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Weltweite XR-Auslieferungen sinken um 38,7 Prozent, Smart Glasses gewinnen Marktanteile

Die weltweiten Auslieferungen von XR-Geräten sanken im ersten Halbjahr 2026 um 38,7 Prozent auf 1,9 Millionen Stück, wie von go4it.ro veröffentlichte Omdia-Daten zeigen. Smart Glasses gewannen deutlich Marktanteile, konnten den Nachfragerückgang bei Headsets aber nicht ausgleichen.

Weltweite XR-Auslieferungen sinken um 38,7 Prozent, Smart Glasses gewinnen Marktanteile

Auslieferungen sinken im fünften Jahr in Folge

Die weltweiten Auslieferungen von Extended-Reality-Geräten gingen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 38,7 Prozent auf 1,9 Millionen Stück zurück. Das zeigen Omdia-Daten, über die go4it.ro berichtete. Nach dem Nachfragehoch während der Pandemie steuert der Markt damit auf das fünfte Jahr mit rückläufigen Absätzen zu.

Die größte Belastung ging von XR-Headsets aus. Die Nachfrage nach Meta Quest 3 und Quest 3S ließ nach; keines der beiden Modelle löste einen neuen, bedeutenden Austauschzyklus aus. Meta blieb zwar der größte Anbieter, doch der Anteil des Unternehmens an den weltweiten XR-Auslieferungen fiel von 71,3 Prozent im ersten Halbjahr 2025 auf 48,2 Prozent im entsprechenden Zeitraum 2026.

Omdia-Chefanalyst George Jijiashvili sieht die sperrige Bauform der Headsets als Hindernis für eine breitere Akzeptanz. Die Geräte sprechen weiterhin vor allem Nutzer an, die gezielt immersive XR-Erlebnisse suchen. Das begrenzt ihre Reichweite außerhalb der bestehenden Kundengruppe. Omdia prognostizierte im Juni, dass die Auslieferungen eigenständiger XR-Headsets 2026 um 15 Prozent auf 4,7 Millionen Stück im Gesamtjahr sinken würden.

Smart Glasses wachsen von niedriger Basis

XR-Brillen entwickelten sich in die entgegengesetzte Richtung. Ihr Anteil an den gesamten Geräteauslieferungen stieg von 10,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 25,8 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Selbst dieser schnelle Zuwachs reichte jedoch nicht aus, um den wesentlich größeren Volumenverlust bei Headsets auszugleichen.

Fast das gesamte Wachstum bei Brillen entfiel auf Modelle mit angeschlossenem Display, die eine leichtere Bauform für Videos und Spiele bieten. RayNeo, VITURE und XREAL kontrollierten zusammen 93,1 Prozent dieses Segments. Die Nachfrage nach RayNeo Air 4 und der VITURE-Beast-Serie stützte die Anbieter: RayNeo erreichte 9,9 Prozent des gesamten XR-Marktes, VITURE kam auf 8,6 Prozent.

Die hohe Konzentration schafft für Komponentenlieferanten und Distributoren ein übersichtlicheres Wettbewerbsfeld. Sie zeigt zugleich, wie stark die wachsende Kategorie von wenigen Marken abhängt. Omdia zufolge senkt das leichtere Brillenformat die Hürden für Nutzer. Künstliche Intelligenz und räumliche Datenverarbeitung könnten die Aussichten zusätzlich verbessern, wenn XR-Geräte häufiger im Alltag und nicht nur für einzelne Virtual-Reality-Sitzungen eingesetzt werden.

China gewinnt im regionalen Markt an Gewicht

Nordamerika blieb mit 43,9 Prozent der weltweiten Auslieferungen im ersten Halbjahr der größte regionale XR-Markt. Westeuropa belegte mit 23,8 Prozent den zweiten Platz. Großchina verzeichnete den stärksten Anteilsgewinn: von 11,9 Prozent im Jahr 2025 auf 16,3 Prozent im Jahr 2026. Damit überholte die Region den übrigen asiatisch-pazifischen Raum und wurde zum drittgrößten XR-Markt.

Die lokale Nachfrage nach Brillen mit angeschlossenem Display trieb Chinas Aufstieg maßgeblich an. Für Hersteller und Vertriebspartner gewinnt das Land sowohl als Absatzmarkt als auch als Testfeld für leichtere XR-Formate an Bedeutung. Nordamerika bleibt wegen seiner deutlich größeren bestehenden Kundenbasis dennoch unverzichtbar.

Omdia erwartet, dass der weltweite XR-Markt 2027 wieder wächst. Die Juni-Prognose ging von 6,2 Millionen ausgelieferten Geräten im Jahr 2026 und 6,5 Millionen im Jahr 2027 aus. Der begrenzte Anstieg deutet darauf hin, dass Smart Glasses die Branche zunächst stabilisieren, aber keine schnelle Erholung auslösen dürften. Ein breiterer Aufschwung hängt davon ab, ob leichtere Geräte Massenkunden erreichen und Headset-Anbieter bestehenden Nutzern einen überzeugenden Grund zum Aufrüsten bieten können.

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