Weltweite Kaffeeernte soll Rekord von 190 Millionen Säcken erreichen
Die weltweite Kaffeeproduktion soll in der im Oktober beginnenden Kampagne den Rekordwert von 190 Millionen Säcken erreichen, berichtet Agence Ecofin. Das größere Angebot könnte die Beschaffung erleichtern, doch die Preiswirkung hängt von Herkunft, Qualität und Liefergeschwindigkeit ab.
Globale Ernte steuert auf einen Rekord zu
Die weltweite Kaffeeproduktion soll in der im Oktober beginnenden Kampagne einen Rekord von 190 Millionen Säcken erreichen, berichtet Agence Ecofin. Die Prognose ist für die gesamte Wertschöpfungskette relevant, von Erzeugern und Verarbeitern bis zu Exporteuren, Röstern und Einzelhändlern.
Agence Ecofin bezeichnet Kaffee nach Wasser und Tee als das weltweit am dritthäufigsten konsumierte Getränk. Bei diesem Konsumvolumen wirken sich Veränderungen des verfügbaren Angebots auf den Einkauf in den Ursprungsländern, die Lagerhaltung und die Produktionsplanung der Röster aus.
Die vorliegende Prognose enthält weder eine Aufschlüsselung nach Ländern noch eine Trennung zwischen Arabica und Robusta. Auch das verwendete Standardgewicht eines Sacks und ein zahlenmäßiger Vergleich mit der vorangegangenen Kampagne fehlen. Diese Angaben sind nötig, um zu beurteilen, welcher Teil des Rekords einzelne Sorten- und Qualitätssegmente erreicht.
Größeres Angebot könnte die Beschaffung entlasten
Eine Ernte von 190 Millionen Säcken würde das potenziell verfügbare Volumen für Verarbeiter und Händler erhöhen. Eine breitere Rohstoffbasis schafft mehr Beschaffungsoptionen und kann die Abhängigkeit von einzelnen Ursprungsländern verringern. Exporteure und Lagerbetreiber müssen zugleich die Finanzierung, Beförderung und Abwicklung eines möglichen Rekordvolumens vorbereiten.
Eine höhere Produktion führt nicht automatisch zu einem gleich starken Anstieg des exportfähigen Angebots. Inlandsverbrauch, Qualität, Bestände, Verarbeitungskapazitäten und Liefertermine bestimmen, wie viel Kaffee in den internationalen Handel gelangt. Auch das Wetter während der Ernte und die anschließende Logistik beeinflussen die pünktliche Verfügbarkeit.
Für Röster zählt neben dem Gesamtvolumen die Zusammensetzung der Ernte. Verschiedene Herkünfte und Kaffeesorten lassen sich in bestehenden Mischungen nicht vollständig austauschen. Ein globaler Rekord kann deshalb mit einem knappen Angebot bei bestimmten Qualitäten oder Herkünften einhergehen.
Preiswirkung hängt von der Umsetzung ab
Die Prognose deutet auf eine komfortablere Versorgung hin, enthält aber keine Preisschätzung. Marktteilnehmer müssen die 190 Millionen Säcke mit Nachfrage, vorhandenen Beständen und späteren Prognoseänderungen vergleichen. Der stärkste Preisdruck wäre zu erwarten, wenn die Ernte erfolgreich eingebracht wird und ohne größere Verzögerungen auf den Markt kommt.
Für Produzenten fällt die Rechnung anders aus. Ein höherer Ertrag vergrößert die verkäufliche Menge, kann aber zugleich die Verhandlungsposition der Käufer stärken. Die Betriebserlöse hängen von Erträgen, Produktionskosten, Qualitätsprämien und den tatsächlich erzielten Preisen ab.
Vor dem Kampagnenbeginn im Oktober werden Berichte aus den Erzeugerländern für Einkauf und Risikosteuerung entscheidend. Daten nach Land, Kaffeesorte und Qualität werden zeigen, ob der Rekord auf einer breiten Angebotsverbesserung oder auf Zuwächsen in einzelnen Regionen beruht.
Lieferketten bereiten sich auf mehr Volumen vor
Verarbeiter, Exporteure und Importeure müssen Kapazitäten und Betriebsmittel auf die erwartete Ernte abstimmen. Eine Rekordproduktion beansprucht zunächst Lager, Transportmittel und Verarbeitungsanlagen, bevor nachgelagerte Käufer profitieren.
Die Zahl von 190 Millionen Säcken gibt damit eine klare Richtung für die Weltbilanz vor, aber noch keine vollständige Handelskarte. Nun kommt es auf den Ernteverlauf, den exportfähigen Anteil und die Geschwindigkeit an, mit der der Kaffee die Verbrauchermärkte erreicht.
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