Volkswagen-Konzern ruft 11.260 ID. Polo und Cupra wegen Gurtbefestigung zurück
Der Volkswagen-Konzern ruft weltweit 11.260 Fahrzeuge der Modelle ID. Polo, Cupra Terramar und Cupra Raval wegen möglicherweise fehlerhaft befestigter Vordergurte zurück. Betroffen sind 1.109 ID. Polo und 10.151 Cupra; Vertragswerkstätten sollen die Befestigungen prüfen und Gurte bei Bedarf ersetzen.
Drei Modelle des Volkswagen-Konzerns betroffen
Der Volkswagen-Konzern ruft weltweit 11.260 Fahrzeuge zurück, weil Vordergurte bei der Produktion möglicherweise nicht korrekt befestigt wurden. Betroffen sind der neue elektrische Volkswagen ID. Polo, der Cupra Terramar und der elektrische Cupra Raval. Die von AutoGear unter Berufung auf das Kraftfahrt-Bundesamt genannten Zahlen umfassen 1.109 ID. Polo sowie 10.151 Fahrzeuge der beiden Cupra-Modelle.
Beim ID. Polo betrifft die Aktion nach Angaben des ADAC und der auf KBA-Daten gestützten Meldung von Car-Recalls.eu Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 21. Juli bis 2. September 2026. Auto Motor und Sport nennt laut AutoGear den 3. September als Enddatum. Bei Cupra Terramar und Raval reicht der Zeitraum vom 7. Juni 2025 bis in den September 2026; der ADAC nennt keinen genauen Septembertag, AutoGear den 3. September.
Fehlerhafte Verankerung schwächt Schutzwirkung
Beim ID. Polo wurde das Gurtsystem des Beifahrers möglicherweise nicht korrekt am Verankerungspunkt der B-Säule befestigt. Dadurch kann die Rückhaltewirkung erheblich eingeschränkt sein und der Gurt bei einem Unfall nicht den vorgesehenen Schutz bieten. Bei Cupra Terramar und Raval betrifft der mögliche Fehler die unteren Verankerungspunkte beider Vordergurte und nicht nur die Beifahrerseite.
Vertragswerkstätten prüfen die betroffene Befestigung und tauschen den Sicherheitsgurt bei Bedarf aus. Die Volkswagen-Aktion trägt den Herstellercode 69G1 und die KBA-Referenz 17099R. Für Cupra gelten der Code 69C8 und die KBA-Referenz 17072R. Laut AutoGear enthalten die verfügbaren KBA-Angaben keine Ausführungen, Ausstattungslinien oder Fahrgestellnummernbereiche, anhand derer Halter die Betroffenheit ohne Nachfrage beim Hersteller oder Reparaturbetrieb feststellen könnten.
In Deutschland sind 2.175 Fahrzeuge betroffen
Nach Angaben des ADAC entfallen 239 der betroffenen ID. Polo auf Deutschland. Hinzu kommen 1.936 Cupra Terramar und Raval, womit sich die deutsche Gesamtzahl auf 2.175 Fahrzeuge beläuft. Die Cupra-Zahl wird nicht auf die beiden Modelle aufgeteilt. Weltweit fällt die Cupra-Aktion deutlich größer aus als der ID.-Polo-Rückruf, weil sie einen längeren Produktionszeitraum umfasst.
Die geografische Aufschlüsselung bleibt unvollständig. Die norwegische Publikation Motor berichtete unter Berufung auf den Importeur Møller Bil, dass auch Fahrzeuge in Norwegen betroffen seien, nannte aber keine Stückzahl. AutoGear zufolge liegt für Portugal keine Zahl vor. Halter müssen deshalb die Fahrzeug-Identifizierungsnummer bei der Marke oder einer Vertragswerkstatt prüfen lassen, statt sich allein am Produktionsdatum zu orientieren.
Zusätzlicher Werkstattaufwand nach Großrückruf
Die Gurtaktion folgt auf einen separaten Rückruf des Volkswagen-Konzerns wegen eines Befestigungsteils, das brechen und einen Ausfall der Lenkung verursachen kann. Nach Angaben der Frankfurter Rundschau betraf diese frühere Kampagne weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge. Der neue Rückruf ist wesentlich kleiner, verursacht aber erneut marken- und länderübergreifende Prüfungen im Händlernetz – und das in einer sensiblen Phase der Markteinführung des ID. Polo.
Die betroffenen ID. Polo entsprechen nur einem begrenzten Teil des frühen Auftragsbestands: AutoGear meldete bis September mehr als 30.000 Bestellungen in Europa. Wegen der sicherheitsrelevanten Funktion des Bauteils ist eine schnelle Abhilfe dennoch entscheidend. Dem KBA waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit den beiden Gurtaktionen bekannt, berichtete AutoGear.