordwert von 8,94 Milliarden Tonnen erreichen

Hohe Gaspreise verändern den Ausblick

Der weltweite Kohleverbrauch steuert 2026 auf einen weiteren Rekord zu. Höhere Erdgaspreise, wachsender Strombedarf und wetterbedingte Belastungen der Energiesysteme stützen die Nachfrage. Laut der von ms-aktuell.de veröffentlichten Prognose der Internationalen Energieagentur soll der Verbrauch um 1,2 % auf 8,94 Milliarden Tonnen steigen. Ende 2025 hatte die IEA noch einen leichten Rückgang erwartet.

Der Anstieg folgt auf den Rekord von 8,84 Milliarden Tonnen im Jahr 2025, ein Plus von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr. Störungen an den Energiemärkten des Nahen Ostens haben vor allem Flüssigerdgas getroffen. Durch die Straße von Hormus wird kaum Kohle transportiert, doch Einschränkungen im LNG-Handel haben Gas verteuert und Kohleverstromung in Ländern mit Gas- und Kohlekraftwerken wirtschaftlich attraktiver gemacht.

Rund zwei Drittel des weltweiten Kohleverbrauchs entfallen auf die Stromerzeugung. Der globale Strombedarf soll 2026 um 3,6 % wachsen, angetrieben von Industrie, Klimaanlagen, Elektrofahrzeugen und Rechenzentren. Der Stromverbrauch der Rechenzentren stieg 2025 um etwa 17 % beziehungsweise rund 70 Terawattstunden. Der gesamte weltweite Strombedarf erhöhte sich um etwa 800 Terawattstunden.

China und Indien treiben Asiens Nachfrage

China bleibt das Zentrum des globalen Kohlemarktes. Die IEA beziffert den Verbrauch 2025 auf 4,956 Milliarden Tonnen und erwartet 2026 einen Anstieg um etwa 1 % auf rund 5 Milliarden Tonnen. Die Kohleverstromung sank 2025 erstmals seit Jahren, weil Wind- und Solarenergie einen Großteil des zusätzlichen Strombedarfs deckten. Für die Versorgungssicherheit bleiben Kohlekraftwerke jedoch wichtig.

Hohe Ölpreise fördern in China zudem die Herstellung kohlebasierter Chemieprodukte, wodurch heimische Kohle einen Teil des importierten Öls ersetzen kann. Zusätzliche Nachfrage kommt von Rechenzentren. Im Modell der IEA steigt deren weltweiter Stromverbrauch von rund 485 Terawattstunden im Jahr 2025 auf etwa 950 Terawattstunden im Jahr 2030. In China dürfte Kohle kurzfristig einen erheblichen Teil dieses Zuwachses decken.

Für Indien wird ein stärkeres Wachstum erwartet. Nach einem Rückgang um rund 1 % auf 1,299 Milliarden Tonnen im Jahr 2025 prognostiziert die IEA für 2026 einen Anstieg um 4,2 % auf 1,353 Milliarden Tonnen. Hauptgründe sind der wachsende Stromverbrauch und die höhere Produktion von Stahl, Zement und anderen energieintensiven Gütern.

Auch in Südostasien steigt die Nachfrage. Vietnam, Indonesien und die Philippinen benötigen mehr Strom und verfügen über große bestehende Kohlekraftwerksflotten. Vietnam dürfte 2026 mehr Kohle importieren, da der Strombedarf schneller wächst als die heimische Förderung. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zum langfristigen Rückgang in Japan und Teilen Europas.

Mehr Tonnen, aber ein geringerer Stromanteil

Für die Europäische Union wird 2026 ein Verbrauch von rund 276 Millionen Tonnen erwartet. Der Rückgang setzt sich fort, wird durch teures Gas aber gebremst. Deshalb hat die IEA ihre Prognosen unter anderem für Deutschland und Polen angehoben. Eurostat meldete für 2025 historische Tiefstände von etwa 107 Millionen Tonnen Steinkohle und 184 Millionen Tonnen Braunkohle.

Stein- und Braunkohle deckten 2025 zusammen 9,2 % der Bruttostromerzeugung in der EU, gegenüber mehr als einem Drittel im Jahr 1990. In Deutschland sank die Stromerzeugung aus Kohle im ersten Quartal 2026 um 5,1 % auf 30,5 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil fiel von 26,9 % auf 24,1 %. Die erneuerbare Erzeugung stieg um 13,9 % auf 67,5 Milliarden Kilowattstunden und erreichte einen Anteil von 53,3 %.

Die IEA erwartet dennoch, dass erneuerbare Energien die Kohleverstromung weltweit bereits 2026 überholen. Der Kohleanteil an der globalen Stromproduktion soll von 34 % im Jahr 2025 auf rund 27 % bis 2030 sinken. Die Nachfrage aus Stahl-, Zement- und Chemieindustrie bremst jedoch den Rückgang des Gesamtverbrauchs. Australische Kraftwerkskohle mit 6.000 Kilokalorien je Kilogramm kostete Ende August 2026 rund 136 $ je Tonne, bei einem August-Durchschnitt von etwa 131 $ und Spitzenwerten von mehr als 400 $ während der Energiekrise 2022. Im Basisszenario der IEA sinkt die globale Kohlenachfrage 2027 um 0,4 % auf etwa 8,91 Milliarden Tonnen. Entscheidend ist dabei auch, wie schnell sich die LNG-Versorgung stabilisiert.

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