← Zurück zu den Nachrichten

Weltweite Gerstenproduktion soll 2026/27 um 6 Millionen Tonnen sinken

Die weltweite Gerstenerzeugung wird 2026/27 auf rund 150 Millionen Tonnen geschätzt, fast 6 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Höhere Ernten in Nordafrika und der Türkei gleichen einen Teil der Verluste aus, während Europa und Argentinien weniger Exportware anbieten dürften.

Weltweite Gerstenproduktion soll 2026/27 um 6 Millionen Tonnen sinken

Große Erzeugerregionen treiben den Rückgang

Die weltweite Gerstenproduktion dürfte in der Saison 2026/27 rund 150 Millionen Tonnen erreichen und damit fast 6 Millionen Tonnen unter dem vorherigen Wirtschaftsjahr liegen, berichtet Noticias AgroPecuarias. Für Europa, Kanada, Argentinien, Australien, Russland und die Ukraine wird zusammen ein Rückgang um 11 Millionen Tonnen gegenüber 2025/26 erwartet. Bessere Ernten in Nordafrika und der Türkei sollen einen Teil dieses Minus ausgleichen und dazu beitragen, die globale Verfügbarkeit weitgehend im Einklang mit dem Verbrauch zu halten.

Ein großer Teil der Verluste entfällt auf Europa einschließlich des Vereinigten Königreichs, wo die Gerstenernte um 7 Millionen Tonnen sinken dürfte. Trockenheit und hohe Temperaturen trafen Sommergerste stärker als Winterkulturen. Hitzewellen in West-, Mittel- und Südeuropa in der zweiten Junihälfte und erneut Mitte Juli verkürzten die Wachstumszyklen, beschleunigten die Ernte und drückten die Erträge. Nach Angaben von Noticias AgroPecuarias ist die europäische Eigenversorgung nicht gefährdet, der exportfähige Überschuss wird jedoch deutlich kleiner.

Futtergerste gibt das Preissignal

Dasselbe Wetter verursachte bei europäischem Weizen und Mais noch größere Schäden. Die Getreidepreise stiegen und zogen Gerste mit nach oben. Futtergerste bestimmt erneut die Marktrichtung. Bei Braugerste ist die Lage komplexer: Hitze und Trockenheit wecken Qualitätsbedenken, während der schwache Bierkonsum die Nachfrage begrenzt. Gute Ergebnisse in einzelnen Gebieten wie Dänemark stabilisieren das europäische Angebot an Braugerste, obwohl der gesamte Exportüberschuss geschrumpft ist.

In Frankreich, dem größten Getreideproduzenten der Europäischen Union, waren die Bestände bis Mai in gutem Zustand. Die Hitze im Juni beschleunigte jedoch zunächst die Gersten- und danach die Weizenernte. Extreme Temperaturen behinderten zudem die Feldarbeit; in einigen Gebieten wurden Tätigkeiten wegen Brandgefahr eingeschränkt. Die stärksten Ertragseinbußen gab es in zentralen und westlichen Regionen, während Norden und Osten besser abschnitten. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und in Osteuropa sorgen zusätzlich für Unsicherheit bei Energiekosten, Logistik und globalem Getreidehandel.

Argentinien erwartet weniger Ernte und Exportware

Argentiniens Gerstenproduktion 2025/26 wird auf 5,7 Millionen Tonnen geschätzt. Mehr als 3 Millionen Tonnen sind laut den offiziellen Meldungen bereits für den Export gebunden. Zum 14. August 2026 umfassten die Erklärungen 582.611 Tonnen Braugerste, 2.785.405 Tonnen Futtergerste und 429.716 Tonnen Gerstenmalz. Futtergerste dominiert inzwischen klar den Absatzmix. Saudi-Arabien bleibt das wichtigste Ziel für argentinische Futtergerste, Brasilien der führende Markt für Braugerste.

Die argentinische Aussaat für 2026/27 ist nahezu abgeschlossen. Übermäßige Feuchtigkeit, vor allem im Südosten der Provinz Buenos Aires, hat die endgültige Fläche jedoch auf geschätzte 1,1 Millionen Hektar reduziert. Die erste Produktionsprognose liegt bei 4,5 bis 5 Millionen Tonnen und deutet auf weniger Exportware als 2025/26 hin. Für Kanada und die USA bleiben die Ernteschätzungen bei 9,3 Millionen beziehungsweise 3,1 Millionen Tonnen. Australiens Prognose wurde nach günstigen Niederschlägen und früher Aussaat auf 14,6 Millionen Tonnen angepasst, bleibt aber vom weiteren Wetter und möglichen Auswirkungen von El Niño abhängig.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.