Wassermelonenlieferungen in den russischen Ural verdreifachen sich
Von Mai bis Juni gelangten 8.000 Tonnen Wassermelonen und mehr als 2.000 Tonnen Saisonbeeren in den Ural. Die Wassermelonenlieferungen verdreifachten sich, die Kirschlieferungen vervierfachten sich; wichtigster Lieferant war Usbekistan.
Saisonaler Warenverkehr nimmt deutlich zu
Zu Beginn der Sommersaison sind die Lieferungen von Wassermelonen und Kirschen in den russischen Ural stark gestiegen. Dies weist auf einen intensiveren grenzüberschreitenden Handel mit verderblichen Agrarprodukten hin. Von Mai bis Juni erreichten 8.000 Tonnen Wassermelonen und mehr als 2.000 Tonnen Saisonbeeren die Region, wie MK-Ural unter Berufung auf die Uraler Zollverwaltung berichtete.
Die Wassermelonenlieferungen lagen dreimal so hoch wie im von der Zollverwaltung verwendeten Vergleichszeitraum. Bei Kirschen vervierfachte sich die Menge. Die veröffentlichten Angaben enthalten weder eine Aufteilung der Kirschlieferungen nach Ländern noch separate Mengen für die einzelnen Beerensorten. Usbekistan wurde jedoch als wichtigstes Herkunftsland sowohl für Wassermelonen als auch für Kirschen genannt.
Usbekistan beherrscht die Wassermelonenversorgung
Auf Usbekistan entfielen 94,5% aller im Berichtszeitraum in den Ural gebrachten Wassermelonen. Gemessen an der Gesamtmenge zeigt dieser Anteil, wie stark der regionale Markt im Frühsommer von einem einzigen zentralasiatischen Lieferkorridor abhängt. Weitere Wassermelonen kamen aus China und Ländern des Nahen Ostens, deren Einzelmengen der Zoll jedoch nicht auswies.
Nach Angaben von MK-Ural war Usbekistan auch der wichtigste Kirschlieferant. Die Vervierfachung spricht für eine erhebliche Ausweitung dieses saisonalen Warenstroms, obwohl keine Gesamttonnage für Kirschen genannt wurde. Für Importeure und Großhändler unterstreichen die Zahlen Usbekistans zentrale Rolle bei der Versorgung russischer Binnenregionen mit Frischwaren. Zugleich zeigen sie, wie wichtig kurze Transport- und Abfertigungszeiten für Produkte mit begrenzter Haltbarkeit sind.
Zoll priorisiert verderbliche Waren
Rafael Zverev, Leiter der Uraler Zollverwaltung, erklärte, verderbliche Waren würden bei den Zollkontrollen vorrangig behandelt. Die beschleunigten Verfahren sollen die Frische der Früchte erhalten und eine schnelle Belieferung der Verbraucher ermöglichen. Deshalb würden die Zollvorgänge in möglichst kurzer Zeit abgeschlossen.
Mit dem größeren Warenstrom gewinnt auch die Pflanzengesundheitskontrolle an Bedeutung. MK-Ural hatte zuvor über eine Großsendung von mehr als 500 Tonnen Wassermelonen berichtet, die aus Kasachstan in das Gebiet Swerdlowsk gelangte. Fachleute der überregionalen Uraler Dienststelle von Rosselkhoznadzor untersuchten die Ware und fanden keine Quarantäneschädlinge. Anschließend wurde die gesamte Sendung für den Verkauf freigegeben.
Folgen für regionale Einkäufer
Die Zolldaten zeigen, dass der Ural wesentlich mehr importierte Sommerprodukte aufnimmt, wobei sich das Wachstum auf Wassermelonen und Kirschen konzentriert. Usbekistans Anteil von 94,5% verschafft seinen Exporteuren eine beherrschende Stellung. Gleichzeitig macht er Einkäufer im Ural anfällig für Veränderungen bei Transportzeiten und Grenzabfertigung auf dieser Hauptroute.
China, die Länder des Nahen Ostens und Kasachstan bieten zusätzliche Bezugsquellen. Aus den verfügbaren Daten geht jedoch nicht hervor, ob ihre Anteile wachsen. Für Händler ist das wichtigste Signal ein größerer Saisonmarkt, der durch eine beschleunigte Zollbehandlung und die erfolgreiche Kontrolle der gemeldeten kasachischen Sendung unterstützt wird. Da die Zollmitteilung keine Preise enthält, lässt sich die Wirkung der höheren Mengen auf Groß- und Einzelhandelspreise noch nicht bestimmen.