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Weizen gibt zur Ernte nach, während niedrigere EU-Prognosen den Markt stützen

Die Ernte auf der Nordhalbkugel belastet Weizen, während niedrigere EU-Ernteprognosen und Käufe großer Importeure den Markt stützen. Bei Soja, Mais, Raps und Sonnenblumen entstehen unterschiedliche Preisbewegungen zwischen Nachfrage und erwartetem Neuanbauangebot.

Weizen gibt zur Ernte nach, während niedrigere EU-Prognosen den Markt stützen

Erntedruck trifft auf niedrigere EU-Erwartungen

Die weltweiten Getreide- und Ölsaatenmärkte bleiben volatil, da die Ernte auf der Nordhalbkugel neues Angebot in die Vermarktung bringt. Weizen korrigiert unter saisonalem Druck, doch reduzierte Ernteprognosen für die Europäische Union und Käufe großer Importeure begrenzen den Rückgang, wie aus einem von ZOL veröffentlichten Marktbericht von Ruseed hervorgeht.

Weizenhändler müssen das unmittelbar verfügbare Ernteangebot gegen das Risiko einer angespannteren europäischen Bilanz abwägen. Die Quelle nennt weder revidierte EU-Produktionsmengen noch konkrete Weizenpreisänderungen, bezeichnet aber die niedrigeren Ernteerwartungen und die Importaktivität als wichtigste Stützen. Die Aussicht auf ein insgesamt hohes Neuanbauangebot begrenzt zugleich das Potenzial einer breiteren Preiserholung.

Nachfrage nach Soja und Mais stützt die Notierungen

Die stärkere chinesische Nachfrage nach US-Sojabohnen und stabile US-Exportverkäufe von Mais stützen die Notierungen für Ölsaaten und Futtergetreide. Innerhalb einer Woche stiegen die FOB-Preise für brasilianische Sojabohnen um 0,7%, während sie in den Vereinigten Staaten um 1,9% fielen. Die bessere Nachfrage führt damit nicht an allen Ursprüngen zu steigenden Preisen.

Auch Mais verbilligte sich im Wochenvergleich. Die FOB-Preise in Argentinien sanken um 1,0%, die US-FOB-Preise für gelben Mais der Klasse 3 um 1,3%. Die Exportverkäufe bilden somit eher einen Boden, als dass sie den Druck des erwarteten Neuanbauangebots umkehren.

Bei den Ölsaaten war die Entwicklung ebenfalls uneinheitlich. Raps verlor 0,2% FOB Kanada und 4,0% FOB Australien. Französische Sonnenblumen verteuerten sich FOB um 2,5%, während russisches Sonnenblumenöl FOB um 0,4% nachgab. Für Verarbeiter und Importeure sind diese Unterschiede bei der Beschaffung von Saaten und Pflanzenölen verschiedener Herkunft relevant, besonders bei abweichenden Erntezeitpunkten und ungleichmäßigem lokalen Angebot.

Russische Ernte erhöht das heimische Angebotsrisiko

In Russland sind fast 40% der Getreidefläche abgeerntet, wobei die Erträge deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Die Ernte von Winterraps gewinnt an Tempo und auch dessen Erträge übertreffen das Vorjahr; die Sonnenblumen- und Sojaernte hat dagegen noch nicht begonnen. Das begrenzte Angebot an alten Sonnenblumensaaten stützt die Preise vorerst. Rekordflächen bei Sonnenblumen und Raps könnten jedoch den Druck erhöhen, falls hohe Erträge mit einer langsamen Erholung der Exportlogistik zusammentreffen.

Die russischen Inlandspreise für Sonnenblumen stiegen innerhalb einer Woche um 0,6% und lagen 1,5% über dem Vorjahresniveau. Die Nachfrage der Verarbeiter und knappe Altbestände wirken unterstützend, doch die für 2026 erwartete Rekordernte bei Sonnenblumen deutet im weiteren Saisonverlauf auf ein größeres Angebot hin.

Raps verteuerte sich in der Woche um 0,2%, blieb aber 5–7% günstiger als ein Jahr zuvor. Die aktuellen Erträge liegen 9% über dem Vorjahr; Rekordanbauflächen und hohe Produktivität nähren die Erwartung der größten russischen Rapsernte aller Zeiten. Sojabohnen legten ebenfalls um 0,2% zu, lagen jedoch rund 10% unter dem Vorjahrespreis. Wegen der kleineren Anbaufläche dürfte die Sojaernte 2026 niedriger ausfallen als im Vorjahr und damit weitere Preisrückgänge bei zunehmender Ernte begrenzen.

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