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Weltweite Goldschmucknachfrage fällt um 21 Prozent, Italiens Exporte sinken

Die weltweite Nachfrage nach Goldschmuck sank im ersten Halbjahr 2026 um 21 Prozent, nachdem sie 2025 bereits um 18 Prozent zurückgegangen war. Italiens Goldschmuckexporte fielen in den ersten fünf Monaten um 15 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, während die Lieferungen in die USA um 29 Prozent stiegen.

Weltweite Goldschmucknachfrage fällt um 21 Prozent, Italiens Exporte sinken

Hohe Goldpreise bremsen Schmuckkäufe

Die weltweite Nachfrage nach Goldschmuck sank im ersten Halbjahr 2026 um 21 Prozent, nachdem sie 2025 bereits um 18 Prozent zurückgegangen war. Das geht aus einer Analyse von Intesa Sanpaolo hervor, die gemeinsam mit Confindustria Federorafi auf der Vicenzaoro September vorgestellt wurde. Besonders ausgeprägt war der Rückgang im Nahen Osten, einem der wichtigsten Goldschmuckmärkte nach Menge und Wert.

Intesa Sanpaolo nennt den hohen Goldpreis als Hauptgrund für die Abschwächung. Das Metall erreichte Anfang 2026 historische Höchststände und blieb trotz späterer Korrekturen außergewöhnlich teuer. Die Nachfrage nach Gold als sicherem Anlagewert in Zeiten geopolitischer Spannungen und unsicherer Finanzmärkte stützt die Notierungen, erhöht aber zugleich die Materialkosten der Hersteller und die Endpreise für Verbraucher.

Preise dürften über dem Durchschnitt von 2025 bleiben

Nach der in Vicenza vorgestellten Einschätzung könnte sich Gold in den kommenden Jahren verbilligen, jedoch deutlich über den Durchschnittspreisen von 2025 bleiben. Schmuckhersteller müssen daher mit anhaltendem Druck auf Betriebskapital, Beschaffungskosten und Margen rechnen. Sie müssen entscheiden, welchen Teil der Mehrkosten sie über höhere Preise weitergeben und wie stark sie Gewicht, Kollektionen und Sortimente anpassen.

Der weltweite Nachfragerückgang betrifft auch Raffinerien, Komponentenlieferanten, Großhändler und Einzelhändler. Eine geringere physische Nachfrage kann die Produktionsmengen senken, selbst wenn der Geldwert der Lagerbestände hoch bleibt. Märkte, die traditionell große Schmuckmengen aufnehmen, bleiben deshalb für die Aussichten der gesamten Wertschöpfungskette entscheidend.

Italiens Produktion fällt auf das Niveau von 2019

Nach mehreren Jahren des Wachstums verliert die italienische Gold- und Schmuckindustrie an Tempo. Intesa Sanpaolo meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang, wobei das vorliegende Quellenmaterial keinen Prozentsatz nennt. Der Branchenumsatz lag dennoch 50 Prozent über dem Niveau von 2019. Die aktuelle Korrektur folgt somit auf eine lange Expansionsphase und macht das Wachstum seit der Pandemie nicht vollständig rückgängig.

Der Produktionsrückgang fiel stärker aus und drückte die Fertigung auf das Niveau von 2019. Sinkende Mengen und höhere Rohstoffkosten belasten die Hersteller gleichzeitig. Für Italiens spezialisierte Schmuckcluster ist das besonders relevant: Sie konkurrieren mit Design, Handwerkskunst und internationalem Marktzugang, müssen aber zugleich teure Goldbestände finanzieren.

Gesamtexporte sinken, US-Geschäft erholt sich

Italien exportierte in den ersten fünf Monaten 2026 Goldschmuck im Wert von 4,4 Milliarden Euro. Das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Exporte sämtlicher tragbarer Schmuckwaren, einschließlich Produkten aus Silber und plattierten Metallen, gingen um 13,9 Prozent zurück. Die Schwäche beschränkt sich damit nicht auf hochpreisigen Goldschmuck.

Das Gesamtergebnis wurde stark von der Türkei beeinflusst, deren Importe 2024 kräftig gestiegen waren und eine hohe Vergleichsbasis geschaffen hatten. Ohne die Türkei wären Italiens Schmuckexporte um 15 Prozent gewachsen. Die Lieferungen in die USA, einen Kernmarkt der italienischen Hersteller, legten um 29 Prozent zu. Diese Unterschiede zeigen, dass der Abschwung nicht einheitlich verläuft: Hohe Goldpreise dämpfen den weltweiten Konsum, während italienischer Schmuck in mehreren Märkten gefragt bleibt. Hersteller und Exporteure müssen daher geringere globale Mengen bewältigen und ihre Vertriebsressourcen auf Länder konzentrieren, die weiterhin Premiumprodukte zu höheren Preisen aufnehmen.

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