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Volvo unterbietet mit dem ES90 deutsche Rivalen auf Südkoreas Elektroautomarkt

Volvo bringt die elektrische Flaggschiff-Limousine ES90 in Südkorea ab 72,94 Millionen Won auf den Markt und bleibt damit deutlich unter wichtigen deutschen Wettbewerbern. Das Unternehmen will in diesem Jahr mindestens 1.000 und im nächsten Jahr 3.000 Fahrzeuge verkaufen.

Volvo unterbietet mit dem ES90 deutsche Rivalen auf Südkoreas Elektroautomarkt

Elektrisches Flaggschiff startet bei 72,94 Millionen Won

Volvo Cars Korea hat die elektrische Flaggschiff-Limousine ES90 zu einem Einstiegspreis von 72,94 Millionen Won eingeführt. Südkorea zählt damit zu den Märkten mit der aggressivsten Preisgestaltung für das Modell. Laut CEO Score Daily liegt der Einstiegspreis bis zu 18 Millionen Won unter dem Plug-in-Hybrid Volvo S90 T8 und deutlich unter deutschen Elektro-Limousinen, die häufig rund 100 Millionen Won kosten.

Der heckgetriebene Single Motor Extended Range Plus kostet 72,94 Millionen Won, der allradgetriebene Twin Motor Plus 79,60 Millionen Won. Für den Single Motor Ultra werden 80,55 Millionen Won und für den Twin Motor Ultra 87,41 Millionen Won verlangt. Mit Zweikammer-Luftfederung steigen die Preise auf 83,41 Millionen beziehungsweise 90,41 Millionen Won. Das Spitzenmodell Twin Motor Performance Ultra kostet 95,41 Millionen Won. Alle Angaben berücksichtigen die vorgesehenen Steuervorteile für umweltfreundliche Fahrzeuge.

Lee Yun-mo, CEO von Volvo Cars Korea, erklärte, der koreanische Preis des ES90 liege mehr als 50 Millionen Won unter dem Niveau europäischer Märkte. Südkorea sei möglicherweise das einzige Land, in dem das Modell weniger als 100 Millionen Won koste. Als Gründe nannte er die Bedeutung und das Wachstumspotenzial des Marktes sowie den möglichen Einfluss eines koreanischen Erfolgs auf die weltweite Position des ES90.

Preis greift BMW, Mercedes-Benz und Genesis an

Der Twin Motor Plus bietet für 79,60 Millionen Won Allradantrieb, 456 PS und eine WLTP-Reichweite von 706 km. CEO Score Daily beziffert den Preis des heckgetriebenen BMW i5 eDrive40 auf 93,90 Millionen Won und den des leistungsstarken i5 M60 xDrive auf rund 140 Millionen Won. Der Mercedes-Benz EQE und andere deutsche Elektro-Limousinen starten meist bei etwa 100 Millionen Won, während der Genesis Electrified G80 rund 80 Millionen Won kostet.

Der ES90 basiert auf Volvos SPA2-Architektur. Er ist 5.000 mm lang und hat einen Radstand von 3.102 mm. Das Modell verbindet die Silhouette einer Limousine mit einem Fastback-Heck und einem Raumangebot ähnlich einem SUV. Zur Auswahl stehen ein Hecktriebler mit 333 PS und 92-kWh-Batterie, ein Allradmodell mit 456 PS und 106-kWh-Batterie sowie der Twin Motor Performance mit 680 PS.

Das 800-V-System ermöglicht Ladeleistungen von bis zu 350 kW. Volvo zufolge dauert das Laden von 10 % auf 80 % unter geeigneten Bedingungen rund 22 Minuten; in 10 Minuten lässt sich Energie für 300 km Reichweite nachladen. Da Südkoreas Netz von 350-kW-Ladesäulen weitgehend auf Großstädte und Autobahnknoten beschränkt ist, kann dieser Vorteil zunächst nur begrenzt genutzt werden.

Volvo setzt auf Volumen im Wachstumsmarkt

Die Neuzulassungen importierter Pkw in Südkorea stiegen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 33,2 % auf 184.032 Fahrzeuge, wie von CEO Score Daily zitierte Daten der Korea Automobile Importers & Distributors Association zeigen. Elektroautos überschritten erstmals einen Anteil von 50 %. Tesla führte mit 56.139 Fahrzeugen, während BYD mit 11.675 auf Rang vier kam. Volvo belegte mit 7.470 Fahrzeugen und einem Plus von 10,4 % den siebten Platz.

Volvo will im vierten Quartal mindestens 1.000 ES90 und im nächsten Jahr 3.000 Exemplare verkaufen. Für seine Elektroautos einschließlich EX30, EX90 und ES90 strebt das Unternehmen im nächsten Jahr mehr als 10.000 Verkäufe an. Die Vorbestellungen begannen am 11. des vergangenen Monats; noch vor Bekanntgabe von Ausstattung und Preisen wurden mehr als 1.000 feste Verträge abgeschlossen.

Bei der Umsetzung bleiben Risiken. Die in Südkorea zertifizierten Verbrauchs- und Reichweitenwerte stehen noch nicht fest und könnten unter dem europäischen WLTP-Wert liegen. Zudem überschreitet der ES90 die Preisgrenze für die volle Elektroauto-Förderung, sodass die Subvention den Endpreis nur begrenzt senkt. Zertifizierung, Fahrzeugverfügbarkeit und die Auslieferung früher Bestellungen werden entscheiden, ob der niedrige Preis dauerhaft Marktanteile bringt.

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