Weizen verdrängt Roggen zunehmend aus der Tierfütterung
Roggen muss je Tonne 500–700 Rubel günstiger sein als Weizen der Klassen 3–4, um wirtschaftlich attraktiv zu bleiben. Laut ZOL.ru dürfte sein Anteil an Getreiderohstoffen für Mischfutter von 4,5% auf 3,2–3,8% sinken.
Roggen wird zum Nischenrohstoff
Roggen nimmt in der Mischfutterproduktion eine immer kleinere Rolle ein und konkurriert bei Preis und Nährwert mit Weizen und Gerste. Laut ZOL.ru liegt die wirtschaftliche Hürde für seinen Einsatz bei einem Abschlag von 500–700 Rubel je Tonne gegenüber Weizen der Klassen 3–4. Ohne diesen Preisvorteil haben Futtermittelhersteller wenig Anlass, andere Getreidearten durch Roggen zu ersetzen.
Auch beim Energiegehalt schneidet Roggen ungünstiger ab. Er liefert 10,5 Megajoule je Kilogramm, während konkurrierende Getreidearten 11,5–11,8 Megajoule je Kilogramm erreichen. Mischfutterwerke müssen deshalb einen möglichen Einkaufsvorteil gegen die geringere Energieausbeute je Kilogramm abwägen. Für Tierhalter ist diese Rechnung relevant, weil Rationskosten und Futterverwertung die Wirtschaftlichkeit der Produktion unmittelbar beeinflussen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Tierarten
In der Schweinefütterung besitzt Roggen noch die stärkste Stellung, macht jedoch auch dort nur 5–10% der Ration aus. In Geflügelfutter liegt sein Anteil bei lediglich 1–3%. In der Milchviehhaltung werden 2–4% erreicht, überwiegend in Form von Roggenkleie. Roggen ist damit in allen genannten Bereichen eine ergänzende Zutat und kein tragender Getreiderohstoff.
Besonders begrenzt ist die Verwendung bei Geflügel, wo Roggen mit energiereicheren Getreidearten konkurriert. Milchviehbetriebe schaffen über Roggenkleie einen zusätzlichen Absatzkanal, doch eine Beimischung von 2–4% begrenzt das Marktvolumen. Die Schweinehaltung bleibt der größte Einsatzbereich. Selbst die Obergrenze von 10% reicht jedoch nicht für eine dominierende Stellung in der Ration.
Mischfutterwerke kaufen nur bei konkretem Bedarf
Nach Angaben von ZOL.ru setzen Mischfutterwerke Roggen vor allem bei lokalen Gerstenengpässen, Logistikstörungen oder zur Erfüllung besonderer Verträge für diätetische Fleischprodukte ein. Die Nachfrage kann steigen, wenn ein anderes Getreide vorübergehend fehlt. Unter normalen Beschaffungsbedingungen verdrängt Roggen Weizen oder Gerste jedoch nicht dauerhaft. Für einzelne Werke und Verträge dient er eher als operative Alternative denn als regulärer Rohstoff für große Mengen.
Auch die Ertragslage der Verarbeiter setzt Grenzen. Die Margen in diesem Segment sind auf 5–7% geschrumpft, sodass wenig Spielraum für höhere Rohstoffkosten oder eine geringere Energieausbeute bleibt. Unter diesen Bedingungen entscheiden die Verfügbarkeit von Weizen und sein Preisabstand zu Roggen darüber, ob Werke selbst geringe Roggenanteile beibehalten. Der Anteil von Roggen an den gesamten Getreiderohstoffen für Mischfutter dürfte daher von derzeit 4,5% auf 3,2–3,8% sinken. Die Nachfrage verschwindet nicht, konzentriert sich aber stärker auf Schweinefutter, Roggenkleie für Milchviehbetriebe, zeitweilige Gerstenengpässe und Spezialverträge.
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