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Weißes Haus zögert bei Kupferzöllen wegen möglicher Mehrkosten

Das Weiße Haus hat noch nicht abschließend über Zölle auf raffiniertes Kupfer und Kupferkonzentrat entschieden. Die Regierung wägt den Schutz der US-Förderung und Verhüttung gegen höhere Kosten für Industrie und Verbraucher ab.

Weißes Haus zögert bei Kupferzöllen wegen möglicher Mehrkosten

Entscheidung über Kupferzölle bleibt offen

Das Weiße Haus hat noch keine endgültige Entscheidung über Zölle auf raffiniertes Kupfer getroffen. Die Regierung wägt den Wiederaufbau der heimischen Produktion gegen das Risiko höherer Kosten für amerikanische Hersteller und Verbraucher ab. Die Prüfung fällt in eine Phase, in der die Kaufkraft vor den Zwischenwahlen im November stärker in den politischen Mittelpunkt rückt.

Ein Vertreter des Weißen Hauses bestätigte, dass das Handelsministerium Präsident Donald Trump bis zur gesetzten Frist am 30. Juni eine aktualisierte Bewertung vorgelegt habe. Die Regierung prüfe weiterhin alle Möglichkeiten, um die Kupferproduktion und andere kritische Industriezweige in die USA zurückzuholen. Welche Empfehlung Handelsminister Howard Lutnick abgegeben hat, blieb zunächst unklar.

Trump hatte Lutnick beauftragt, den Kupfermarkt zu untersuchen und zu empfehlen, ob ab dem 1. Januar 2027 ein Zoll von 15% gelten soll, der 2028 auf 30% steigt. Solange die Entscheidung aussteht, ist eine Ausweitung bestehender Abgaben auf raffinierte Erzeugnisse wie Kathoden und auf in Bergwerken erzeugtes Kupferkonzentrat keineswegs sicher.

Bestände wachsen und bleiben in den USA

Die Erwartung umfassenderer US-Zölle ließ die Kupferpreise auf Rekordstände steigen. Händler und industrielle Käufer beschleunigten ihre Einkäufe vor möglichen neuen Abgaben und bauten in den USA einen der weltweit größten Metallbestände auf. Dem Bericht zufolge hält die ungeklärte Politik Kupfer zugleich von Märkten außerhalb der USA fern und verknappt dort das Angebot zusätzlich.

Jacob White, Bergbauanalyst bei Sprott Asset Management, erklärte, die fehlende Entscheidung verringere den Anreiz, Metall auf die internationalen Märkte zurückzubringen. Die Lage erinnert an 2025, als der Markt einen pauschalen Zoll auf kupferhaltige Produkte erwartete. Im Juli 2025 belegte Trump jedoch nur Rohre, Kabel und andere Halbfabrikate mit Abgaben, was bei Bergbauunternehmen für Enttäuschung sorgte.

Heimische Kapazität gegen Kosten der Abnehmer

Die USA importieren jährlich etwa die Hälfte ihres Kupferbedarfs und verfügen nur über zwei aktive Hütten, die Freeport-McMoRan beziehungsweise Rio Tinto gehören. Nach im Bericht zitierten Daten des United States Geological Survey sind die US-Importe von raffiniertem Kupfer seit 2015 auf das 16-Fache gestiegen, während die heimische Produktion um 20% sank. Gleichzeitig reichen die inländischen Reserven für fast 30 Jahre.

Zölle könnten importiertes Kupfer verteuern und die Rentabilität amerikanischer Förder-, Hütten- und Raffinerieprojekte verbessern. Ein Manager von Rio Tinto sagte Reuters zu Jahresbeginn, die bestehende Kombination aus Maßnahmen und Kupferzöllen gleiche die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen der US-Hütte des Konzerns kaum aus. Die Regierung unterstützt zudem das Resolution-Copper-Projekt von BHP und Rio Tinto in Arizona sowie das Twin-Metals-Projekt von Antofagasta in Minnesota. Außerdem wurden Schritte für ein Exportverbot von kupferhaltigem Elektronikschrott unternommen.

Das Gegenrisiko tragen die nachgelagerten Branchen. Kupfer wird im Bau, im Verkehr, in der Elektronik, in Elektroausrüstungen und in Autos eingesetzt; breitere Zölle könnten daher die Vorleistungskosten mehrerer industrieller Lieferketten erhöhen. S&P Global erwartet, dass künstliche Intelligenz und Verteidigung die weltweite Kupfernachfrage bis 2040 um 50% steigern. Ein Zoll könnte langfristig heimische Kapazitäten fördern, träfe zunächst aber auf einen Markt mit hoher Nachfrage, Rekordpreisen und einem knappen Angebot außerhalb der USA.

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